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Radsport Domenic Weinstein bei Bahn-WM

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Der Unterbaldinger Domenic Weinstein. Foto: Jane Barlow

Wir sprechen Domenic Weinstein, den Weltklasse-Bahnradfahrer, zwischen zwei Trainingseinheiten in seiner zweiten Wahlheimat Frankfurt/Oder. Regeneration ist für den Unterbaldinger angesagt - am Abend steht im Kraftraum dann das zweite Training an diesem Tag an. Auf der Bahn hatte sich der 25-Jährige am Vormittag bereits "richtig ausgepowert". Die Bahn-WM (ab dem 26. Februar in Berlin) mit der wichtigen Qualifikation für die Olympischen Spiele rückt näher. Domenic Weinstein ist glücklich, dass seine Knieschmerzen abgeklungen sind. Er hat zuletzt viel erlebt.

Herr Weinstein, was macht genau das Besondere an dieser Heim-WM in Berlin aus?

(schmunzelt). Da fällt mir gleich ein, dass unser deutsches Team von Frankfurt aus natürlich den kürzesten Anfahrtsweg – im Vergleich zu unseren Konkurrenten – hat. Wir hoffen auf eine sehr gute Stimmung im Berliner Velodrom. In der Hauptstadt läuft die Werbetrommel für die Weltmeisterschaft auf vollen Touren. Dies wird sehr professionell gestaltet. Das Velodrom ist eine relativ große Arena, deshalb sollten die Zuschauerränge schon sehr gut gefüllt sein, um eine tolle Atmosphäre zu erleben. Aber dies müssen wir Fahrer eigentlich alles ausblenden, denn wir wollen ja in Berlin unsere Olympia-Qualifikation mit dem Vierer perfekt machen.

Es sieht ja sehr gut aus, dass Sie nach Rio de Janeiro nun in Tokio Ihre zweiten Olympischen Spiele erleben werden. Sie haben sich mit Ihrer Mannschaft mit dem erfolgreichen Weltcup-Rennen im Herbst in Weißrussland, dem Sieg in Hongkong und dem Rennen in Australien eine ausgezeichnete Grundlage für die Qualifikation in Berlin geschaffen.

Dies stimmt. Unsere Ausgangssituation ist sehr gut. Frankreich ist noch unser letzter direkter Konkurrent um das Olympia-Ticket. Werden die Franzosen in Berlin Weltmeister, dann müssen wir zumindest den achten Rang schaffen. Wird Frankreich Vizeweltmeister, dann reicht uns Platz zehn.

Aber die Top-Favoriten auf die ersten WM-Plätze sind doch andere Teams wie Dänemark, Australien und Italien.

Natürlich, aber die Franzosen haben ihr Potenzial bei den vergangenen Weltcup-Rennen gezeigt. Wir müssen sie im Auge haben.

Was haben Sie sich - neben der Olympia-Qualifikation - noch weiter konkret mit dem deutschen Bahnvierer vorgenommen?

Wir gehen insgesamt sehr zuversichtlich diese Weltmeisterschaft an, weil wir durch unsere guten Leistungen – vor allem durch den Sieg in Hongkong – einen großen Schritt in der Entwicklung unserer Mannschaft weitergekommen sind. Jeder von uns hat sich individuell im Bereich Tempohärte gesteigert. Die Aufgaben in der Mannschaft sind noch klarer verteilt. Eine WM-Medaille mit dem Team wäre angesichts der sehr guten Konkurrenz ein Traum. Dazu haben wir im Auge, die 3:50-Minuten-Marke in Berlin zu unterbieten. Diese Zeit ist für uns einer der großen Gradmesser.

Als einer der Top-Favoriten werden Sie auch wieder in der Einerverfolgung gehandelt. Im Vorjahr holten Sie Silber. Was ist in zwei Wochen für Sie möglich?

Auch diesen Wettbewerb werde ich natürlich sehr ehrgeizig angehen. Aber ich sage auch klar, dass die Olympia-Qualifikation mit dem Vierer für mich bei diesen Titelkämpfen absolute Priorität besitzt. In der Einer-Verfolgung fährt der Titelverteidiger Filippo Ganna (Italien) momentan sogar noch eine Liga über uns. Er zeigt eine unfassbare Form. Wenn in Berlin alles passt, dann gehe ich die Einer-Verfolgung voll an, aber es kann auch sein, dass ich in diesem Jahr kurzfristig auf diese verzichte.

Sie sprechen indirekt Ihre Knieprobleme an, die Sie phasenweise in den vergangenen Monaten im Trainingsablauf behinderten.

Ja, ich bin die Weltcup-Rennen mit dem Bahnvierer im Herbst teilweise unter Schmerzen gefahren. Dann habe ich im Dezember etwas mit dem Training ausgesetzt. Anfang des Jahres waren die Beschwerden auf Mallorca zunächst weg, aber sie kamen wieder. Nach verschiedenen Diagnosen wurde ich Mitte Januar dann in einer Spezialklinik in Hamburg untersucht.

Die Mediziner dort konnten Ihnen entscheidend weiterhelfen.

Die Verunsicherung zu diesem Zeitpunkt war bei mir sehr groß. So etwas bekommst du einfach auch nicht aus dem Kopf heraus. Ich bin in meiner bisherigen Karriere von großen Verletzungen verschont geblieben. Es war eine neue Erfahrung für mich. Mein Besuch bei den Ärzten brachte mich tatsächlich den entscheidenden Schritt weiter.

Was haben denn die Ärzte konkret festgestellt?

Sie haben, so banal es klingen mag, nach einer statischen Analyse meine gewöhnliche Sitzhaltung auf dem Rad korrigiert, um mein angeschlagenes Knie entscheidend zu entlasten. Dazu gaben sie mir ausführlich spezielle Trainingspläne an die Hand, damit ich die Muskulatur rund um das betreffende Knie noch mehr kräftigen kann.

Wie ging es dann Ende Januar im Trainingslager auf Mallorca für Sie weiter? Immerhin lag Ihr Trainingsrückstand im Winter bereits bei drei Wochen.

Es war eigentlich unglaublich: Ich war nicht nur schmerzfrei, sondern habe leistungsmäßig sehr schnell - auch bedingt durch sehr große Umfänge auf Mallorca – den Anschluss wieder gefunden. Ich hätte nie gedacht, dass ich den Trainingsrückstand so schnell wettmachen konnte.

Dieses hartnäckige Verletzungsproblem bedeutete für Sie eine ganz neue Erfahrung. Was nehmen Sie daraus mit?

Ich habe gesehen, wie schnell so ein Rückschlag deine ganzen Planungen über den Haufen wirft. Dies vor dem Hintergrund, dass diese so wichtige Weltmeisterschaft in Berlin immer näher rückte. Ich bin jetzt wieder schmerzfrei und genieße gerade deshalb jeden Tag mit meinem Sport. Nach so einer Verletzung gehe ich alles mit viel neuer Kraft an.

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