Da war der Hagel noch weit weg – das große Rottenburger Radsportereignis musste aufgrund von Hagelunwetter und Starkregens abgebrochen werden. Foto: Baum

Starkregen und ein Hagelunwetter waren der Grund für den vorzeitigen Abbruch des Rottenburger Radrennens um die Württembergischen Meisterschaft im Mannschafts-Omnium. Doch immerhin die Kinder konnten einen Sieger unter sich ausmachen.

Rottenburg - Dem Radsportevent mit der Württembergischen Meisterschaft im Mannschafts-Omnium am Mittwoch gingen bereits Gewitterschauer voraus. Doch zum Start der Veranstaltung, die im Rahmen der 50-Jahr-Feier "Große Kreisstadt Rottenburg" stattfand, war es trocken und die Sonne kam hinter Wolken heraus.

Wie aus dem Bilderbuch war die Kulisse dann auch für den großen Einmarsch der Ortsvorsteher, den Oberbürgermeister Stephan Neher gut aufgelegt moderierte. Alle Ortsvorsteher der 17 Rottenburger Stadtteile trugen ein knallrotes T-Shirt zur 50-Jahr-Feier der Großen Kreisstadt Rottenburg – und sichtlich stolz waren die Kinder, die als Täfeleskinder die Wappen mit Ortsnamen der Stadtteile hochhielten. Natürlich war auch Ergenzingens neuer Ortsvorsteher Timo Wachendorfer mit dabei, ebenso Philipp Küfer für Baisingen oder Sabine Kircher für Hailfingen.

Joachim Maul als Ortsvorsteher von Wendelsheim, dessen Rad- und Wanderverein "Märchensee" das Radsportrennen in Rottenburg maßgeblich organisierte, ließ es sich natürlich nicht nehmen, das große Radevent in Rottenburg mitzufeiern.

OB Neher freut sich über Radsportereignis

Nach dem Einmarsch der Ortsvorsteher mit den Kindern gab es eine kurze Ansprache von Neher, der seiner Freude Ausdruck gab, dass ein so wichtiges Radsportereignis in Rottenburg stattfindet. Anschließend folgten die Vorläufe der Schüler und Schülerinnen und die Endläufe der Schüler. Zwischengeschaltet waren der Parallelsprint der Amateure (Zielgerade circa 200 Meter).

Sehr gut meisterten die Grundschüler die Herausforderung, einmal an einem echten großen Radrennen teilzunehmen. Als Gewinn lockten Gutscheine für je zwei Kugeln Eis des Rottenburger Hauptsponsors Eiscafé Rino. Bei der "Winke-Runde", wie Neher es formulierte, radelten dann später auch alle Ortsvorsteher und Ortsvorsteherinnen der Stadtteile mit – gemeinsam mit Neher, der vorneweg fuhr.

Prominenz vor Ort

Franziska Brauße, die in Eningen (Landkreis Reutlingen) lebt und 2021 die Goldmedaille in Tokio gewann, radelte ebenfalls bei der "Winke-Runde" mit. Ihre Goldmedaille hatte sie auch dabei – und auch OB Neher durfte die Medaille einmal kurz festhalten. Zudem radelte bei der Ortsvorsteher-Radelrunde der Vize-Weltmeister der Junioren (2018), Marius Mayrhofer aus Dußlingen mit. Moderator Freddy Eberle animierte die Zuschauer des Radsport-Events immer wieder dazu, zu applaudieren – und dann, um circa 18.30 Uhr kam Regen, doch das Rennen ging weiter.

Schließlich dann, rund eine Stunde später, brach ein großes Unwetter über Rottenburgs Innenstadt herein – es regnete sehr stark, blitzte und donnerte und schließlich folgte auch noch ein Hagelschauer. Daher kam es nicht mehr dazu, dass die Radsport-Amateure ihre 40 Runden im so genannten "Kriterium" der Württembergischen Meisterschaft radeln konnten. Das Rennen wurde von der Rennleitung abgebrochen. Auf dem Rottenburger Kopfsteinpflaster zwischen Marktplatz, Dom und Königstraße drohte eine gefährliche Rutschpartie – zu gefährlich, entschied die Jury. Kurz nach 19.30 Uhr signalisierte die Rennleitung mit roter Fahne und Trillerpfeifen den Abbruch des Temporennens.

Wetter spielt nicht mit

Fahrer und Zuschauer suchten im Trockenen Unterschlupf – einige Radfahrer sogar im Dom. Daher fiel das Ausscheidungsfahren der Amateure sowie das Kriterium und auch die Siegerehrung komplett aus. Viel Initiative, Herzblut und Engagement hatten die Organisatoren in das erste Rottenburger Radrennen gesteckt – doch das Wetter machte allen Mühen einen Strich durch die Rechnung. Herbert Vollmer vom organisierenden RWV Wendelsheim musste dann gemeinsam mit den Helfern alles abbauen – nicht nur ihm blutete das Herz.

Der ganze Aufwand war zwar nicht umsonst – aber die gesammelten Punkte des Rennens sind nun wertlos. Denn die Landes-Meisterschaft im Mannschafts-Omnium kann in diesem Jahr nicht mehr nachgeholt werden – der Rennkalender des Jahres 2022 ist bereits komplett verplant.

Glück für die Grundschüler

Glück im Unglück für die Jüngsten, die Grundschüler: Sie konnten noch ihre Sieger ermitteln. Den Pokal für das schnellste Team bekamen die Grundschüler der Grundschule Wendelsheim. Bei den Profis lag zwar das Team des Radvereins "Stuttgardia" aus Stuttgart zum Zeitpunkt des Rennabbruchs vorne, was aber letztlich nicht mehr gewertet wurde.

OB Neher betonte im Gespräch mit unserer Redaktion, dass es trotz des Abbruchs der Württembergischen Meisterschaft im Mannschafts-Omnium eine positive Veranstaltung gewesen sei. Der Auf- und Abbau habe reibungslos funktioniert und etliche Zuschauer hätten das Radsport-Event mitverfolgt. "Die Radfahrer aus Wendelsheim freuten sich sehr, in Rottenburg mit ihren Kollegen zu fahren", so Neher. Schön sei gewesen, dass die Schüler beim Radrennen ihre Sieger ermitteln konnten und das Schülerrennen durchgezogen werden konnte. Zum Hagelunwetter mit Starkregen meinte Neher: "Das Rottenburger Kopfsteinpflaster ist bei Regen nicht Ohne, die Kurven waren teilweise sehr eng. Die Entscheidung der Rennleitung, abzubrechen war richtig." Jetzt freue er sich auf den 3. Oktober, an dem dann das große Stadtfest zum 50-Jährigen Jubiläum steigt.