An der Kreuzung der B27 Dotternhausen/Lidl/Erzingen/Rosswangen soll ab Juli eine Querungshilfe mit Inselkopf für Radfahrerinnen und Radfahrer eingerichtet werden. Foto: Jennifer Dillmann

Das RadNetz BW an der B27 bei Dotternhausen soll mit einer Querungshilfe mit Inselkopf versehen werden. Die Gemeinde zeigt sich skeptisch.

Aus meiner Sicht ist es einfach nur kritisch“, sagt Bürgermeisterin Marion Maier. „Wir haben einen Konflikt zwischen Radverkehr, Lastverkehr und Schwerlastverkehr.“ Auch die Mitglieder des Gemeinderats Dotternhausen zeigen sich skeptisch gegenüber des vorgelegten Lösungsvorschlags. „Ich sehe da keinerlei Sicherheit und eine unheimliche Gefahr für den Radfahrer“, meint Elisabeth Menholz. „Das verleitet nur, darüberzufahren. Ich kann es nicht mal zur Kenntnis nehmen und nicht zustimmen.“​

 

Nachdem die Ausschreibung bereits erfolgt ist, soll die bauliche Umsetzung im Juli folgen. Konkret geht es um den Radweg zwischen Dotternhausen und Erzingen, der parallel zur B27 verläuft. Die Situation stellt sich als Zielkonflikt dar: Einerseits soll der Radweg komfortabel sein und Sicherheit bieten, andererseits fungiert die Einmündung zur Otto-Hahn-Straße sowohl für gewerblichen Schwerlast- als auch landwirtschaftlichen Verkehr als Knotenpunkt. In dem Gebiet befinden sich Firmen, Einzelhandel und Agrarflächen.

Mit dem Ausbau hat sich Konflikt ergeben

Seit des Ausbaus hat sich mit dem Radweg eine Konfliktsituation ergeben. „Die Gemeinde hat wiederholt auf die Gefährdung hingewiesen“, heißt es in der Sitzungsvorlage. Der Handlungsbedarf wurde schließlich bei einem gemeinsamen Ortstermin mit den Fachbehörden bestätigt. Eine umfassende bauliche Lösung sei aufgrund der engen räumlichen Verhältnisse nicht realisierbar.

Freiherr Georg Cotta von Cottendorf plädiert dennoch für einen Kreisverkehr und übt generelle Kritik an der gesamten Thematik. „Ich finde es unmöglich, dass man Steuermittel für einen Weg ausgibt, für den sich niemand entschieden hat, weder wir noch Balingen“, kommentiert er. „Man sollte das Regierungspräsidium und das Land voll zur Verantwortung ziehen, weil sie den Weg wollten.“

Markus Schnekenburger erkundigt sich nach der Ampel, an deren Steuerung sich laut Auskunft der Verwaltung allerdings nichts ändern soll. Der Radverkehr bleibt in dieser Hinsicht also ungeachtet, nur der Verkehr der Kraftfahrzeuge wird weiterhin reguliert.

Lösung des RP: Eine Querungshilfe

Das Regierungspräsidium schlägt eine pragmatische Querungshilfe mit Inselkopf, angepasster Markierung sowie Beschilderung vor. Dies soll die Sicherheit für Radfahrende erhöhen und könne im Zuge der ohnehin geplanten Straßensanierung umgesetzt werden. Die Querungshilfe stellt einen kleinen geschützten Rahmen dar, in welchem Radfahrerinnen und Radfahrer kurz innehalten können, wenn sie nicht mit einem Mal über die Straße gelangen. Die Kosten trägt das Regierungspräsidium.

Da das Dotternhausener Gremium jedoch Bedenken dahingehend hat, dass etwa die Schleppkurve zum landwirtschaftlichen Weg nicht ausreicht und der Platz generell sehr beengt ist, erklärt sich die Gemeinde bereit, die erforderlichen gemeindlichen Flächen bereitzustellen – und zwar über den bisher vorgesehenen Umfang hinaus. Man erhofft sich dadurch eine funktionale Verbesserung für alle Beteiligten. „Für die Landwirtschaft ist die Querungshilfe ein Fremdkörper, der das Rangieren mit den Maschinen und Traktoren erschwert“, veranschaulicht Philipp Kopp.

Da der Gemeinde nicht viel Entscheidungsfreiheit bleibt, nahm das Gremium die Planungen des Regierungspräsidiums schließlich bei einer Gegenstimme zur Kenntnis und erklärte sich bereit, die gemeindlichen Flächen zur Verfügung zu stellen.