Klaus Pfaff und sein treuer Begleiter – das 19 Jahre alte Mountainbike, hier an der Mittelmeerküste bei Valencia. Foto: Privat

Von der Haustür in Aichhalden mit dem Rad an die südwestlichste Spitze Europas – und dazu noch um die gesamte iberische Halbinsel.

Diesen unglaublichen Ritt hat Klaus Pfaff mit seinem 19 Jahre alten Mountainbike hingelegt. Seine Motivation: „Man erlebt mit dem Rad so viel, was mit dem Auto nie passieren würde. Und man trifft immer interessante Leute“.

 

Für den Traum mit der Fahrt bis nach Portugal schaufelte sich Klaus Pfaff zwei Monate Zeit frei. Von der eigenen Haustür aus radelte er drauf los. Waren die Fernradwege in Frankreich noch sehr gut, so holperte es in Spanien und Portugal sprichwörtlich.

Doch die fantastische Landschaft und die spanische Küste entschädigte für Vieles: „Tarifa ist eine marokkanisch geprägte Engstelle zu Afrika, wo die Schiffe ablegen“, berichtet er im Gespräch mit unserer Redaktion.

Zermürbende Felsküste

Cabo de Sao Vicente, der südwestlichste Punkt Europas in Portugal, war das Minimalziel von Klaus Pfaff. Da sein Tank aber noch lange nicht leer war, beschloss er, weiterhin der Küste entlang zu fahren. So ging es bis zur Pilgerstadt Santiago de Compostela (Klaus Pfaff: „Die Felsküste mit ihrem Auf und Ab zermürbte“) und weiter auf dem Jakobsweg nach Pamplona und zurück nach Frankreich. Obwohl die Zeit langsam knapp wurde und die Beine schwer waren, radelte er die gesamte Strecke bis Aichhalden zurück. „Jetzt fahr ich auch noch bis heim“, sagte er sich mitten in Frankreich. Am Ende standen sage und schreibe 7333 Kilometer und 57 000 Höhenmeter zu Buche.

Unterwegs musste er einige Hindernisse meistern. Beim südspanischen Cadiz setzte er per Fähre über einen Fluss über. Am anderen Ufer war aber weit und breit nur Sandstrand. „Schieben Sie das Rad am Sandstrand entlang“, lautete der Tipp eines Einheimischen. Wie lange der Strand denn sei, wollte Klaus Pfaff wissen. „28 Kilometer. Kein Laden. Kein Markt“, lautete die Antwort. „Das ist mir zu viel Robinson Crusoe“, sagte er sich und nahm 150 Kilometer Umweg bis Sevilla in Kauf.

Am Strand übernachtet

Ein ganz anderes Problem gab es in Portugal: Der Weg führte direkt in eine Felsspalte. Ein Jogger, der vor dem gleichen Problem stand, half Klaus Pfaff, Rad und 35 Kilo Gepäck auf der anderen Seite der Felsspalte wieder nach oben zu wuchten. Überhaupt, das Gepäck: „Das Gewicht habe ich unterschätzt, das machte bei langen Anstiegen zu schaffen“, berichtet Pfaff. Auch die Hitze mit zum Teil mehr als 40 Grad in Südspanien schlauchte.

Auch mit den Übernachtungen war es mitunter so eine Sache, zumal Klaus Pfaff kein Spanisch kann. Einmal wollte ein Hotel eine Kaution, die Kreditkarte wurde aber nach einigem Hin und Her nicht akzeptiert. „Der Akku am Handy war fast leer und es wurde dunkel“, erinnert er sich. Der letzte Ausweg: Im Zelt am Strand übernachten, was aber wegen des Windes kein Zuckerschlecken war.

Panne im Sperrgebiet

In einem militärischen Sperrgebiet hatte Pfaff einen Platten. Ein Spanier kam mit einem Auto und redete wortgewaltig auf ihn ein. „Ich habe kein Wort verstanden“, sagt er. Letztlich reichte der Spanier ihm eine Dose Bier und besorgte ihm ein Taxi, das Klaus Pfaff in einen Radladen brachte.

Die drei wichtigsten Dinge auf der ganzen Fahrt waren für ihn: „Handy, Powerbank und Kreditkarte“. Dass dazu noch eine Riesenportion Kondition, Willensstärke und Abenteuerlust gehört, lässt er aus Bescheidenheit weg.

Weitere Informationen

Hier geht es zum Blog von Klaus Pfaff
https://rad-abenteuer.jimdofree.com/