Topfeben ist Luxus und geht anders, aber eine Grobsanierung dieses landwirtschaftlichen Weges sei laut Stadtverwaltung beauftragt. Foto: Pfannes

Es bleibt spannend, wenn Wünsche nach idealen Bedingungen auf die Möglichkeiten der Gegenwart stoßen. Immerhin: Eine Lösung naht. Die Stadt Rottweil will nicht untätig bleiben.

Rottweil - Ein nicht unwahrscheinliches Szenario soll dieses moderne Problemfeld beschreiben. Der Outdoor-Freund besteigt bei der Ziegelhütte sein Zweirad. Ein Drahtesel, allein angetrieben mit der Beine Kraft. Das Ziel lautet Neufra.

Er sucht sich seinen Weg und fährt auf Nebenwegen Richtung Mittelstadt. Bereits hier wechseln sich idyllische Panoramablicke (das Neubaugebiet Spitalhöhe im Rücken) mit teils einfach strukturierten Wegen ab. Unterhalb der Hyères-Straße, nahe des Holdersbachs, wird der neue Skatepark von Rollbrett Rottweil erreicht, jedoch tunlichst vermieden, dort mit dem Mountainbike fahrerische Experimente zu riskieren. Der Untergrund holpert so schon genug.

Gewiss nicht leichtfertig darf die untere Heerstraße auf der Straße befahren werden. Es ist in gewisser Weise sportlich, an manchen Stellen mittig zwischen den parkenden Autos am Straßenrand und den flott entgegenkommenden kerzengerade entlangzufahren. Das Wort Rücksicht im Straßenverkehr ist hin und wieder ein rares Gut.

Eine kaputte Straße ist kaputt, schlimmer geht dann nimmer

Nach dem Passieren des Spielplatzes im Karolingerweg, dem Überqueren der Tuttlinger Straße und dem Schieben über den Pelagius­steg folgt ein Test der besonderen Art: eine Fahrt im trockenen Flussbett. Dieses Flussbett heißt an diesem Tag jedoch nicht Neckar, sondern Armlederstraße.

Hier bewahrheitet sich der Ausspruch eines Fachmanns: Eine kaputte Straße ist kaputt, schlimmer geht dann nimmer. Da die Materialien des Fahrrads diesem Rütteln und Schütteln standhalten, zeigt sich, dass das Zweirad durchaus stabil gebaut ist.

So geht es die Römerstraße entlang, um dann auf Höhe von Mahle in die Primtalstraße einzubiegen. Das nächste Zwischenziel lautet: Salinenmuseum Unteres Bohrhaus. Innerlich stellt sich der Freizeitaktivist nun – endlich – auf einen ebenen Untergrund ein, auf ein Dahingleiten, eine Fahrt wie auf einem Sofa. Hören will er nur das Pfeifen der Vögel und den Fahrtwind. Doch – ja – es bleibt ein frommer Wunsch.

Zwar ist die Aussicht prächtig, allein der landwirtschaftliche Weg hat eine eigene Struktur. Kurz: Er ist in einem schlechten Zustand. Beileibe keine Lindenstraße (die Sanierung hat begonnen), geschweige denn eine Armlederstraße (auch sie soll einmal an die Reihe kommen). Dies bestätigt die Mitteilung einiger Leser, die eine Verbesserung dieses "Radweges" anregen. Und bereits bei der Stadt angeregt haben.

Dort sind sie nicht auf taube Ohren gestoßen, wie ein Zuständiger für die Unterhaltung der städtischen Straßen und Wege sagt. Eine Grobsanierung sei beauftragt, allein ein genaues Datum noch nicht spruchreif.

Finanzielle Möglichkeiten

Versehen mit diesem Rückenwind, lässt sich mit einem guten Gefühl das Viadukt, welches zum Teil weiterhin inoffiziell bei der "Unterführung" Aquäduktcharakter hat, passieren. Nun geht es flotten Trittes Richtung Neufraer Straße. Und dort weiter nach Südosten. Neufra naht.

Im Kopf bleiben so manche Anmerkungen zu Radfahrern, E-Bike-Fahrer inbegriffen, die im Gespräch gefallen sind. Zwar wird ihnen nicht unbedingt in Rottweil ein ideales Radwegenetz serviert – da fehlt schon noch einiges; wie bei den Straßensanierungen hat die Gemeinde auch hier nur gewisse finanzielle Möglichkeiten –, doch das Verhalten einiger Angehöriger dieser Species ist durchaus verbesserungswürdig.

Davon können Fußgänger ein Lied singen. Radfahrer hätten auf Gehwegen keine Vorfahrt. Eigentlich dürften sie auf diesen gar nicht fahren, es sei denn, jene seien als Radwege ausgezeichnet.

Außerdem bereitet es viel mehr Freude, das Gebot der Rücksichtnahme nicht zu vergessen. Das Lächeln eines Fußgängers beim Langsam-Vorbeifahren, der mit seinem Hund um die Ecke biegt, tut einfach gut.