Emanuel Buchmann fuhr auf der Baar einen sehr souveränen Sieg heraus. Foto: Bernd Weißbrod

Der Ravensburger wird zum zweiten Mal deutscher Straßenmeister. Bora-hansgrohe-Team führt mit dem Rottweiler Jonas Koch klar Regie. Jan Hugger hat viel Pech.

Der frühere Tour-de-France-Vierte Emanuel Buchmann hat bei traumhaften und sehr warmen Bedingungen in Bad Dürrheim zum zweiten Mal die deutsche Straßenradmeisterschaft gewonnen.

 

Topfit für die Tour de France

Gut eine Woche vor dem Beginn der Frankreich-Rundfahrt zeigte sich der 30-Jährige vom deutschen Team Bora-hansgrohe in einer starken Verfassung. Am Sonntag siegte der Kletterspezialist auf den 215 Kilometern zwischen Donaueschingen und Bad Dürrheim nach einer souveränen Solo-Fahrt über mehr als 70 Kilometer vor seinen Bora-hansgrohe-Teamkollegen Nico Denz und Maximilian Schachmann.

2015 hatte Buchmann erstmals den deutschen Meistertitel gewonnen. Seine beste Phase hatte der Ravensburger dann vier Jahre später, als er bei der Tour Vierter wurde. Im Jahr darauf holte er bei der spanischen Mallorca-Challenge seinen bislang letzten Profisieg. Seitdem lief nicht mehr allzu viel zusammen, immer wieder wurde er von Stürzen, Krankheiten und Corona-Auszeiten zurückgeworfen.

Der anspruchsvolle und vor allem für Sprinter nicht attraktive Parcours von Donaueschingen nach Bad Dürrheim führte die Radprofis in einem munteren Auf und Ab mit leichten Anstiegen durch die Baar.

Jonas Koch hat Geburtstag

Buchmann setzte sich in einer kleinen Spitzengruppe erst mit Teamkollege und Geburtstagskind Jonas Koch (Rottweil, am Ende auf Rang 31) zum Ende der zweiten Runde ab, ehe er rund 70 Kilometer vor dem Ziel als Solist loszog und einen souveränen DM-Triumph feierte.

Technischer Defekt bremst Jan Hugger aus

Lokalmatador Jan Hugger (Schwenningen/Team Lotto Kern-Haus), der mit großen Ambitionen in sein „Heimspiel“ gegangen war, erreichte nicht das Ziel. Bereits in der Anfangsphase hatte er einen technischen Defekt verzeichnet. „Die Aufholjagd hat dann viele Körner gekostet“, zeigte sich der 24-Jährige enttäuscht.

Liane Lippert verteidigte derweil ihren Titel als deutsche Straßenrad-Meisterin erfolgreich. Die 25-Jährige aus Friedrichshafen setzte sich am Samstag bei sehr warmen Temperaturen nach 135 Kilometern von Donaueschingen nach Bad Dürrheim als Solistin durch. Für die Vize-Europameisterin von 2021 ist es nach 2018 und dem Vorjahr der dritte nationale Meistertitel ihrer Karriere.

Das sagt die Siegerin

„Den Sieg solo zu holen, ist ganz besonders“, sagte Lippert im SWR: „Es ist ein Geschenk für meine Mama. Ihre Nerven sind nicht so gut, deswegen wollte ich es solo versuchen.“

Lipperts Vorsprung auf die zweitplatzierte Kathrin Hammes (Köln) betrug 1:07 Minuten, Romy Kasper (+1:13/Forst) komplettierte das Podium. Die aus Lörrach stammende und für Seerose Friedrichshafen startende Clara Koppenburg wurde Fünfte.

Lippert darf nach ihrem Triumph wie bei der Erstausgabe im vergangenen Jahr das begehrte Meistertrikot mit dem schwarz-rot-goldenen Brustring bei der Tour de France Femmes (23. bis 30. Juli) tragen, sofern sie erneut nominiert wird.

Großes Lob für die Organisatoren

Bundestrainer André Greipel lobte in seinem Fazit das Event in Bad Dürrheim, begleitet von vielen tausend Zuschauern: „Es ist großartig, was Rik und Kai Sauser hier auf die Beine gestellt haben. Es war top-organisiert. Ich denke, dass nicht wieder zehn Jahre vergehen, bis die nächste deutsche Meisterschaft hier stattfindet.“