Auch an diesem Parkscheinautomat am Freiburger Hauptfriedhof kann man via QR-Code zum Dienstleister gelangen. Doch auch hier gilt, den Code vor dem Scannen sorgfältig zu prüfen. Foto: Alexander Blessing

Die Freiburger Polizei warnt vor einer neuen Betrugsmasche mit QR-Codes. Betrüger versuchen beim Bezahlvorgang die Bankdaten der Kunden abzugreifen.

Oftmals bringt der technische Fortschritt durch eine schnellere und bequemere Abwicklung von Alltagssituationen einen großen Vorteil mit sich. Man benötigt kein Bargeld mehr oder kann bequem von zu Hause aus einkaufen. Aber, es lauern auch immer wieder gefahren und Betrüger versuchen aus der Bequemlichkeit der Menschen Profit zu schlagen. Eine weit verbreitete Betrugsmasche ist das „Phishing“ (abgeleitet vom englischen „fishing“): Betrüger greifen im Internet Zugangs- und Kontodaten mit gefälschten Mails und Webseiten ab, um sich zu bereichern.

 

Eine weitere Masche, mit der Betrüger versuchen, an Geld zu kommen, ist die „Stranded-Traveller“-Methode. Auch dort hat das Polizeipräsidium Freiburg einen Anstieg in den vergangenen Monaten festgestellt.

Die Freiburger Polizei warnt nun vor einer neuen Masche, die in letzter Zeit vermehrt auftritt: „Quishing“. Dabei handelt es sich um eine Betrugsmasche mit QR-Codes, die mit dem Handy abgelesen werden, um beispielsweise Parkgebühren bequem online und bargeldlos zu bezahlen.

Genaue Fallzahlen sind noch nicht bekannt

Noch werde das „Quishing“ unter den „sonstigen Betrugsarten“ erfasst, so Polizeisprecher Johannes Saiger in Freiburg auf Nachfrage unserer Redaktion. Deshalb könne man über genaue Fallzahlen derzeit nicht viel sagen. Aber die neue Masche liege offenbar im Trend: „Allein seit Samstag gingen beim Polizeipräsidium Freiburg über die Online-Wache 14 Fälle ein“, so Saiger. Die Schadenssumme reiche dabei bis in den vierstelligen Bereich.

Im vergangenen November habe man erstmals von der neuen Betrugsmasche gewarnt. Tatverdächtige habe man bisher aber nicht erwischen können. Trotzdem rät Saiger Autofahrern, die auf einen verdächtigen QR-Code an einem Parkscheinautomaten stoßen, Anzeige zu erstatten und den Dienstleister, der den Automaten betriebt, zu informieren.

Noch keine Fälle an Parkautomaten

Die aktuellen Freiburger Fälle seien allerdings nicht an Parkuhren oder Parkautomaten passiert, sondern auf Verkaufsplattformen im Internet, so Johannes Saiger weiter. Denn auch dort wird mittlerweile „gequisht“, wie der Polizeibeamte erklärt. Es gebe zwei Varianten: Gefälschte Verkaufsangebote, bei denen das Betrugsopfer mittels eines QR-Codes bezahlen soll. Und betrügerische Käufer, die einem Verkäufer einen QR-Code schicken, mit dem sie – angeblich – etwas bezahlen wollen. In beiden Fällen geht es den Tätern darum, Konto- oder Kreditkartendaten zu erhalten, indem sie ihre Opfer auf gefälschte, aber echt aussehende Bezahldienst- oder Kontoseiten lotsen.

Saiger rät daher zur Vorsicht bei der Verwendung von QR-Codes: „Die Polizei rät, beim Scannen von QR-Codes stets besondere Vorsicht walten zu lassen.“ Verbraucher sollten vor Online-Geschäften genau nachschauen, welche Daten beim Bezahlen von ihnen verlangt werden und im Zweifelsfall lieber direkt die App des jeweiligen Zahlungsanbieters benutzen.

Bei aufgeklebten QR-Codes müsse man sich immer fragen, ob man eine nachträglich angebrachte Fälschung vor sich habe. Gelangt man auf irgendwelche Kontoseiten via QR-Code, sollte man zudem den Seitennamen (die „URL“) auf seine Echtheit hin anschauen. Generell gelte das Motto, wenn einem ein QR-Code merkwürdig erscheine: „Im Zweifel nicht scannen“, rät Polizeisprecher Saiger. So könne man sich viel Ärger ersparen.