Eine Leserin äußert sich zu den Vorgängen in der SPD im Kreis Calw. Foto: Schwarzwälder Bote

Zur Absicht von Mitgliedern der SPD im Landkreis Calw, ihre Kreisvorsitzende Daniela Steinrode abzusetzen, schrieb uns unsere Leserin Barbara Münchau aus Nagold ihre Meinung.

Man muss nicht SPD-Mitglied sein, um die zum Teil öffentliche Vorgehensweise seit der Nominierung von Daniela Steinrode zu entlarven: Hier wird meiner Meinung nach von Menschen, die demokratisch gewählte Mehrheiten nicht akzeptieren können, wenn sie selbst unterlegen sind, der Frust über die eigene Niederlage abreagiert.

 

Steinrodes engagierter, zeitaufwendiger Wahlkampf wurde durch 9,8 Prozent, in manchen Wahlbezirken sogar mit bis zu 26 Prozent der Erststimmen honoriert, doch anstatt sich mit ihr und für die SPD über ihren Erfolg zu freuen und die Gründe für den Absturz der Gesamt-Partei zu überdenken, machen die Unterzeichner ihr das Leben schwer mit unfassbar unfairen Mobbing- und Neidmethoden. Sollte sie etwa zusätzlich noch die Aufgaben des gewählten Schriftführers und des Kassierers übernehmen? Auch sie hat nur 24 Stunden am Tag zur Verfügung!

Beide Seiten ansehen

Anstatt zeitnah Kritikpunkte intern miteinander zu klären und anständig miteinander umzugehen, wird minuziös jede Kleinigkeit gegen die Rivalin gesammelt. Haben sich die Unterzeichner eigentlich beide Seiten angesehen und überdacht, bevor sie unterschrieben haben?

Man kommt zwangsläufig zu dem Schluss, dass es diesen 25 Mitgliedern nicht um die Rettung der Partei, sondern mit dieser Neidkampagne nur um sie selbst geht. Dafür nehmen sie wissentlich in Kauf, ihrer Partei Schaden zuzufügen, der allgemeinen Politikverdrossenheit Vorschub zu leisten und die ratlose Wählerschaft in die Arme der AfD zu treiben. Soll etwa diese Art des Umgangs der Partei wieder auf die Beine helfen? Wer ist es also, der die Partei spaltet??!!

Und dann fragt man sich irgendwann: Wo bleibt denn eigentlich die ehemalige Parteivorsitzende und Bundestagabgeordnete Saskia Esken, während sich ihre Partei gerade selbst zerlegt? In anderen Parteien wird bei Querelen auch mal von Ehemaligen ein Machtwort gesprochen. Wurde stattdessen der Ehemann ins Rennen geschickt, damit man nicht die eigene Gesinnung preisgibt?

Wer immer diesen Krieg mit vermeintlich guten Absichten angezettelt hat, hat der Partei damit eher einen Bärendienst erwiesen!

Barbara Münchau, Nagold

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