Margot Pallaks und Hans-Ulrich Wößner sind als Quereinsteiger zur Bruderhausdiakonie gekommen. Foto: Wolf

Von der Fleischeierfachverkäuferin zur Hauswirtschafterin der, vom Banker zum Chef der regionalen Immobilien- und Liegenschaftsverwaltung: So haben Margot Pallaks und Hans-Ulrich Wößner zur Bruderhausdiakonie gefunden.

Für Hans-Ulrich Wößner, der vor seiner Laufbahn als Bankfachwirt bereits in der Landwirtschaft, als Maschinenbediener und Lastwagenfahrer gearbeitet hat und sich schon 25 Jahre lang ehrenamtlich für Menschen mit Handicap engagiert, ist seine jetzige Tätigkeit ein wichtiger und persönlich wertvoller Schritt in seinem Arbeitsleben.

 

Neuanfang mit 55 Jahren

Margot Pallaks, die ebenfalls ehrenamtliche Erfahrungen im Bruderhaus gesammelt hatte, wollte zunächst einmal nur testen, ob für sie ein beruflicher Neuanfang auch im Alter von 55 Jahren noch möglich ist.

Bei einem Tag der offenen Tür beim Bruderhaus in Fluorn-Winzeln habe sie festgestellt, dass eine Tätigkeit im hauswirtschaftlichen Bereich für sie gut in Frage käme.

Die Fleischeierfachverkäuferin bewarb sich auf eine Stelle als Hauswirtschafterin bei der Werkstatt, absolvierte einen zweitägigen Probelauf und kündigte bei ihrem Arbeitgeber. „Mein Chef war geschockt. Ich wollte aber einfach nochmal etwas anderes machen“, erzählt sie.

Enorme Herausforderung

Ihre Tätigkeit umfasst die komplette Bandbreite hauswirtschaftlicher Arbeiten vom Putzen über die Verantwortung für die Wäsche und die Küche bis hin zur Organisation von Festen und zum Austarieren, was die Mitarbeiter der Werkstatt in diesem Bereich selbst machen können.

„Am Anfang war das für mich eine enorme Herausforderung. Man will ja im Umgang mit Menschen mit Handicap nichts falsch machen“, betont Pallaks. „Wir haben aber ein super Mitarbeiterteam, in dem der eine für den anderen da ist und ihn unterstützt.“ Wenn sie einmal innerlich an seine Grenzen komme, erhalte sie positive Unterstützung.

Auf Augenhöhe begegnen

Aus Pallaks Sicht ist es wichtig, alle Klienten gleich zu behandeln und ihnen auf Augenhöhe zu begegnen. Besonders schätzt sie an ihrer Tätigkeit, dass sie sich mit eigenen Ideen kreativ einbringen kann.

„Margot Pallaks ist nicht mehr aus dem Werkstatt-Team wegzudenken. Das ist eine Truppe, die miteinander kommuniziert, die bestens funktioniert“, lobt Iris Wößner, Fachbereichsleitung Arbeit und berufliche Bildung und Jugendhilfe.

Für Immobilien zuständig

Hans-Ulrich Wößner war zuletzt 32 Jahre lang Bankfachwirt. Seit zwei Jahren ist er bei der Bruderhausdiakonie in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg für Immobilien und Liegenschaften zuständig. „Ich verhandle mit Vermietern, arbeite Mietverträge aus. Die Akquise von Mietbeziehungsweise auch Kaufobjekten gehört ebenso zu meinem Tätigkeitsbereich wie das Ausloten von Möglichkeiten, die Kosten im Rahmen zu halten“, erklärt Wößner.

Nachhaltigkeit vorantreiben

Ein umfassendes und wichtiges Thema sei für ihn, die Nachhaltigkeit bei den Immobilien und Liegenschaften voranzutreiben. „So befasse ich mich zum Beispiel mit dem Aufbau der E-Mobilität und der Ladeinfrastruktur sowie mit dem Umwelt- und Energiemanagement unter anderem mit der Nutzung von Photovoltaik- und Biogastechnologie“, bekräftigt Wößner.

„Meine Tätigkeit ist sehr vielseitig und macht viel Spaß. Man muss gezielt an den jeweiligen Aufgabenbereich herangehen. Das sind häufig komplexe Prozesse“, unterstreicht Wößner. Die besondere Klientel der Bruderhausdiakonie benötige auch eine entsprechend der Anforderungen besondere Ausstattung, „wobei ich natürlich immer die Finanzen im Blick haben muss“.

Margot Pallaks und Hans-Ulrich Wößner sehen ihren beruflichen Wechsel als Quereinsteiger als eine persönliche Bereicherung an.