Gemeinde: Förderprogramm "Quartiersimpulse" endet / Rückblick auf Projekt mit Perspektiven im Alter

Gutes Leben und Wohnen im Alter wurde zum Pilotprojekt des Ortsteils Irslingen. Nach Beantragung von Förderungen und Bürgerbefragungen entstand ein eigener Bürgerverein, der die Bestrebungen umsetzen wird.

Dietingen-Irslingen. Auf der Tagesordnung der ersten öffentlichen Ortschaftsratssitzung in diesem Jahr, zu der der Ortsteil Irslingen am Montagabend eingeladen hatte, stand ein Rückblick des Förderprogramms "Quartiersimpulse". Zuvor hätten zwar schon einige Online-Sitzungen des Rates stattgefunden, aber es sei einfach "viel schöner vor Ort sein zu können", begrüßte Ortsvorsteher Klaus Häsler die Anwesenden.

Kooperation zwischen Kirche und Ortschaftsrat

Ein großer Wunsch sei vor einigen Jahren in Erfüllung gegangen, wie der Ortsvorsteher berichtete. Im September 2015 habe man es zum ersten Mal geschafft, eine gemeinsame Sitzung zwischen Ortschaftsrat und dem katholischen Kirchengemeinderat zu veranstalten. Das große Thema, über das diskutiert wurde: "Wie kann man auf die älter werdende Gesellschaft eingehen?". Um dies umsetzen zu können, zog man einen Fachberater und -begleitung für Gemeinden und Bürgerbeteiligungsprozesse hinzu. Über private Kontakte konnte Peter Beck für das Projekt gewonnen werden.

Auf einer Klausurtagung im November nahmen die Themen Gestalt an. Klar war, dass die Bevölkerung mit ins Boot geholt werden soll. Dabei gehe es vor allem um die Frage: "Wie wollen wir alt werden?". Gemeinsam wurde ein Seniorenkonzept erarbeitet, das älteren Menschen ein würdevolles Altern in gewohnter Umgebung ermöglichen soll. Im März 2017 wurde das Projekt dann den Gremien vorgestellt und beschlossen, es gemeinsam zu stemmen. "Wir wussten zwar noch nicht, was da alles auf uns zukommen wird, aber wir waren uns sicher dieses Projekt stemmen zu wollen", so Häsler. Und so konnte am 15. März 2018 zur einer Auftaktveranstaltung eingeladen werden. Regina Lino Roeßle vom Kirchengemeinderat berichtete weiter, dass es ein Anliegen war zu zeigen, "dieses Projekt ist nicht nur für Senioren wichtig". Es entstanden Bürgertische, an denen sich 40 bis 50 Ortsansässige beteiligten. Beck, der die Gemeinde beriet und schon einige Erfahrung hat wie man eine Kommune altersgerecht einrichtet, schlug vor, eine Bürgerbefragung durchzuführen. Da eine solche Befragung einiges koste, hatte man sich dazu entschlossen, wie Roeßle berichtet, einen Förderantrag zu stellen. Mit Erfolg: 45 120 Euro wurden bewilligt, wobei zu beachten sei, dass die Gemeinde 20 Prozent beisteuern müsse. Mithilfe des genehmigten Förderantrags durch das Programm "Quartiersimpulse" des Landes Baden-Württemberg und der Allianz für Beteiligung. konnten Teile des Projekts realisiert werden. Diese Förderung laufe diesen Monat nun aus, wie Ortsvorsteher Häsler an der Ortschaftsratssitzung bekannt gibt.

120 Mitglieder können verzeichnet werden

Bei den Bestrebungen, das Leben im Alter in Irslingen besser zu gestalten, wurde im September 2020 ein Verein gegründet, der sich genau dieser Aufgabe annehmen will. Doch auch Corona schränkt nun den Verein ein. "Die Ideen sind da und wir sind dran", versichert Roeßle, die auch zum Vorstand des Vereins gehört. Mittlerweile kann der Verein 120 Mitglieder verzeichnen. Es wird weiter an Projekten gearbeitet und man sei stolz, schon so weit gekommen zu sein, waren sich alle Verantwortlichen einig. Seit Beginn des Vorhabens konnten Seniorenbänke gestellt werden, und ein Ansässiger bietet an das Grüngut der Anwohner zur Grüngut-Deponie zu fahren.

"Wir haben gezeigt, dass es geht", erklärte Häsler stolz, und so wurde es zu einem Pilotprojekt für andere Gemeinden. Und auch Bürgermeister Frank Scholz lobte das Projekt. "Es ist etwas Bleibendes entstanden."

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