Die Bewohner der Siedlung Falkenfeld feierten deren 100-jähriges Bestehen. Rudolf Müller (rechts) gratulierte für die Stadtverwaltung. Foto: Schwark

Seit 100 Jahren gibt es die Siedlung Falkenfeld in Freudenstadt. 22 Familien feierten gebührend dieses Jubiläum in der Schwanenstraße.

Freudenstadt - Bereits seit 2009 gab es Feiern in der Siedlung im zweijährigen Rhythmus. Dafür hatten die Familien Sevim, Meyer, Graf und Höfler die Organisation übernommen. Mit Unterstützung von Familie Klumpp und Heidi Schroth hatte man nun die Feier zum 100-jährigen Bestehen vorbereitet.

Der Leiter des Amts für Stadtentwicklung, Rudolf Müller, übermittelte die Grüße der Stadt. Die Altvorderen, die, die Siedlung 1921 gründeten, hätten viel Köpfchen gehabt, betonte er. Mit der Musterwohnsiedlung, die zwischen 1921 und 1923 von Architekt Ludwig Scharff aus Freudenstadt für die Siedlergemeinschaft errichtet wurde, habe ein Teil der Bevölkerung drei Jahre nach dem Ersten Weltkrieg wieder eine Heimat gefunden. Mit den angeschlossenen Gärten sei auch die Selbstversorgung vor 100 Jahren gelungen.

2003 wurde die Siedlung Falkenfeld unter Denkmalschutz gestellt. Für Müller ist sie ein historisches Element in der Stadt. Der Leiter des Amts für Stadtentwicklung erinnerte auch an die menschlichen Schicksale des Zweiten Weltkriegs. Gemeinsam habe man nach dieser schweren Zeit wieder den Weg in die Zukunft gefunden.

Heute wird die Siedlung von jungen Familien mit Kindern als auch rüstigen Senioren bewohnt. Müller schätzte eine über Generationen gewachsene Gemeinschaft. Er zeigte sich froh, dass es so eine solche Siedlung mit Gemeinschaftssinn mitten in der Stadt gebe.

Fakten und Bilderin einem Buch

Mitgastgeber Thomas Meyer begrüßte Gäste und Nachbarn der Siedlung Falkenfeld. Mit einem kleinen Quiz tauchte er in die Stadtgeschichte ein. So konnte man zum Beispiel 1921 ein Einfamilienhaus für 60.000 bis 80.000 Mark erwerben. Viele interessante Fakten und Bilder hat Heidi Schroth in ihrem Buch "100 Jahre Siedlung Falkenfeld" zusammengestellt. Gestaltet wurde es von Jutta Meyer. Gedacht ist das Buch für die Bewohner der Siedlung. Ein Exemplar erhält zudem das Stadtarchiv. Viel Lob erhielt ein auf Holz eingebranntes Logo der Siedlung.

Mit einem vergnüglichen Vortrag tauchten Rose Eber­hardt und Heidi Schroth in historischer Kleidung nochmals in die Geschichte der Siedlung ein. Dafür erhielten sie viel Applaus. Spürbar war bei der Feier das gute Miteinander der Bewohner. Auch heute noch können sie sich über viel Natur freuen, und die Stadt ist zu Fuß in fünf Minuten erreichbar. Die Schulen sind um die Ecke und im Garten hat zur Freude des Nachwuchses auch die Tierwelt eine Heimat.

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