Quartier 4 in der Färberstraße 17 in Villingen: Das sind (von links) Bianca Rosenauer, Benni Bossert, Erol Karaosmanoglu, Maria Schmidke und Werner Engesser. Foto: Eva-Maria Huber

Wie könnten die idealen Kunden aussehen, die aus dem Quartier 4 in der Färberstraße 17 kommen? Sie tragen einen betörenden Duft, am Finger einen Ring mit einem schwarzen Turmalin, um die Schulter hängt eine Tasche mit floralem Design, in dem ein Foto steckt mit hippen Schwarzwald-Motiven.

Quartier 4 und das mitten in der historischen Innenstadt: „Der Name sollte ein wenig an einen Berliner Schuppen um die Ecke erinnern“, so Benni Bossert zum neuen Concept-Store in der Färberstraße.

 

Die 4 steht für vier verschiedene Konzepte, die sich perfekt ergänzen sollen: Vier verschiedene Kunsthandwerker und Künstler aus der Region, die mit Schmuck, Taschen, Fotos und Parfüm den Laden wuppen wollen.

Wie lange das Quartier 4 aufhaben wird, das kann selbst Bossert im Gespräch mit unserer Redaktion nicht sagen. „Wir können so lange drin bleiben, bis der Eigentümer einen Nachmieter gefunden hat.“ Das können sechs Wochen und damit die übliche Pop-Up-Store-Zeitspanne sein, aber auch ein halbes Jahr, „vielleicht bleiben wir auch deutlich länger drin, wenn es richtig gut anläuft“.

Selbst designt

Die Vier machen nicht zum ersten Mal gemeinsame Sache. Bereits im Sommer starteten sie ihre Laden-Karriere mit einem Pop-Up-Store in der Karlstraße in Donaueschingen.

Wer Maria Schmidke fragt, mit welchem Konzept sie an den Start geht, dann zeigt sie zunächst auf ihren Ringfinger und dann auf eine Vitrine mit Schmuck aus Edelsteinen, aus Turmalin, Amethyst oder Pyrit.

Sie betrachtet ihren glänzenden Turmalin an der Hand, auch den, erläutert sie, habe sie wie all die anderen schmückenden Hingucker selbst designt. „Jedes Teil ist ein Unikat“, fügt sie hinzu. Bisher hatte sie nur einen Onlineshop, unter dem Namen Soulfid Crystals“. Jetzt möchte es die junge Schmuckdesignerin auch offline wissen.

Experiment wagen

Ein paar Meter und direkt neben der gläsernen Eingangstüre hängt Bianca Rosenauer ihre selbst genähten Taschen auf, die durch ein dezentes florales Design auffallen. Früher eher auf Kunsthandwerkermärkten unterwegs, wollte sie nun auch das Experiment Concept-Store wagen und so präsentiert sie neben ihren Taschen, noch andere selbstgenähte Sachen wie Tischsets oder auch Kissen. Ein Hingucker ist ihre Tasche mit der Skyline von Villingen, das scherenschnittartige Motiv wurde von Fotograf Thomas Herzog-Singer speziell für das Concept-Store-Projekt entworfen.

Moderner Schwarzwald

Benni Bossert und Werner Engesser haben sich einem ganz anderen Genre verschrieben. Die beiden sind Teil der Gruppe 4Kai, die sich im November gegründet hat und einen Onlineshop betreiben. Neben Bossert und Engesser gehören auch Salvatore De Felice und Justin Bossert dazu. Was 4Kai ausmacht, widerspiegelt sich auch in den gezeigten Uhren und Fotos im Quartier 4: die Leidenschaft zur Kunst und die Liebe zur Region.

„Wir möchten den Schwarzwald in die Moderne rüberbringen“, lassen Benni Bossert und Werner Engesser die Blicke über hippe Kühe, Rehe und Füchse gleiten. Dazu kommen noch Figuren im Streetart-Stil und allgemeine Dekoartikel. Dazwischen hängen Bilder von Thomas Herzog-Singer, der den Steampunk mit Schwarzwald-Motiven kombiniert.

Kleine Fläschchen mit Schwarzwaldmotiven sind es, die die Kreativität von Erol Karaosmanoglu zeigen. Natürlich riechen seine Eigenkreationen intensiv nach Wald, nach Schwarzwald. Also Augen zu, und nur die Nasensensoren aktivieren: Auf dem Etikett prangen nicht nur stylish Schwarzwälder und Schwarzwälderin: Es riecht auch irgendwie nach Moos und Tannennadeln, holzig, erdig. „Mein Lieblingsduft ist ja auch Amber.“ Neben Eigenkreationen bietet Karaosmanoglu auch Duftzwillinge an, Nachbauten bekannter Parfüms ohne Namen und Verpackung. Produziert wird in Rheinland-Pfalz, bei einem Freund in Kaiserslautern.

Da die Köpfe hinter Quartier 4 alle berufstätig sind, gelten auch etwas andere Ladenöffnungszeiten. Freitag: von 16 bis 19 Uhr und am Samstag von 10 bis 15 Uhr. Öffnungszeiten sind auch nach Absprache möglich.