Eine Agri-Freiflächen-PV-Anlage soll in der Nähe der Bundesstraße 33 gebaut werden. Doch der Standort ist umstritten.
Derzeit werden landauf landab Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen (PV) geplant und gebaut. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Energiewende, und ihr Bau wird von der Landesregierung ausdrücklich gewünscht und unterstützt.
Trotzdem sind sie besonders in den Kommunen nicht immer unumstritten – auch nicht in St. Georgen, wie die jüngste Sitzung des Technischen Ausschusses (TA) des Gemeinderats zeigte. Dabei ging es um den Bauantrag zur Errichtung einer Agri-PV-Freiflächenanlage mit Trafostation im Gewann Sommerberg in Peterzell.
Anlagen dieser Art erlaubten es, zusätzlich zur Energiegewinnung die betreffende Fläche weiterhin auch landwirtschaftlich nutzen zu können. Allerdings können die dort zu erwartenden Stromerträge gegenüber herkömmlichen Freiflächen-PV etwas geringer ausfallen.
Anlage 2,5 Hektar groß
Laut Sitzungsvorlage beträgt die Größe der Fläche für diese Anlage 2,5 Hektar. Es sollen 2350 Module mit einer Gesamtleistung von 987 Kilowatt-Peak verbaut werden. Die Module sollen senkrecht in 31 Reihen installiert werden – bei einem Abstand von acht Metern zwischen den jeweiligen Reihen. Dadurch wird eine landwirtschaftliche Bewirtschaftung sichergestellt.
Stadtbaumeister Alexander Tröndle erläuterte weitere Details zum Vorhaben. So etwa seien bei der Planung die in der Nähe ausgewiesenen Biotope „geschickt umgangen“ worden. Wenn die Anlage rechtlich zulässig sei, nütze auch eine Ablehnung in den Gremien vor Ort nichts, machte Tröndle deutlich. Peterzells Ortsvorsteher Klaus Lauble sagte, dass der Ortskern von dieser Anlage nicht direkt betroffen sei. Allerdings sei der Anblick für die Touristen, die in Ferienwohnungen im Ursprung wohnten, möglicherweise nicht so erfreulich.
Subventionierung kritisch betrachtet
Auch Markus Schwarzwälder (CDU) meinte, „schön ist so eine Anlage nicht.“ Er monierte auch die Subventionierung derartiger Formen der Energieerzeugung und bekam prompt Kontra von Georg Wentz (FDP) und Guido Santalucia (SPD): Auch andere Energieformen – gerade auch die Kernenergie – würden mit teilweise erheblichen öffentlichen finanziellen Mitteln gestützt.
Wentz sprach sich nicht grundsätzlich gegen die Freiflächen-PV aus, „aber bitte nicht an diesem Standort.“ Auch Santalucia sähe PV-Anlagen lieber beispielsweise auf Dächern oder auf Parkplätzen anstatt auf landwirtschaftlichen Flächen. Hartmut Breithaupt (grüne Liste), sagte, er betrachte das Vorhaben nach Abwägung aller Aspekte positiv.
Fünf Ja- und drei Neinstimmen
Laut Bürgermeister Michael Rieger geht es bei solchen Investitionen letztlich ums Geldverdienen. Aufgabe der Stadt sei es, hier Abwägungen zu treffen. Der TA erteilte schließlich dem Bauantrag bei fünf Ja- und drei Neinstimmen sein Einvernehmen, allerdings vorbehaltlich der baurechtlichen Genehmigung.