So richtig glücklich waren die Balinger Spieler nach dem Unentschieden zwar nicht. Im Kampf um den Aufstieg blieb der Punktverlust jedoch ohne Folgen. Foto: IMAGO/Eibner//Andreas Ulmer

Die Siegesserie des HBW Balingen-Weilstetten ist gegen Dormagen zwar gerissen – dennoch war der Punkt am Ende sogar ein weiterer Schritt in Richtung erste Bundesliga.

Fast zwei Saisons lang ist Matti Flohr nun Cheftrainer des HBW Balingen-Weilstetten, von 2022 bis 2024 stand er zudem beim TSV Bayer Dormagen in der zweiten Bundesliga an der Seitenlinie. Man darf also davon ausgehen, dass Flohr in dieser Zeit einige Spiele im deutschen Handball-Unterhaus erlebt hat – live und auf dem Bildschirm.

 

Und doch war die Partie am Sonntag – ausgerechnet gegen seinen Ex-Club Dormagen eine besondere. „Für mich war es eines der besten Zweitligaspiele, die ich bisher – auch in Videoanalysen – gesehen habe“, sagte der Balinger Coach nach dem leistungsgerechten 32:32-Unentschieden.

Und auch wenn die Balinger damit erstmals nach zuvor elf Siegen in Serie einen Punkt liegen ließen, machten sie damit einen weiteren Schritt in Richtung Erstliga-Aufstieg. Denn bereits am Freitag hatte Abstiegskandidat HSG Krefeld überraschend gegen Dresden, den schärfsten Verfolger des HBW, gewonnen. Ein Balinger Sieg gegen Dormagen hätte angesichts der deutlich besseren Tordifferenz (155 zu 98) einen halben Matchball gebracht.

Die Bundesliga ist für den HBW zum Greifen nah

Doch es kam anders, Dormagen entführte einen verdienten Punkt von der Alb – und Balingen ist auf Schützenhilfe angewiesen, um bereits am kommenden Spieltag das Ticket für die erste Bundesliga zu buchen. Dass die „Gallier“ bald in die stärkste Liga der Welt zurückkehren, daran gibt es eigentlich kaum noch Zweifel. Zu konstant präsentiert sich der HBW in der Rückrunde, fünf Punkte Vorsprung bei noch vier verbliebenen Spielen bedeuten einen komfortablen Vorsprung im Kampf um den Aufstieg.

Das ist das Restprogramm der Balinger

Allerdings: Das Balinger Restprogramm ist tückisch. Neben Krefeld, das gegen Dresden zeigten, wozu es im Stande ist, warten der Tabellenfünfte aus Hagen und der Dessau-Roßlauer HV 06 als Siebter auf den HBW. Außerdem kommt es am letzten Spieltag in eigener Halle zum potenziellen Meisterschafts-Show-down gegen die SG BBM Bietigheim.

Ein Aufsteiger kann schon am Wochenende feststehen

Der Tabellenführer hat nach dem Wochenende nun zwei Punkte Vorsprung auf den Verfolger aus Balingen – mit einem Sieg gegen den schon als Absteiger feststehenden HC Oppenweiler/Backnang kann die SG die direkte Rückkehr in Liga eins klar machen. Anders als die Sieben von Matti Flohr müssen die Bietigheimer dabei nicht auf Schützenhilfe hoffen. Die HBW-Auswärtspartie in Krefeld am Sonntag wird nur dann zum Matchball, wenn Dresden am Freitag in Hüttenberg erneut patzt.

Die Balinger jedoch dürften sich vor allem auf ihre eigenen Spiele konzentrieren. Denn vier Punkte aus vier Spielen würden dem HBW reichen, um ganz sicher zu sein – ungeachtet der Ergebnisse der Konkurrenz. „Trotz des Punktverlusts war es für die Balinger ein Schritt nach vorne“, heißt es daher auch im vereinseigenen Spielbericht.