Mehr als 800 Zuschauern waren an der Dammenmühle und der SCL nutzte die Bühne zum Sieg gegen den FC Teningen. Platzverweise und ein Treffer standen zur Debatte.
Verbandsliga: SC Lahr - FC Teningen 2:1 (1:0). Dem Duell des Tabellenzweiten gegen den Primus war lange entgegengefiebert worden – und zumindest eine Mannschaft erfüllte am Samstag die hohen Erwartungen. Die Lahrer waren in der ersten Halbzeit das klar bessere Team. Zwar musste die Mannschaft von Trainer Sascha Schröder im zweiten Spielabschnitt die ein oder andere gute Gelegenheit der Gäste zulassen, belohnte sich allerdings zumindest einmal bei einem der häufigen Konter.
Beide Trainer waren sich in ihrer Betrachtung der Geschehnisse nach Spielschluss weitestgehend einig. „Das Lahrer 2:0 fällt aus einer Abseitsstellung heraus. Zudem hätte der Lahrer Jannis Kalt wenige Minuten zuvor mit Gelb-Rot vom Platz gemusst. Allerdings muss ich auch zugeben, dass Maximilian Resch bei uns auch einen Platzverweis kassieren hätte können“, monierte Teningens Trainer Rainer Hannig. Sascha Schröder, Coach der Lahrer, bestätigte diese Sichtweise. „Ich sehe auch eine Abseitsstellung und bei beiden gelb-roten Karten bin ich auch bei Rainer. In der ersten Halbzeit haben wir Teningen immer wieder mit Nadelstichen in der Balleroberung wehgetan. Wir sind stolz, gegen einen richtig guten Gegner heute, auch ersatzgeschwächt, gewonnen zu haben. Es war ein super Spiel bei einer tollen Atmosphäre. Wir sind jetzt auf Augenhöhe“, hielt er fest.
Zur diskutierten Abseitsstellung ist auf den Video-Aufnahmen des Spiels zu sehen, dass das Schiedsrichtergespann bei der Bewertung des entscheidenden 2:0 durch Moritz Bandle richtig lag. Weder der Passgeber noch Bandle, der sich bei der Vorlage zudem hinter dem Ball befand, standen nach Ansicht der Bilder im strafbaren Bereich.
Beim Führungstor der Lahrer gab es nach 26. Minuten gar keinen Diskussionsbedarf. Larsen Naletilic legte die Kugel vom linken Strafraumeck flach in die Mitte, wo Kevin Gießler eingelaufen war. Dieser schloss direkt ab und der Ball sprang von der Unterkante der Latte über die Linie.
Kurzpassspiel kreiert immer wieder Lösungen von engen Situationen
Zu dem Zeitpunkt hatte Lahr der Teninger Offensive in den ersten Minuten mit wichtigen gewonnenen Zweikämpfen die Fahrt genommen. Bandle und Naletilic hatten erste Abschlüsse, die aus aussichtsreicher Position allerdings klar drüber gingen. Bis zur Mittellinie ließ Schröders Team den Gegner kommen, attackierte dort allerdings zumeist erfolgreich. Das Lahrer Spiel war auf präzise kurze Bälle ausgelegt und bot immer wieder Lösungen in engen Situationen. Teningen wählte häufig den langen Ball und fand keinen Abnehmer. Erst nach 15 Minuten kamen die Gäste zum ersten Abschluss, doch der Kopfball von Joel Thoma am langen Pfosten ging knapp vorbei. SCL-Schlussmann Jona Leptig musste in der ersten Hälfte nur ein Mal eingreifen, als er mit einem zentralen Abschluss keine Probleme hatte.
Als die Lahrer Auswechselspieler zu Beginn der zweiten Halbzeit zum Aufwärmen schritten, zog sich auch Konstantin Fries ein Leibchen an. Der Lahrer Flügelstürmer hatte am Dienstag voll mittrainiert, am Donnerstag aber wieder eine Einschränkung im Oberschenkel gespürt. Daher blieb der Lahrer Kapitän, wie gegen Hausen, auch diesmal auf der Bank und Sören Zehnle trug die Binde. Dennis Häußermann kam allerdings ab der 53. Minute ins Spiel und damit wie geplant wieder zu einigen Einsatzminuten.
Zu Beginn des zweiten Spielabschnitts kam es zur bislang größten Teninger Gelegenheit, als Leptig einen direkt aufs Tor geschossenen Eckball gerade noch so über die Latte lenkte. Kurz danach sorgte ein Foul von Leon Bross an dem Teninger Niklas Froß für Frust auf der Gästebank. Bross sah für sein hartes Einsteigen, durch das der Gegenspieler verletzt rausmusste, nicht einmal die gelbe Karte. „Er stempelt ihn richtig“, gab Schröder zu.
Konter werden durch viele Abseitsstellungen häufig keine Gefahr
In der Minuten danach war vor den Toren weniger los. Teningen baute das Spiel nun allerdings geduldiger auf und Lahr fand weniger Entlastung. Nach dem Treffer zum 2:0 musste Leptig im Eins-gegen-Eins mit dem Fuß klären und Teningen bekam in der Schlussphase noch einige Freistöße in gefährlichen Positionen. Nach einem langen Einwurf gelang Maurice Berger im Strafraum-Gewühl sogar noch der Anschlusstreffer. Da aber nur noch wenige Sekunden zu spielen waren, kam das Tor für eine Schlussoffensive der Gäste deutlich zu spät. „Wir können einfach nicht zu Null spielen“, merkte Schröder zu der Szene lächelnd an. „In einige Situationen spielen wir die Gegenangriffe in der zweiten Halbzeit zu unüberlegt aus und stehen mit Keita und Schumacher zu häufig im Abseits. So clever sind wir dann doch noch nicht“, fand der SCL-Coach auch kritische Ansätze.
SC Lahr: Leptig; Stopp, Sö. Zehnle, Naletilic (68. Lehmann), Gießler (53. Häußermann), Bandle, Bross (86. Keita), Allgaier, Kalt (70. Wirth), Gutjahr, Kaufmann (79. Schumacher).
Tore: 1:0 Gießler (26.), 2:0 Bandle (72.), 2:1 Berger (90.+6).