Das Alte Pfarrhaus von Steinach wurde grundlegend saniert und am Sonntag zusammen mit dem Pfarrgarten offiziell eröffnet. Foto: Störr

Das einige Jahre leer gestandene Gebäude wird nun Verwaltungsbüros, einen Vereinsraum sowie die katholische öffentliche Bücherei mit 1700 Medien beherbergen.

Mit einem kleinen Festakt, Führungen und der kirchlichen Segnung sind sowohl das grundlegend sanierte Pfarrhaus als auch der umgestaltete Pfarrgarten am Sonntag eröffnet worden. Umrahmt vom Musikverein „Harmonie“ Steinach, hielten Bürgermeister Nicolai Bischler, Justizministerin Marion Gentges sowie Benedikt Eisele unter dem neuen Pavillon ihre Ansprachen.

 

In der Doppel-Einweihung sah Bischler ein Alleinstellungsmerkmal für Steinach, das es in absehbarer Zeit nicht mehr geben werde. „Dass beides gemeinsam auf den Punkt fertig wurde, ist eine besondere Leistung“, bedankte er sich bei allen Beteiligten. Das Alte Pfarrhaus habe vor der Sanierung einige Jahre leer gestanden und sei zuletzt von den Ministranten genutzt worden. Während der Pandemie habe man dort 2020 eine Teststation eingerichtet. Im sanierten Pfarrhaus gebe es nun Büros fürs Rechnungsamt im Obergeschoss, die katholische öffentliche Bücherei mit 1700 Medien im Erdgeschoss und im Untergeschoss einen flexibel nutzbaren Raum für Vereine.

Pfarrhaus und -garten auf den Punkt fertig geworden

Der Pfarrgarten sei nach der grundlegenden Umgestaltung eine „Fläche der Begegnung über alle Generationen hinweg“. Vieles an Veranstaltungen sei denkbar, vom Dämmerschoppen übers Pfarrfest bis hin zum Stehempfang nach Hochzeiten, nannte Bischler verschiedene Beispiele. Neben dem großen Dankeschön an Planer, Architekten, ausführende Firmen und das Land für die Fördergelder, erreichte Kämmerin Petra Meister und Hauptamtsleiterin Simone Muth jeweils zusätzlich einen Blumenstrauß. „Sie haben sich im Rathaus besonders für die Projekte engagiert“, begründete Bischler.

Marion Gentges (CDU) verwies auf die Verbindungen mit dem Platz, die jeder in Steinach Wohnende habe. Dass sie als Welschensteinacherin die Ansprache halten dürfe, sei ein „toller Akt des Zusammenhalts“. Alle hätten Erinnerungen an den Platz rund ums Pfarrhaus, der nach und nach leiser geworden und schließlich eingeschlafen sei.

Mit der Neugestaltung sei nun ein zentraler Platz für das Feiern von Festen und Veranstaltungen geschaffen worden, von dem alle profitieren würden. An den Gesamtkosten in Höhe von 2,9 Millionen Euro habe sich das Land über die städtebauliche Förderung sowie den Ausgleichsstock im Gesamtumfang von zwei Millionen Euro beteiligt. „Möge Gottes reicher Segen auf diesem Platz und allen, die sich hier aufhalten, ruhen“, schloss Gentges.

Gesamtkosten der Projekte betragen 2,9 Millionen Euro

Benedikt Eisele hob ebenfalls auf die Bedeutung als zentralem Platz ab und freute sich besonders, dass es durch die Bücherei auch ein Bildungsangebot für die Öffentlichkeit gebe. Er verglich das Projekt mit einem Eisberg, bei dem man nur etwa zehn Prozent sehe. „90 Prozent der Arbeit verlief im Hintergrund der Planungsbüros und Entscheidungsgremien“, betonte er. Nach dem obligatorischen Badnerlied ging es zur ersten Führung mit Architekt Thomas Kopf ins neu gestaltete Pfarrhaus.

Das Gebäude von 1880 sei das – für seine berufliche Laufbahn – schönste Projekt gewesen. „Als Architekt gefällt mir die Ursprünglichkeit“, erklärte er, denn der Denkmalschutz habe enge Grenzen gesetzt. So sei beispielsweise die Treppe im Original erhalten geblieben, aber auch mit modernen Elementen wie einem Edelstahlgeländer versehen worden. „Den Bestand haben wir wieder hergerichtet und die neuen Elemente im heutigen Stil gebaut“, verwies Kopf auf den Windfang. Durch den Einbau eines Fahrstuhls sei das Pfarrhaus nun auch barrierefrei zugänglich.

Vor der Sanierung seien die Böden mit Teppich beklebt und alles dunkel und klein gewesen. Jetzt gebe es überall viel Glas, für das alle Wände herausgenommen wurden, die statisch vertretbar waren. Einzig das Dachgeschoss habe man keiner Nutzung zugeführt, dort werden künftig höchstens Akten gelagert. Ein Großteil der Kosten sei in die Substanzerhaltung geflossen, und bei der Abdichtung der Grundmauern auch das Kellergeschoss nutzbar gemacht worden. Dort befindet sich jetzt ein Raum für die Vereine mit verglastem Ausgang auf das kleine Atrium. „Damit wurde der Keller zur wertvollen Fläche“, so Kopf.

Rahmenprogramm

Mittags wurden der Pfarrgarten und das Pfarrhaus dann durch Pfarrer Michael Lienhard gesegnet. Für die Bewirtung der Gäste waren vor dem Rathaus Stände aufgebaut, an denen die Narrenzunft, der Kirchenchor sowie die Lebenshilfe bedienten. Viele Gäste nutzten die Angebote.