Rock, Pop, Blues und Jazz in allen Varianten bot die Big-Band-Night am Städtischen Gymnasium Ettenheim. Das Zusammenspiel der rund 40 Schüler mit den „The Desert Jazz Orchestra“ erhielt viel Applaus vom mitswingenden Publikum.
Die gelungene Konstellation dieses rauschenden Musikerlebnisses geht auf Markus Hummel, Musiklehrer und Leiter der 40-köpfigen Schüler-Big-Band, zurück. Er hatte seine Big-Band bestens für diesen Abend vorbereitet. Doch selbst er zeigte sich nach dem zweistündigen musikalischen Erlebnis „einfach überwältigt“. Nach dem begeisterten Applaus der Besucher – auch immer wieder jazzlike gerade nach den Soli zwischendurch – zu urteilen, sprach Hummel mit seinen persönlichen Gefühlsäußerungen auch den Zuhörern aus der Seele.
Es war in der Tat ein gelungener „Coup“, dass Hummel „seine“ junge Big-Band mit dem „The Desert Jazz Orchestra“ zusammenbrachte. Die hochkarätige Jazzband, bestehend aus 17 erwachsenen Musikern aus dem ganzen badischen Raum wurde sowohl in die Vorbereitung der Schul-Big-Band wie in das Programm dieses Abends einbezogen. Für die jugendlichen Mitspieler der Schul-Big-Band war der Auftritt des professionell agierenden „Wüsten“-Jazz-Orchesters nach ihren eigenen Glanzleistungen gleichsam ein Ansporn für ihre eigenen musikalischen Ziele und Möglichkeiten.
Was die junge Big-Band, die ohne die schulische Bläserklasse kaum denkbar wäre, in ihrem einstündigen Programm bot, war begeisternd. Jazz, Rock, Pop, Blues, Latin Pop, Punk in den vielen bekannten, teilweise weniger bekannten Stücken renommierter Komponisten des 20. und 21. Jahrhunderts – die Schul-Big-Band und ihr musikalischer Leiter Markus Hummel scheuten keine Herausforderung. Da kamen Blasinstrumente aller Art beim Zusammenspiel wie bei den zahlreichen Soli während des Stücks ebenso beeindruckend zur Geltung wie Schlagzeug, andere Rhythmus-Instrumente und Piano oder Streicher.
Das Publikum ging zur Musik begeistert mit
Das Publikum swingte und schnipste mit, applaudierte immer wieder zwischendurch, gab Begeisterungslaute von sich, ob bei „Mercy, Mercy“ von Joe Zawinul, „Take on Me“, bei Adeles „Rolling in the Deep“, der neu-arrangierten Sting-Komposition „Every little Thing she does is Magic“ oder dem Latin Pop „Havana“, in dem Giuliana ihre kubanische Heimatstadt besingt – um nur ein paar Stücke zu nennen.
Herzerfrischend auch die Ansagen der jungen Bandmitglieder, die neben interessanten Informationen über Komponisten, Hintergründe der Kompositionen und eingestreuten Soli immer wieder auch humorvolle eigene Gedanken einbrachten. Beispielhaft sei die junge Lea genannt. „Mas Que Nada“ soll da angesagt werden? „Was soll’s“ heißt das doch auf Deutsch. Was soll’s, mach ich’s halt. Das Publikum lachte ob solcher Wortspiele. Überhaupt ist das Flair des Schulfoyers ein ganz besonderes – eine Mischung aus Faszination, Leichtigkeit, Respekt vor der musikalischen Leistung, Staunen, Applaus.
Zum Finale spielten die beiden Bands „Superstiton“
Schulleiterin Jautelat, Stellvertreter Weidner war es am Ende ein Bedürfnis zu danken – und zwar: bei allen Aktiven in den beiden Bands, bei allen, die die Besucher in der Pause nach Programmende bewirtet haben, bei der Ettenheimer Schulgemeinde als Förderverein des Städtischen Gymi, und besonders auch bei Sponsor Bernd Neugart, die das Vorhaben auch finanziell unterstützt haben. Markus Hummel blickt zurück auf das Probenwochenende sowie den Workshop, bei dem die „Profis“ vom Desert-Orchestra Mitgliedern der Schüler-Big-Band wertvolle Tipps gegeben haben.
Ein letztes großes Finale. Beide Bands mischen sich auf den Orchesterstufen und begeistern ein letztes Mal unter der Leitung von Markus Hummel mit Stevie Wonders „Superstition“ – und spontanen Soli das Publikum.
Passendes Ambiente
Einen wesentlichen Beitrag zum Flair des Abends leistete auch die Deko im Rücken der Bands. Kunsterzieherin Petra Machleid hat mit Schülern alle erdenklichen (Blas)Instrumente in einer faszinierenden Mischung aus Abstraktion, künstlerischer Stilisierung und erkennbarer Realität auf großen Transparenten dargestellt.