So hat Horb beim Auftaktsieg der Deutschen Nationalmannschaft bei der EM2024 gefeiert. Ob der Fußball oder die Ritterspiele mehr Publikum gezogen haben.
Was hat mir da unser OB wieder eingebrockt. Sagt er doch selbstwusst im schlichten Schwarzen beim Fassanstich zum Start der Ritterspiele: „Die Ritterspiele sind die schönste Nebensache der Welt. Die zweitschönste ist das, was um 21 Uhr beginnt.“ Gemeint ist das Auftaktspiel der Fußball EM 2024 in Deutschland.
Wieder eine Rechercheaufgabe. 20.50 Uhr. Schnell noch auf den Flößerwasen. Das Publikum ist dicht gedrängt. Auch beim Weg über den Flößersteg ist vor den Ständen und Lagern unten jede Menge los.
20.55 Uhr. Hidir Özer im Bistro Haag hat eine knallvolle Terrasse. Schnell kniet sich der Wirt noch hin vor die deutschen Fans. Seine hübsche Bedienung – stilecht im Deutschland-Trikot. Dreht danach noch den Lautsprecher hoch. Auch drüben im Gleis Süd sind die Plätze gut gefüllt.
Die Stimmung ist Bombe. Und als Wirtz in der 10. Minute das 1:0 einnetzt, jubelt Özer auf der Treppe mit.
In der 19. Minute bedient Kai Havertz Jamal Musiala, der den Ball unter die Latte knallt.
Die beiden jungen Fans reißen die Arme in die Höhe. Und das Gesicht des einzigen schottischen Fans rechts spricht Bände.
Dann der Elfmeter nach der roten Karte nach der Gündogan-Grätsche von Porteous. Der Schotten-Fan macht beste Miene zum bösen Spiel und legt den Flieger mit einem großen Grinsen hin. Nützt auch nichts – Havertz netzt zum 3:0 ein.
Halbzeit. Schnell rüber zum Dolce Vita. Doch man kommt kaum durch auf der Schillerstraße. Überall vor den Ständen sind Kunden – hier ist richtig was los.
Im Dolce Vita sind die Zuschauer gerade entspannt, während Bedienung Ali hin und her wetzt. Er sagt: „Gut was los.“
Weiter zur zweiten Halbzeit ins „Rausch“-Stadion. Das Kö23 ist voll. Doch klar, das nach dem klaren 3:0 zur Halbzeitpause entspannte Stimmung herrscht.
Ein Deutschland-Fan trinkt gemütlich ein Bier, die Bedienung bringt die EM-Wurst. Ein Prachtteil – so lang wie eine Currywurst. Mit Deutschland-Fahne, Senf und Serviette in schwarz-rot.gold.
Und auch hier sind die Bedienungen fleißig dabei, Getränke zu bringen. Inklusive Lächeln und Deutschland-Farben auf dem Oberarm.
Dann wird Nikolas Füllkrug eingewechselt. Und prompt netzt er zum 4:0 ein. Und da reißt einer seinen Arm hoch, den ich kenne: Muskulösen Körper, Undercut-Frisur mit langem Zopf und einem krass tätowierten Unterarm. Jörg Martin jubelt: „Ich habe doch gesagt, Füllkrug machts!“
Ein echter Kampfritter. Auf dem Pferd auf dem Turnierplatz als Darius Venetien zu sehen – dem ersten Ritter von Prinzessin Anna.
Doch warum ist er hier und nicht bei den Ritterspielen auf dem Flößerwasen? Darius: „Ich spiele Fußball, seitdem ich laufen kann. Wenn ich es neben dem Turnierreiten schaffe, die Nationalmannschaft zu gucken, bin ich natürlich dabei.“
Die Mädels vom Kö 23 haben dann endlich Zeit, ihr cooles Team-Shirt von hinten zu zeigen. Ein toller Anblick.
Abpfiff. Ich zeige Vicky vom Dolce Vita die Fotos vom Flößerwasen. Sie sagt: „Bei uns war es schon richtig gut. Es freut mich, dass der Horber Abend so gut funktioniert hat. Da können auch wir Gastronomen außerhalb des Ritterspielwochenende auf gute Umsätze hoffen.“
Auf dem Rückweg treffe ich noch König Maximilian auf der noch immer vollen Schillerstraße.. Seine Bilanz: "Es war viel Publikum beim Horber Abend. Ritterspiele 5, Fußball 1." Und auf der Bühne spielen die Feuervögel bis Mitternacht. Und noch immer drängen sich die Fans vor der Bühne.
Fazit: Das Ergebnis freut alle. Sowohl die fünf Volltreffer der Ritterspiele für den Publikumsbesuch als auch die fünf Tore für unsere Nationalmannschaft. Da capo!