Die Winterhaldenklinik steht in malerischem Ambiente im Grünen. Foto: Fritsche

Das Amtsgericht Rottweil hat für die Hildegard Medical GmbH in der Winterhalde einen vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.

In dem Verfahren über den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der Hildegard Medical GmbH in der Winterhalde 8 in Schenkenzell, vertreten durch die Geschäftsführerin Martina Andrea Dürr, hat das Amtsgericht Rottweil den Rottweiler Rechtsanwalt Till Teufel als vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.Im erster Schritt wird dieser eine Bestandsaufnahme vornehmen. Er wird klären müssen, ob die Klinik saniert oder an einen neuen Betreiber verkauft werden kann. Wie die Leitung der Klinik auf Anfrage mitteilte, werde der Betrieb zunächst weitergeführt.

 

Mögliche Weiterführung?

Zu dieser Entwicklung erklärte Schenkenzells Bürgermeister Bernd Heinzelmann auf unsere Anfrage: „Es wäre sehr schade, wenn die Klinik schließen müsste, aber vielleicht findet der Insolvenzverwalter einen Weg für die Weiterführung.“

Denn die Patienten wären von dem tollen Behandlungskonzept und der Lage begeistert gewesen, wie er im Kontakt mit ihnen erfahren habe: „Vielen konnte geholfen werden.“ Die Klinik sollte auch Verträge mit den gesetzlichen Krankenkassen abschließen können: Wenn sie auch öffentliche Planbetten (Kassenbetten) bereit hielte, wäre sie für einen Investor interessant, der das Behandlungskonzept mit Frau Dürr als Klinikchefin weiterführen könnte.

Vorgeschichte der Klinik

Seit 33 Jahren beschäftigt sich Martina Dürr als promovierte Medizinerin mit psychosomatischer Medizin,seit 2019 hat sie im Landkreis Rottweil das passende Gebäude gesucht für eine eigene Klinik für „Psychosomatische Medizin und Psychotherapie“ und wurde in Schenkenzell mit der Winterhalde fündig.

Im September 2022 kündigte sie de Eröffnung der „Hildegard Medical GmbH für den 1. Dezember an. Doch die „baurechtlichen Nutzungsänderungsgenehmigung“, Auflagen des Landratsamts zur Ausstattung und zum Brandschutz sowie Umbauprobleme verzögerten den Start. Erst im April 2024 waren alle bürokratischen und rechtlichen Hürden überwunden und der reguläre Klinikbetrieb mit den ersten Patienten konnte beginnen.

In 2025 sei man auf einem guten Wege gewesen: Die Patientenzahlen hätten sich durch den Einsatz einer Marketingexpertin im kaufmännischen Bereich kontinuierlich nach oben bewegt. Im Sommer 2025 hätten die Banken aber die Kredite gekündigt. Klinik-Leiterin Dürr führt dies darauf zurück, dass der Steuerberater der Klinik den Banken nicht wie von ihm versprochen die erwarteten Zahlen geliefert habe.

Im Rahmen eines Abwicklungsvertrags mit den Banken habe man zwar den Betrieb der Klinik weiterführen, aber die erfolgreiche Marketingexpertin nicht weiter beschäftigen können. Von diesem „Schlag“ habe sich der Betrieb dann bis heute nicht mehr erholt.