Schuhe von Jugendlichen liegen und stehen im Eingangsbereich einer Station in der Kinder und Jugendpsychiatrie des Universitätsklinikums Tübingen. Psychische Störungen bei Jugendlichen haben infolge des Lockdowns in der Corona-Pandemie nach Auskunft eines Experten erheblich zugenommen und müssten mehr Aufmerksamkeit erhalten. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Psychische Störungen bei Jugendlichen müssten nach Auskunft eines Experten mehr Aufmerksamkeit erhalten. 

Psychische Störungen bei Jugendlichen haben infolge des Lockdowns in der Corona-Pandemie nach Auskunft eines Experten erheblich zugenommen und müssten mehr Aufmerksamkeit erhalten.

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Tübingen - "Aktuell zählen wir bei uns einen enormen Anstieg des Versorgungsbedarfs", sagt der Leiter der Tübinger Kinder- und Jugendpsychiatrie, Tobias Renner. Die schon vor der Pandemie sehr hohe Auslastung sei im letzten Quartal des vergangenen Jahres explodiert.

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Ein Vielfaches an Notfällen und Notaufnahmen habe sich schon im vergangenen Sommer abgezeichnet. "Sonst hatten wir in den Sommerferien immer weniger Fälle. Das war 2020 anders und hat mit der ersten Coronawelle zu tun", sagt Renner. Die Situation habe sich im Oktober, November und Dezember nochmal zugespitzt, mit noch nie da gewesenem Andrang. Der Austausch mit Kollegen anderer Einrichtungen brachte laut Renner dasselbe Ergebnis.

Der Arzt appellierte an die Politik, Kinder und Jugendliche aber auch die Kliniken nicht aus den Augen zu verlieren. "Niederschwellige Beratung und Versorgung ohne lange Wartezeiten müssen sichergestellt werden, denn was wir erleben ist kein Strohfeuer."

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