Ein Mann (27) schlug am 25. August 2025 zwei Frauen mit dem Metallpoller in Horb nieder. Der Nachbar hat gefilmt. Was auf den Bildern zu sehen ist.
„Ich habe einen herzerschütternden Schrei gehört. Ich bin sofort aufgesprungen, bin ans Fenster. Ich habe gesehen, wie ein Mann eine Frau mit dem Metallpoller schlägt. Ich habe sofort angefangen, zu filmen.“
So startet die Aussage des Nachbarn am dritten Tag des Prozess nach der Mittagspause um die Metallpoller-Attacke in Horb. Der Angeklagte (27) lauerte am 25. August 2025 nachts auf drei Frauen. Ging auf sie mit dem elf Kilogramm schweren Metallpoller los. Er schlug zwei der Frauen (32, 41) nieder. Die dritte Frau (45) war etwas weiter weg, so dass er sie nicht treffen konnte. Die Anklage lautet unter anderem auf versuchten Mord.
Dann lässt der Vorsitzende Richter Karlheinz Münzer das Video von der Tat abspielen. Zu sehen: Das 41-jährige Opfer liegt am Boden. Der Kopf an der Wand. Die Blutlache fließt aus der Wunde Richtung Zebrastreifen. Die Beine der 41-jährigen Frau sind Richtung Zebrastreifen angewinkelt.
So zeigt das Video von der Poller-Attacke den Täter
Der Täter hat den Poller mit beiden Händen in der Hand, geht Richtung unterer Marktplatz. Ein lauter „Hilfe-Schrei“ durchbricht die Nacht. Ein junger Mann kreuzt seinen Weg. Mit beiden Händen wirft der Mann den Poller gut drei Meter von der Altheimer Straße auf das Pflaster des unteren Marktplatz, verschwindet Richtung Grabenbach.
Der Nachbar: „Er hat den Poller mit beiden Händen gehabt, noch hinter dem Kopf, ehe er auf die 41-Jährige einschlug. Das war ein harter Schlag.“
„Er hatte ein wutverzerrtes Gesicht“
Der Wirt der Kneipe (55), in dem der Streit begann: „Ich war als Letzter nach den drei Frauen rausgegangen. Als er mit dem Poller schlug, hatte er ein verzerrtes Gesicht. Voller Wut. Ich habe noch gerufen: Hör auf, hör auf. Er hat noch mal zugeschlagen. Sie hat noch geröchelt, gekeucht.“
Die Notärztin (33): „Ich war im Bereitschaftszimmer am Horber Krankenhaus und schlief. Dann habe ich laute Metallgeräusche und die Schreie gehört: „Sie stirbt, sie stirbt“. Ich habe mich angezogen, sah die Geschädigte, wie sie regungslos lag.“
Die Poller-Attacke weckte die Notärztin
Die Medizinerin weiter: „Ich dachte, sie wäre tot. Ich hab die Leitstelle angerufen, das Rettungs-Team geweckt. Dann bin ich wieder hin. Die 41-Jährige lag bewusstlos auf dem Boden, hat aber geatmet. Als das Team da war, wollten wir sie auf eine Matratze legen.“
Die Notärztin: „Dann ist sie aufgewacht, hat sich gewehrt. Wir haben sie auf die Trage gesetzt. Sie war völlig desorientiert, redete etwas vom Urlaub.“
Die Gedächtnislücken des zweiten Mann vom Video
Dramatische Minuten. Dann wird noch einmal das Tatort-Video des Nachbarn gezeigt. Denn der Mann, der quer vor dem Angeklagten Richtung Altheimer Straße läuft, hat seltsame Gedächtnislücken.
Der Zeuge (28) saß neben dem Angeklagten in der Kneipe am Spielautomaten. Sagt: „Er hat die Frauen immer mit „Ihr seid doch Nazis“ beschimpft. Das hat mich gestört, ich bin heim. Dort habe ich Jackie-Cola und Bier getrunken. Ich wollte dann noch ein Bier holen. Als ich aus der Wohnung raus bin, seitdem habe ich einen Blackout.“
Der Vorsitzende Richter Karlheinz Münzer will es nicht glauben, nimmt den Zeugen ins Kreuzverhör. Doch der 28-Jährige sagt – selbst als er das Video sieht – immer wieder: „Ich kann mich nicht erinnern. Sonst hätte ich rechts und links geschaut.“
Der Prozess um die Poller-Attacke wird am Montag, 23. März, fortgesetzt. Dann soll die 41-jährige, die wie durch ein Wunder die Schläge überlebt hat, aussagen.