Der 41-Jährige soll das Haus in Sulz in Brand gesteckt haben, nachdem er seine Mutter attackiert und schwer verletzt hatte (Archivfoto). Foto: Heidepriem

Hat ein 41-Jähriger in Sulz versucht, seine Mutter zu töten? Er soll sie mit einem Gegenstand geschlagen, dann das Haus angezündet haben. Jetzt startet der Prozess.

Gleich zweimal geht es in diesem Herbst am Landgericht Rottweil um Gewaltverbrechen, bei denen das Opfer laut Anklage die eigene Mutter war. Noch während der Prozess gegen einen 21-jährigen aus Schramberg läuft, der seine Mutter mit einem Fleischklopfer erschlagen und ihre Leiche in einer Dachbox im Keller versteckt haben soll, kündigt sich der nächste Prozess an.

 

Wegen „Verdacht des versuchten Mordes“ und anderem sitzt ab Freitag, 14. November, ein zur Tatzeit 41-Jähriger aus Sulz auf der Anklagebank vor der 1. Schwurgerichtskammer des Landgerichts Rottweil. Er soll am 15. Februar diesen Jahres versucht haben, seine Mutter zu töten und dann deren Haus in Brand gesetzt haben.

Auf Mutter eingeschlagen und sie gewürgt

Dazu, so das Landgericht in einer Pressemitteilung, soll er sich in den frühen Morgenstunden Zugang zum Wohnhaus der Mutter verschafft haben. Dann soll er seiner schlafenden Mutter mit einem Gegenstand mehrere Schläge gegen den Kopf versetzt und nach deren Aufwachen weiter auf sie eingeschlagen und sie gewürgt haben. Ferner soll er Feuerwerkskörper in Richtung seiner Mutter geworfen haben.

Kraftstoff ausgeschüttet

Schließlich, so die Anklage, soll er verschiedene Gegenstände auf seiner Mutter geschichtet und dann Kraftstoff ausgebracht haben. Der Mutter gelang es jedoch, aufzustehen und das Wohnhaus zu verlassen, ehe er dieses in Brand setzte. Es entstand dann ein Vollbrand. Die Anklage geht davon aus, dass der Angeklagte zur Tatzeit alkoholintoxikiert und deshalb vermindert schuldfähig war.

Weitere Termine sind auf 17., 21., 25. November und 28. November, jeweils um 9 Uhr in Saal 201 angesetzt.

27 Zeugen und drei Sachverständige sind geladen. Die Mutter des Angeklagten hat sich dem Verfahren als Nebenklägerin angeschlossen.

Großaufgebot an Einsatzkräften

Der Brand in dem Haus im Sulzer Neckartal, zwischen der ehemaligen B14 und den Gleisen der Gäubahn, war damals von einem Großangebot an Einsatzkräften bekämpft worden. Der schwer verletzten Frau war es zuvor gelungen, beim nächsten benachbarten Haus im Tal Hilfe zu rufen. Sie wurde von Oberndorf aus mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik gebracht. Schnell war der Verdacht aufgekommen, dass das Haus mithilfe von Benzin angezündet wurde.

Nur fünf Tage nach dieser Tat, am 20. Februar, soll dann in Schramberg ein 21-Jähriger seine Mutter mit einem Fleischklopfer geschlagen und getötet haben. Er muss sich wegen Mordes verantworten. Am Montag, 10. November, ist der nächste Verhandlungstag, das Urteil wird am Mittwoch, 12. November erwartet.