Eine Frau hält ihre Hände vor das Gesicht. (gestellte Szene). In Horb stand eine 20-Jährige vor Gericht, weil sie eine 17-Jährige geschlagen hat. (Symbolfoto) Foto: Fabian Sommer/dpa

Eine 20-Jährige hat schon heftige Jugendsünden im ganzen Landkreis Freudenstadt auf dem Kerbholz. Wie ihr Prozess in Horb verlaufen ist.

Kann die Geburt eines Kindes eine 20-jährige Frau zur Vernunft bringen? Das ist die Frage vor dem Amtsgericht Horb.

 

Die 20-Jährige. Vor kurzem ist ihr Kind geboren. Sie sagt: „Das war der schlechte Einfluss meiner damaligen Freundin.“ Was meint die junge Frau? Im Juni 2025 schlug sie auf ein Mädchen (17) ein. Im Tat-Video, von der Freundin gefilmt, steht sie vor dem Mädchen. Es sitzt auf der Bank. Die Angeklagte: „Was hast du aus dem Tag gelernt?“ Das Mädchen weint. Die Angeklagt schlägt ansatzlos zu – eine „Respektschelle.“ Schreit sie an: „Wenn einer was davon mitbekommt, ist Feierabend.“

So quälte die Angeklagte ein Mädchen (17)

Die 20-Jährige und ihre Freundin hatten noch das Rad des Opfers kaputt gemacht, damit sie nicht nach Hause fahren kann. Hatten ihr auch noch das Handy weggenommen und den Bluetooth-Lautsprecher. Die Angeklagte: „Das Handy habe ich ihr vor der Bushaltestelle wieder gegeben. Die JBL-Box habe ich leider verloren. Ich habe sie und ihre Oma angerufen und mich entschuldigt.“

Die inzwischen junge Mutter sagt: „Das war der schlechte Einfluss meine Freundin.“ Der Vater ihres Kindes sei vorher mit ihr zusammengewesen: „Sie kann nicht sehen, dass ich glücklich bin.“

Das hat die Angeklagte noch auf dem Kerbholz

Fakt ist: Mit dieser Freundin war sie auch in ein Gartenhaus in Freudenstadt eingebrochen, hatte Shishas geklaut und die Hütte mit „Pädo, Penner, Hurensohn“ beschmiert. In Baiersbronn haben sie Reifen zerstochen. Und wegen Graffitischmierereien wird auch gegen beide ermittelt.

Doch in Horb ging es nur um die Quälerei des Opfers. Die Freundin der Angeklagten: „Das Opfer hatte mit einem anderen Mädchen Streit. Die Angeklagte fühlte sich provoziert, wollte schlichten. Dann ist es eskaliert – sie hat das Opfer dann geschlagen.“

Das sagt die ehemalige beste Freundin der rabiaten Mutter

Warum hat sie dann ein Video gemacht? Die Zeugin: „Dazu will ich nichts sagen.“ Sie gibt zu, dass sie mit den Anderen das Rad des Opfers kaputt gemacht haben: „Lenker umgedreht, dass die Bremsen nicht mehr funktionieren.“ Richterin Dallas-Buob: „War das Ihre Idee?“ Die Antwort: „Weiß ich nicht mehr.“

Weil es im Verfahren gegen die junge Mutter auch um den Diebstahl von 600 Euro aus dem Portemonnaie der damals besten Freundin geht, sagt diese: „Das will ich nicht sagen.“

So wird die rabiate Mutter bestraft

Darüber klärt ein 23-Jähriger aus der ehemaligen Clique auf: „Sie hat Männer auf Tinder abgezogen. So nach dem Motto: „Mein Auto ist kaputt. Überweis mir Geld, damit wir uns treffen können. Sie hatte einen negativen Einfluss auf die Angeklagte.“

Vor dem Urteil wird noch die Jugendgerichtshilfe gehört. Sie sagt: „Ich hoffe, dass die Mutterrolle die Angeklagte zur Einsicht bringt.“ Richterin Jennifer Dallas-Buob verhängt dann 50 Sozialstunden. Weil der Kindsvater derzeit arbeitslos sei, könne sie das auch abarbeiten.