Eine Schlägerei, die eine Gruppe junger Männer im Dezember 2019 auf dem Burger-King-Parkplatz in Ebingen angezettelt hat, wurde vor dem Amtsgericht Albstadt verhandelt. Foto: Kuster

Wegen gemeinschaftlich begangener gefährlicher Körperverletzung beziehungsweise Strafvereitelung hat das Amtsgericht drei junge Männer verurteilt – einen zu Haft auf Bewährung, die anderen zu Geldstrafen.

Albstadt-Ebingen - Die Drei hatten in einer Dezembernacht des Jahres 2019 auf dem Burger-King-Parkplatz im Ehestetter Weg einen Streit mit einem Brüderpaar vom Zaun gebrochen und die Männer dann heftig verprügelt – der eine erlitt einen Nasenbeinbruch, der andere eine Gehirnerschütterung und beide schwere Prellungen. Der Anlass? "Langeweile", gaben die Angeklagten zur Antwort.

"Zur falschen Zeit am falschen Ort"

Zwei von ihnen, heute sind sie 22 Jahre alt, hatten zugeschlagen; der Dritte, der ein Jahr älter ist, hielt sich zwar aus der Schlägerei heraus, machte aber später gegenüber der Polizei falsche Angaben. Ob noch weitere Personen beteiligt waren, ließ sich nicht mehr eindeutig klären: Aufgrund von Zeugenaussagen, wonach vier Personen in das Auto des heute 23-Jährigen gestiegen seien, ging die Richterin davon aus, dass noch mindestens eine weitere Person mit von der Partie war. Die Angeklagten beharrten jedoch darauf, dass sie nur zu dritt gewesen seien.

Einer der beiden 22-Jährigen ist der Vergangenheit bereits wegen ähnlicher Delikte aufgefallen und in drei Fällen verurteilt worden. Laut dem Bericht der Jugendgerichtshilfe war er schon in der Grundschule auffällig gewesen und respektlos gegenüber Lehrern und Mitschülern aufgetreten; vor Gericht gab er an, Alkoholprobleme gehabt und einen "inneren Krieg" mit sich selbst geführt zu haben. Darauf führte er auch sein Verhalten in der Tatnacht zurück. Allerdings ließ die Staatsanwaltschaft diese Erklärung nicht gelten: Nach der Tat seien 0,8 Promille bei ihm festgestellt worden – "Wer Alkohol gewöhnt ist, hat bei solchen Mengen gewöhnlich keine Ausfallerscheinungen". Der Angeklagte kommentierte das Argument mit dem Einwurf "Waren Sie dabei?" und versicherte, seine Alkoholprobleme inzwischen dank seiner Freundin in den Griff bekommen zu haben. Zur Tat selbst wollte er sich nicht äußern.

Fazit: Jugendstrafe und Geldauflagen

Dagegen zeigte sich der andere Schläger geständig und reumütig. Anders als sein Mittäter war er bis zu dem nächtlichen Vorfall für die Justiz ein unbeschriebenes Blatt gewesen; allerdings, so der Bericht der Jugendgerichtshilfe, habe er mehrmals die Schule wechseln müssen und sich Freunde gesucht, die "seiner Entwicklung nicht im positiven Sinne dienlich waren." Indes habe er sich mittlerweile von seinem damaligen Freundeskreis distanziert.

Auch der 23-jährige Mitangeklagte gestand seine Schuld in vollem Umfang ein. Er erklärte, er habe "aus Angst vor den Konsequenzen" bei der Polizei falsche Angaben zur Sache gemacht, inzwischen aber eingesehen, dass das ein Fehler war. Die Richterin hielt ihm und dem Auskunftswilligen der beiden Gewalttäter ihre Geständnisse und ihre Reue zugute und beließ es bei finanziellen Sanktionen. Der 23-Jährige, der aufgrund seines Alters nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt wurde, muss 25 Tagessätze à 60 Euro an die Staatskasse zahlen, der 22-Jährige, dem eine verzögerte Reifeentwicklung attestiert und Jugendstrafrecht konzediert wurde, 600 Euro, zahlbar in monatlichen Raten à 60 Euro an den Tübinger Förderverein für krebskranke Kinder.

Anti-Aggressionskurs soll helfen

Mit dem anderen 22-Jährigen machte die Richterin es nicht ganz so gnädig. Sie bescheinigte ihm "schädliche Neigungen und ein großes Aggressionspotenzial", hielt ihm jedoch zugute, dass er sein Suchtproblem erkannt habe und seit einem Jahr in einer stabilen Beziehung lebe. Sie verurteilte ihn – unter Einbeziehung eines weiteren Verfahrens – zu einer Jugendstrafe von einem Jahr, die für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wird. Er muss 60 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten und einen Anti-Aggressionskurs absolvieren. "Ich hoffe", erklärte die Richterin, "dass Sie sich dadurch stabilisieren."