Die Initiative zum Erhalt der Reha Horb verkündet mehr als 10.000 Unterschriften für die Rettung der Reha-Klinik in Horb. Einige Erfahrungsberichte loben die Arbeit der Reha.
Der Widerstand gegen die drohende Schließung der geriatrischen Reha-Klinik in Horb wird zunehmend lauter – und sichtbarer.
„Nachdem bei der Gemeinderatssitzung am 17. Juni 205 in Horb 5500 Unterschriften für den Erhalt der Geriatrischen Klinik in Horb an Landrat Dr. Rückert durch Andreas Bronner und Konrad Faßnacht überreicht worden sind, hat nun die Online-Petition von Frau Katrin Lohner, die von der Senioren-Union voll und ganz unterstützt wird, über 4.500 Unterschriften erreicht“, teilt Andreas Bronner in einer Pressemitteilung mit. „Damit sprechen sich in kurzer Zeit mehr als 10.000 Personen für die Weiterführung der Geriatrischen Klinik in Horb aus.“
Bronner: Unterschriften sind ein „Riesenerfolg“
Bronner spricht von einem „Riesenerfolg“ und davon, dass dieses klare Votum ein deutliches Signal an die Entscheidungsträger sei: „Dieses eindeutige Votum muss auch für die verantwortlichen Kreistagsmitglieder ein Zeichen dafür sein, dass man diese Einrichtung nicht schließen darf, sondern weiterführen muss.“
Die Petition läuft weiter – bis zur entscheidenden Kreistagssitzung am 21. Juli.
Schon im Vorfeld hatte es Appelle zum Reha-Erhalt gegeben. Ärzte schlugen Alarm: „Geriatrie aus einer Hand“ und den Erhalt der Reha-Klinik forderten Bernhard Vollmer, Werner Bösch und Karl Hermann in einem Schreiben an den Kreistag.
Zahlreiche Erfahrungsberichte
Eindrücklich berichten auch ehemalige Patienten und Angehörige. Hermine Unterberger schreibt: „Mein Mann war nach einem langen Krankenhausaufenthalt circa drei Wochen in der Geriatrischen Reha in Horb. Für mich als Ehefrau aus Talheim war die Nähe ein großer Vorteil – ich konnte meinen Mann täglich besuchen, was uns beiden in dieser schwierigen Zeit sehr viel bedeutet hat.“ Besonders habe sie der „respektvolle und warmherzige Umgang des Personals“ beeindruckt. „Man spürt dort Menschlichkeit und echtes Engagement.“
Albert Dannenberger aus Althengstett betont: „Ein qualitativ hochwertiges Team aus einfühlsamen Ärzten, Pflegepersonal, Physio- und Ergotherapeuten befähigten sie, in stabilem Zustand wieder selbstständig im häuslichen Umfeld leben zu können.“ Er warnt: „Im Falle einer Schließung der Horber Reha-Klinik bleiben die Senioren in einem großen Einzugsgebiet auf der Strecke. Das kann niemand wollen.“
Tochter berichtet, wie ihr Vater in Horb fit wurde
Andrea Vogt aus Loßburg berichtet über ihren Vater, der nach einem Oberschenkelbruch als pflegebedürftig galt: „Ich denke, keine andere Einrichtung hätte ihn genommen.“ In Horb jedoch „konnte er wieder gehen, nach Hause entlassen werden und war auch geistig wieder fit“.
Sie betont: „Ich fände es sehr schade, wenn diese Möglichkeit der Reha vielen alten Menschen und letztlich vielleicht uns selbst genommen würde.
Franz Geßler musste kämpfen, um nach Horb zu dürfen
Der bekannte Horber Hotelier und Stadthistoriker Franz Geßler sah sich bereits ebenfalls in einem Beitrag „veranlasst, aus eigener Erfahrung, eine Stellungnahme abzugeben“. Nach seinem Schlaganfall seien ihm zwei weit entfernte Kliniken vorgeschlagen worden – erst nach Mühen sei Horb möglich gewesen. „Ich möchte zum Standort in Horb nur bemerken, dass ich mich dort bestens behandelt und versorgt gefühlt habe!“
Die Stimmen mehren sich – und die Unterschriften auch. Ob der Kreistag sie erhört, zeigt sich am 21. Juli.