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Proteste Schulden? Selbst schuld!

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Dass der Staat so tief in der Kreide steckt, hat er freilich auch selbst verschuldet. Wenn Ministerpräsident Giorgos Papandreou, ein Sozialist, ernsthaft Ursachenforschung betreibt, stößt er auf die Schuldenpolitik seines Vaters Andreas. Als der von 1981 bis 1989 den großzügigen Geldfluss aus den Kassen der Europäischen Union direkt in den Konsum und weniger in den Aufbau der Infrastruktur lenkte, schlugen führende Ökonomen des Landes die Hände über dem Kopf zusammen. Die Inflation erreichte 1984 den sagenhaften Wert von 25 Prozent. Bis vor kurzem hat sich am wirtschaftlichen Unverstand der Regierung wenig geändert.

Bei der Korruptionsbekämpfung beispielsweise hat der Staat schlicht versagt. 30 Milliarden an Einkommen- und Mehrwertsteuer gingen dem Fiskus jährlich verloren, weil Hunderttausende von Handwerkern, Tavernen-, Boutiquen- und Kleinladenbesitzern ihren Kunden keine Quittung ausstellen und den Umsatz damit dem Zugriff der Steuerbehörde entziehen. Oft geschieht dies im Einverständnis mit dem Kunden, der im Gegenzug die Handwerkerdienstleistung oder das begehrte Paar Schuhe ein paar Euro billiger bekommt.

Das soll nun allerdings anders werden, schärfere Kontrollen in den betreffenden Branchen sollen Steuerunterschlagungen künftig schwerer machen, und die Quittungen sind online vorzulegen, um in den Genuss des Steuerfreibetrags zu kommen. Doch nicht einmal die Hälfte aller Haushalte in Griechenland verfügt über einen Computer, in manchen ländlichen Regionen gibt es gar keinen Internetanschluss, ganz abgesehen davon, dass es Hunderttausenden von Rentnern, die sich etwas dazuverdienen wollen, kaum zuzumuten ist, im hohen Alter endlose Zahlenkolonnen in ihnen völlig unbekannte Geräte einzugeben. "Die lassen uns jetzt alle Quittungen sammeln, und am Ende des Jahres wird die Regelung wieder gestrichen", meint Andreas A., Buchhändler in einem Vorort von Athen.

Auch in anderen Branchen wehrt man sich gegen ein strikteres Steuerregime. "Wenn ich für die Vermietung meiner fünf Fremdenzimmer Bücher führen und Sozialversicherungsbeiträge zahlen muss, trete ich sie lieber ab", meint Georgia N. Bisher wurden solche Kleinstunternehmen bei Wegfall der Sozialversicherungspflicht pauschal mit einigen Hundert Euro besteuert.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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