Mit einer Protestaktion machte die Bürgerinitiative Ortsumfahrung am Freitag auf die hohe Verkehrsbelastung in Randen aufmerksam. Im Nu bildeten sich lange Autoschlangen.
„Rien ne va plus“ hieß es am Freitagnachmittag rund zehn Minuten nach Beginn der Fahrzeugparkaktion an den Seitenstreifen der B 27 entlang der Ortsdurchfahrt in Randen. Der Bürgerinitiative Ortsumfahrung (BIO) war nach unzähligen Versprechungen, Ankündigungen und Vertröstungen aus der Bundes- und Landespolitik der Geduldsfaden gerissen, weshalb sie mit dieser offiziell angemeldeten Protestaktion erneut an die Verkehrsbelastungen von 17 000 Fahrzeugen erinnerte, der sie tagtäglich ausgesetzt ist.
Kommt sie oder kommt sie nicht? Mit dieser Frage setzt sich die Bevölkerung von Randen bereits seit Jahrzehnten auseinander, wenn es um die bereits vielfach angekündigte, aber bis heute nicht realisierte Ortsumfahrung geht. In den vergangenen Jahrzehnten erinnerte sie rund ein Dutzend Mal unter der Leitung der Bürgerinitiative Ortsumfahrung Randen aktiv an diesen Missstand, dem sie mit innerörtlichen Park- oder Blockadeaktionen zu Gewicht verhalfen. Die Aufmerksamkeit war ihnen dabei jedes Mal sicher, doch damit hatte es sich dann.
Die jüngste Aktion führte rasch den gewünschten Effekt herbei. Im Nu bildeten sich hundert Meter lange Autoschlangen in Richtung Schweizer Grenze und am Randenaufstieg aus Richtung Zollhaus. Hinzu kam ein Rückstau der Fahrzeuge, die von der B 314 aus Richtung Waldshut in die B 27 einbiegen wollten. In weiser Voraussicht hatte Co-Organisator Dietmar Schweigler genügend Polizei organisiert, die nach wenigen Minuten das Verkehrschaos entzerrte. Es lässt sich nur erahnen, zu welchen Dimensionen ein Verkehrskollaps ohne diese Verkehrsregelung geführt hätte.
Dietmar Schweigler, der gemeinsam mit Jochen Gleichauf die diesjährige Protestaktion federführend organisierte, berichtete, dass Randens Bevölkerung von den Anfängen bis heute von den zuständigen Behörden und aus der Politik stets viel Zustimmung für ihr Anliegen erhalten, welches zu einer markanten Erhöhung der Verkehrssicherheit bei gleichzeitiger Reduktion der Lärm- und anderen Belastungen im Ort führt. „Doch es passiert kaum etwas“, verwies Schweigler auf die seit Jahren genehmigte Umweltverträglichkeitsprüfung, welche für die bereits ausgewählte Trassenführung westlich von Randen existiert.
„Wir haben den Termin der Aktion gewählt, um dem Wunsch nach einer Umgehung für Randen vor der Landtagswahl noch einmal Nachdruck zu verleihen“, erläuterte Jochen Gleichauf.
Vor Ort stellte die Bürgerinitiative rund 20 Ordner, die Passanten über den Hintergrund der Aktion informierten und auf Postkarten friedlich, sachlich aber entschlossen auf ihr Anliegen aufmerksam machten. Dort informierten sie, dass mit einer Umfahrung das Unfallrisiko abnimmt, der Durchgangsverkehr nicht mehr aufgrund der innerörtlichen Geschwindigkeitsbeschränkung ausgebremst wird und so auch eine Entlastung der Pendler garantiert. Kurzum sprachen sie von einer Win-win-Situation für alle, wenn die freie Fahrt auf der Umgehung B 27 bei Randen möglich ist.
Unterstützung vom Bürgermeister
„Für jede unserer bisherigen Aktionen erhielten wir von den jeweiligen Verantwortlichen in der Politik stets reichlich Unterstützung signalisiert. Leider passierte danach stets relativ wenig“, bedauerte Gleichauf. „Einer, der sich ebenfalls dafür einsetzt, dass das Thema Umgehung zu einem guten Ende kommt, ist Bürgermeister Markus Keller“, dankte Gleichauf zudem der Verwaltung für ihre Unterstützung.
Die Bürgerinitiative (BIO) hat eine Online-Petition gestartet, in der sie die Bevölkerung um Unterstützung und Mithilfe bittet, sich für eine rasche Verwirklichung der Ortsumfahrung Randen einzusetzen. Informationen im Internet: www.randen.de