Rund 60 Teilnehmer hatte eine Demo auf dem Weiler Rathausplatz. Die Schüler sahen sich auch der Androhung von schulischen Konsequenzen gegenüber.
Die rund 60 Menschen haben auf dem Rathausplatz gegen eine mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht demonstriert. Mit ihrem klaren „Nein zur Wehrpflicht und allen Zwangsdiensten“ machten die Teilnehmer auf ihre Position in der bundesweiten Debatte aufmerksam.
Organisiert wurde die Kundgebung von Schülern, die damit einem bundesweiten Aufruf verschiedener Jugendinitiativen folgten, heißt es in einer Mitteilung.
Trotz kurzer Vorbereitungszeit beteiligten sich zahlreiche Menschen aus unterschiedlichen Altersgruppen an der Kundgebung, von Achtklässlern über Oberstufenschüler bis hin zu Eltern und erwachsenen Unterstützern.
Das am vergangenen Freitag beschlossene Gesetz sieht zunächst einen freiwilligen Wehrdienst vor. Gleichzeitig wird die Wehrerfassung wieder eingeführt und eine verpflichtende Musterung für alle Männer ab dem Jahrgang 2008 festgelegt. Viele Jugendliche befürchten jedoch, dass es zu einem Losverfahren kommen könnte, sollten sich nicht genügend Freiwillige melden, erklären die Veranstalter zu den Hintergründen.
Der Streik sorgte laut der Mitteilung bereits im Vorfeld für Diskussionen an den Schulen der Stadt: Der Lehrerverband sowie der Schulleiter des Kant-Gymnasiums hätten mit schulischen Konsequenzen für unentschuldigtes Fehlen gedroht.
Breite Beteiligung
Dennoch nahmen zahlreiche Jugendliche teil, darunter Schüler des Kant-Gymnasiums und des Oberrhein-Gymnasiums. Die breite Beteiligung wurde von den Organisatoren als Zeichen dafür gewertet, dass politisches Engagement für Jugendliche wichtig sei und nicht durch Drohungen eingeschränkt werden dürfe.
Die Versammlung verlief friedlich. Die Polizei sah laut der Mitteilung keinen Anlass für weitere Schutzmaßnahmen und verließ die Veranstaltung frühzeitig. Plakate mit Slogans wie „NEIN zur Wehrpflicht“ oder „NEIN, meine Kinder bekommt ihr nicht“ prägten das Bild. Mehrere Schüler hielten kurze Redebeiträge, in denen sie für freiwillige statt verpflichtende Staatsdienste plädierten.
Appell gegen Krieg
Zudem wurde ein allgemeiner Appell gegen Krieg formuliert: „Krieg hat noch nie zu mehr Frieden geführt“, er habe lediglich „die Taschen weniger Konzerne gefüllt“.