Lang ist's her: Stefan Raab dankt 1997 für den deutschen Schallplattenpreis "Echo". Viele weitere Preise werden folgen. Im selben Jahr feiert der Kölner Sender Viva mit Moderator Raab die 500. Ausgabe von "Vivavision". Foto: dpa

Eine Ära des Privatfernsehens geht zu Ende: Moderator Stefan Raab hat angekündigt, sich vom Bildschirm zurückzuziehen. Er beendet damit die über 16 Jahre andauernde Zusammenarbeit mit Pro Sieben.

Stuttgart/Köln - Einer der größten Stars des deutschen Privatfernsehens zieht sich vom Bildschirm zurück: Stefan Raab kündigte am Mittwochabend an, zum Jahresende die "Fernsehschuhe an den Nagel zu hängen".

In den mehr als 16 Jahren Zusammenarbeit mit dem Sender Pro Sieben beglückte der 48-Jährige das Fernsehpublikum mit zahlreichen selbst erfundenen Formaten, wie etwa der "TV total Wok-WM" oder der Spielshow "Schlag den Raab", in der er live gegen einen vom Publikum gewählten Kandidaten antrat. Dabei überstand der Entertainer die Sendungen nicht immer unverletzt. Einmal stürzte er bei einem Mountainbike-Wettrennen, schlug mit dem Gesicht auf Geröll und brach sich das Jochbein.

Vom Metzger zum Moderator

Raab hatte seine Fernsehkarriere 1993 beim Musiksender Viva begonnen, wo er die Sendung "Vivasion" moderierte - mit Ukulele, bunten Hemden und zurückgekämmten Haaren. Der Durchbruch gelang ihm 1999 mit "TV total“ bei Pro Sieben. Es folgten zahlreiche Auftritte als Musiker und Moderator. So sang sich Raab mit Songs wie "Hier kommt die Maus", "Maschen-Draht-Zaun" und "Wadde hadde dudde da", mit dem er im Jahr 2000 am Eurovision Song Contest teilnahm, in die Ohren seiner Fans.

Er moderierte nicht nur Spiel- und Unterhaltungsshows, sondern 2013 auch das TV-Duell Merkel gegen Steinbrück. „Das ist doch keine Haltung zu sagen: Ich will nur gestalten, wenn ich auch King of Kotelett bin“, sagte Raab damals zu Bewerber Peer Steinbrück (SPD). Das Zitat wurde eines der einprägsamsten aus diesem Bundestags-Wahlkampf.

Der gebürtige Kölner ist gelernter Metzger. Sein Jura-Studium brach er ab, um sich ab 1990 der Produktion von Musikjingles unter anderem für Werbung und Radiostationen zu widmen.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: