Der Villinger Jürgen G. Hess ist im Alter von 80 Jahren gestorben. (Archivfoto) Foto: Kirsten Wolf

Jürgen G. Hess ist tot. Der Firmengründer und Träger des Bundesverdienstkreuzes starb im Alter von 80 Jahren am Sonntag im Schwarzwald-Baar-Klinikum. Zuletzt lebte er im Bürgerheim.

Um den „Schorsch“, wie er nicht nur von Freunden genannt wurde, ist es in seinen letzten Jahren still geworden.

 

Bis zum Verkauf seiner international erfolgreichen Leuchten-AG im Jahre 2013 setzte sich Jürgen G. Hess in der Stadt mit großer Energie für gesellschaftliche Belange ein.

So kümmerte er sich um Flüchtlinge aus Afrika und dem ehemaligen Jugoslawien, in dem er sie in seiner Firma beschäftigte und sich für sie in der Öffentlichkeit stark machte. Dazu gehörte auch die langjährige finanzielle Unterstützung von Refugio als Kontaktstelle für traumatisierte Flüchtlinge.

Außerdem war Hess Präsident des Villinger Sommertheaters und Mitinitiator des Theaters am Turm, war viele Jahre aktiv im Vorstand der Jugend- und Berufshilfe tätig und hob 2008 den Freundeskreis des Schwarzwald-Baar-Klinikums aus der Taufe.

Maßgeblich beteiligt war er auch an der Entstehung des heute jährlich ausgeschriebenen Kulturpreises Schwarzwald-Baar und saß eine Legislaturperiode lang für die CDU im Kreisrat.

„Ein Glücksfall“

Für sein soziales Engagement erhielt Jürgen G. Hess 2011 das Bundesverdienstkreuz, bei dessen Verleihung der damalige Landeswirtschaftsminister Ernst Pfister sagte: „Sie sind ein Glücksfall für die Stadt, die Region und für das Land“. Auch der Villinger Fasnet war Jürgen G. Hess zugetan. So war er einer der Gründer der „Alten Kanne“ und marschierte an den hohen Tagen stets voran.

Der Unternehmer

Besonders als erfolgreicher Unternehmer wurde Jürgen G. Hess bewundert und gefeiert. 1969 übernahm er die von seinem Vater Willi 1947 gegründete Gießerei in der Lantwattenstraße.

Als Hersteller von Waffeleisen und das Villinger Stadtwappen, über Stadtbild-Reliefs und die ersten Straßenlaternen – das erste Modell „Villingen“ beleuchtete ab 1978 die Innenstadt und die Nachfolgemodelle tun das bis heute – entwickelte er sie bis zur seit der Jahrtausendwende möglichen LED-Technologie weiter.

2007 übergab er die Geschäftsführung an seinen Sohn Christoph und wachte als Aufsichtsrat über sein Lebenswerk, mit dem er viele Jahre lang Arbeitgeber für zuletzt über 400 Beschäftigte war.

In seinem Sinne bittet seine Familie anlässlich seines Todes statt Blumen um Spenden für „Refugio“.