Kathy Griffin schätzt die eindeutige Pose: für den US-Star-Fotograf Tyler Shields posierte sie mit einer Nachbildung eines abgetrennten, blutüberströmten Kopf des US-Präsidenten Donald Trump. Foto: AFP

Abseits des roten Teppichs lauern Fettnäpfchen, manchmal sogar Abgründe. Wir spüren sie auf. Heute: wie die Komikerin Kathy Griffin Kopf und Kragen riskierte mit einem ebensolchen in der Hand.

Stuttgart - Achtung, es wird makaber: die US-Komikerin Kathy Griffin hat für ein Foto mit einer Nachbildung des abgetrennten, blutüberströmten Kopfes von US-Präsident Donald Trump posiert. Nachdem dieses in den sozialen Medien auftauchte, folgte nicht nur ein Shitstorm, sondern auch eine Kündigung: Der US-Sender CNN teilte laut „The Hollywood Reporter“ mit, dass man nicht länger mit Griffin zusammenarbeiten werde. Rumms. Übers Ziel hinaus geschossen. Die Schauspielerin und Komikerin ruderte schnell zurück und entschuldigte sich. Zu spät. Neben unzähligen vernichtenden Kommentaren auf Twitter und Co beschwerten sich auch die Trumps persönlich öffentlich über das Bild. Der Präsident bezeichnete es als „krank“ und sagte, dass vor allem sein elfjähriger Sohn Barron davon sehr verstört gewesen sei. Und Ehefrau Melania zweifelte an Griffins Geisteszustand.

Gleiches mit Gleichem vergelten ist blöd

Die Komikerin hatte die Aktion zu Beginn noch als Satire verteidigt, wohl frei nach Tucholskys Satz „Was darf die Satire? Alles.“ Sie hat nur vergessen, dass nicht alles Satire ist, nur weil es ein Tabu bricht. Man muss kein Trump-Anhänger sein, um das Fotomotiv geschmacklos und vollkommen daneben zu finden. Während der Rapper Snoop Dog sich im Video zu seinem Song „Lavender (Nightfall Remix)“ wenigstens noch die Mühe gemacht hat, den Trump-Darsteller, auf den er eine Pistole richtet, als Clown zu karikieren, setzt Griffin auf plakative Grausamkeit. Man kann das als Antwort auf Trumps Foltererwägungen und die Kriegsdrohungen gegenüber Nordkorea verstehen. Man kann aber auch einfach finden: Gleiches mit Gleichem vergelten ist blöd. Damit stellt man sich nämlich auf eine Stufe mit Trump.

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