Beim Startschuss für ein außergewöhnliches Projekt beim Fototermin im Nagolder Rathaus (von links): Jürgen Großmann, Rainer Schmid, Thomas Eisseler, Franz Röber, Andrea Perschke und Marc Spies. Foto: Breitling

Soziales: Kooperationsprojekt startet in Nagold / Franz Röber übernimmt die Koordination

Dieser Tage fiel der Startschuss zum Projekt "Wohnraum für alle". Das Projekt ist eine Kooperation des Diakonieverbands Nördlicher Schwarzwald, der Urschelstiftung, der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, des Stadtseniorenrats sowie der Nachbarschaftshilfe und wird von der Stadt unterstützt.

Nagold. Das Projekt wurde gemeinsam entwickelt, um lokal im Großraum Nagold wegen der drängenden Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum aktiv zu werden, um vorhandenen, leerstehenden, Wohnraum neu zu vermieten. Ein Kümmerer unterstützt seit September in diesem kostenfreien Angebot potenzielle Vermieter wie auch Wohnungssuchende.

Ziel dieses Projektes ist es, mit Eigentümern von bisher ungenutztem Wohnraum in Kontakt zu treten und Möglichkeiten zu erörtern, diese stille Wohnraumreserve zu mobilisieren. Dabei bieten die Akteure eine umfassende kostenlose Beratung und Begleitung sowie finanzielle Sicherheit für mögliche Vermieter. Unterstützt wird dieses Projekt durch erfahrene Juristen und Architekten.

"Die Schaffung von Wohnraum bedarf besonders kreativer Ideen"

Der Oberbürgermeister der Stadt Nagold Jürgen Großmann lobte die Initiative und führte aus: "Die Schaffung von Wohnraum bedarf besonders kreativer Ideen. Durch die Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure geschieht eine maximale Bündelung des Potenzials. Dies garantiert eine bestmögliche Umsetzung des Projekts, zu dem ich viel Erfolg wünsche."

Jeder Mensch braucht ein Zuhause, in dem er sich wohl und geborgen fühlt. Für viele Menschen ist es jedoch nicht leicht, geeigneten Wohnraum zu finden. "Für die Urschelstiftung ist es ein großes Anliegen, dass insbesondere Menschen mit geringem Einkommen, Alleinerziehende, Familien, Rentner und Rentnerinnen, vielleicht eine Chance bekommen, über dieses Unterstützungsangebot geeigneten Wohnraum in Nagold zu finden", betonte Thomas Eisseler, Vorsitzender der Urschelstiftung.

"Uns ist bewusst, dass es sehr häufig verständliche Vorbehalte gegen eine Vermietung von Wohnraum gibt. Wir wollen mit unserem Angebot versuchen, als Vermittler, diese Vorbehalte auszuräumen und zwischen Vermietern und Mietern Brücken bauen", so Marc Spies, Abteilungsleiter Migration und Flucht im Diakonieverband.

Andrea Perschke, Geschäftsführerin des Diakonieverbandes verweist auf die vielfältigen Kontaktmöglichkeiten zu Kirchen und weiteren Netzwerken. "Damit eröffnen sich viele Möglichkeiten, sich im Gespräch mit Bürgern über dieses wichtige Thema auszutauschen und für unser Angebot zu werben."

Eberhard Schwarz und Wolfgang Hübner vom Stadtseniorenrat freuen sich, dass durch das Projekt Eigentümer vertrauensvoll angesprochen und begleitet werden können. Denn, "wir brauchen einfach auch Wohnraum, der nicht so teuer ist", so Schwarz.

Auch der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Nagold liegt dieses Projekt am Herzen, und sie möchte auf das Projekt aufmerksam machen und unterstützend begleiten, so Matthias Walter, Pastor der evangelisch-methodistischen Kirche in Nagold.

Die Suche nach einem bekannten und kontaktfreudigen Mitarbeiter gestaltete sich zunächst als schwierig. Nun ist man fündig geworden und hat Franz Röber, der im Kirchenbezirk Nagold durch seine 15-jährige Berufstätigkeit im evangelischen Jugendwerk bekannt geworden ist, als Ansprechpartner angestellt.

"Das Recht auf Wohnen ist ein Menschenrecht!", so Franz Röber, der sich auf diese neue Aufgabe freut und gespannt ist auf die hoffentlich vielen Kontakte zu den Bürgerinnen und Bürgern dieser Stadt. Röber dankte allen Beteiligten für die intensive Vorarbeit des Arbeitskreises. Ohne dieses große Potenzial wäre solch ein Projekt nicht zu stemmen.

Für weitere Informationen kann man sich direkt an Franz Röber wenden, Telefon 0160/94461482, E-Mail f.roeber@diakonie-nsw.de