Die Stadt Schiltach möchte für den Prozess der Bürgerbeteiligung schon innerhalb des nächsten halben Jahres möglichst viele Bürger „mit ins Boot nehmen“.
Basierend auf den drei Leitfragen „Wie nutzen wir digitale Tools gemeinwohlorientiert?“, „Wie gestalten wir transparente, ko-kreative Entscheidungsprozesse?“ und „Wie sichern wir langfristige Investitionen in die Transformation unserer Gemeinde?“ sollen im Projekt „SchiltachPlus“ mit den externen Moderatoren unter maximal möglicher Beteiligung aller Interessengruppen in Schiltach bis zu 15 Themenfeldern beackert werden.
Den Weg dahin zeigte Geschäftsführer Moritz Meidert in der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend auf.
Kosten für das Projekt
Die Kick-Off-Veranstaltung (zunächst mit den Gremien in der Verwaltung, dann auch in Form einer Bürgerversammlung), Anschlussformate, um Gruppen, die in der Bürgerversammlung nicht oder kaum erreicht werden konnten, mit dazu zu holen, verschiedene Workshop-Formate, Abschlusspräsentation und die Dokumentation schlagen mit circa 58 000 Euro zu Buche. Den Auftrag dazu erteilte der Gemeinderat mit einstimmigem Votum.
Mehrere Gemeinderäte äußerten Zweifel am ambitionierten Zeitplan (Start noch im November, Kick-Off-Bürgerversammlung nach der Weihnachtspause, Abschluss im April 2026), „unser Team bekommt das auf die Reihe, wenn der Kommunikationsfaden zu den Bürgern einmal gespannt ist, ist es von Vorteil, hier schnell weitere Gesprächs- und Diskussionsformate anbieten zu können“. Ansonsten liefe das Projekt Gefahr, ins Mai-Loch (viele Feiertage) oder gar ins Sommerloch zu fallen, dies hätten Erfahrungen aus anderen Gemeinden beziehungsweise vorher abgewickelten Projekten gezeigt.
Generierung von Ideen
„Wir treten nicht an, Defizite aufzuzeigen oder Hausaufgaben für die Verwaltung zu kreieren“, stellte Meidert klar. Gemeinsam mit der Schiltacher Bevölkerung sollen Ideen generiert und Entwicklungspfade für die Umsetzung dieser Ideen diskutiert werden.
Dominante Meinungsführer würden in den Diskussionsrunden durch „robuste“ Moderation in ihre Schranken verwiesen und begonnene Projekte – wie die Umgestaltung des Friedhofs – hätten durchaus Potenzial, mit stärkerer Bürgerbeteiligung für die Gemeinschaft in Schiltach noch „runder“ werden zu können, stellte Meidert abschließend in Aussicht.
Bürgermeister Thomas Haas freute sich auf das Projekt, schließlich komme Schiltach im Januar dann mit seiner regen Vereinslandschaft gerade mit viel Energie aus dem viel Gemeinschaft stiftenden Jubiläumsjahr.