Die Kapelle "Polika" unter der Leitung von Dominik Schmitt spielte zünftige Wirtshausmusik in der Spielberger "Linde". Foto: Däuble

Es war ein Szenario, dass es so nur noch im bayrischen Fernsehen gibt: 20 Musiker in Tracht, ein volles Wirtshaus und dazu deftige Schlachtplatte. "Polika" trat in der "Linde" in Altensteig-Spielberg auf.

Altensteig-Spielberg - Der vergangene Samstag bot für jeden Blasmusik-Fan einen Ohren-Schmaus. Die Blaskapelle "Polika" spielte im Landgasthof Linde in Spielberg vor mehr als 120 Gästen auf und begeisterte ihr Publikum mit Klassikern von Ernst Mosch aber auch modernen Stücken aus dem böhmisch-mährischen Jargon.

Hinter der kleinen Besetzung verbirgt sich eine "Projekt-Kapelle", die sich im Rahmen des Bundestagswahlkampfs 2021 aus verschiedenen Musikkapellen zusammengetan hatte, um auf die Situation von Musikvereinen während der Pandemie aufmerksam zu machen.

Jahresabschluss des Ensembles

Unter der Leitung von Dominik Schmitt, Dirigent des Musikvereins Lyra Iselshausen, spielte die Kapelle dieses Jahr bereits in Calw, Bad Wildbad und auch vor dem Reichstagsgebäude in Berlin. Der Wirtshausmusikanten-Abend im Spielberger Landgasthof Linde war der Jahresabschluss dieses Ensembles.

Von der "Südböhmischen Polka", dem "Castaldo-Marsch" bis hin zu modernen Stücken wie der Polka "Ein junger Egerländer" präsentierte die Blaskapelle ein anspruchsvolles Potpourri für Anhänger der Egerländer Musik. Im Polka-Takt luden sie zum Mitschunkeln ein. Mit gekonnter Stilistik und feinen Nuancen entfaltete das Ensemble eine Dynamik, die das Publikum begeisterte.

Der 29-jährige Dirigent Dominik Schmitt aus Simmersfeld hatte aus 20 einzelnen Musikern eine schlagkräftige Musiker-Truppe geschliffen, die den Ausgleich zwischen feiner Ornamentik und melodiösen Harmonien perfekt beherrschte. Das Publikum belohnte das mit reichlich Applaus.

Gesangs-Duo im Einsatz

Das Gesangs-Duo bestehend aus Martina Hauser-Hartmann und Julian Däuble (beide von der Stadtkapelle Haiterbach) zeigte mit "Rauschende Birken" und "Liebling, ich hab dich tanzen sehen" eine fast vergessene Facette der Moschschen Blasmusik auf. Däuble führte als Moderator charmant und witzig durch den Unterhaltungsabend. Einen Extra-Applaus verdiente sich die engagierte Wirtshausfamilie Kalmbach, die passend zu diesem Festtag deftige Schlachtplatte und Schnitzel servierte.

Ob es eine Wiederholung dieses musikalischen Spektakels gibt, ließen die Musiker offen. Ginge es nach dem Applaus der Zuschauer, dann gäbe es im nächsten Jahr Anlass genug. Nachzuschauen ist der Wirtshausmusikanten-Abend auf dem YouTube-Kanal "Studio Heimatblick".