Die Interessengemeinschaft „Stoppt den S-Bahn-Wahn im Kandertal“ hat sich im Weiler Gemeinderat zu Wort gemeldet.
Anne Schneider, Sprecherin und Mitgründerin der Interessengemeinschaft „Stoppt den S-Bahn-Wahn im Kandertal“ (IG) hat in der Bürgerfragestunde des Gemeinderats ihr Anliegen vorgestellt und Oberbürgermeisterin Diana Stöcker eine Unterschriftenliste übergeben.
Über 1000 Unterzeichner hätten sich einer Online-Petition der IG angeschlossen, weitere rund 100 hätten „offline“ unterschrieben, machte sie in ihrer Wortmeldung deutlich.
In ihrer Argumentation gegen eine künftige S-Bahn-Strecke im Kandertal hob sie vor allem den finanziellen Aufwand hervor, welchen dies für die anliegenden Gemeinden bedeuten würde.
Im Umweltausschuss des Kreistags des Landkreises Lörrach sei am 8. Oktober der Vergabe der Leistungsphase eins und zwei der Reaktivierung der Kandertalstrecke zugestimmt worden.
Bedingung dafür sei, dass die Anliegerkommunen insgesamt sich mit 50 Prozent an den 1,4 Millionen Euro Planungskosten beteiligen, die nicht vom Land Baden-Württemberg übernommen werden. Ursprünglich sei einmal von 10 Prozent Kostenbeteiligung die Rede gewesen.
Schneider führte auf: Für Binzen seien das, proportional zum Anteil der Einwohner im Kandertal, nun 91 000 statt 16 900 Euro, für Weil am Rhein mit Haltingen 243 600 statt 45 240 Euro, was einem Anteil von 34,8 Prozent der Gesamtkosten entspreche.
„Horrende Kosten“
Der Binzener Bürgermeister Andreas Schneucker habe auf Nachfrage der IG seine Ablehnung zu erkennen gegeben, diese „horrenden“ Kosten zu übernehmen.
„Wäre die Stadt Weil am Rhein gewillt beziehungsweise in der Lage, diese immensen Kosten für die Reaktivierung der Kandertalstrecke zu tragen?“, stellte Schneider daher als Frage in den Raum.
Würde Binzen aussteigen, könnten sich die Kosten für die anderen betroffenen Kommunen sogar noch erhöhen, merkte sie außerdem an.
Kreistag entscheidet am Mittwoch
Oberbürgermeisterin Stöcker verwies auf die Debatte am Mittwoch im Kreistag. „Wir sind in einer schwierigen, finanziellen Lage“, hielt sie fest. Die Kommunen würden jeden Euro umdrehen.
Die Interessengemeinschaft hat laut Schneider rund 50 Mitglieder, darunter auch solche aus Weil am Rhein und Haltingen. Von fünf der Mitglieder wurde sie am Dienstag in die Gemeinderatssitzung begleitet.