Die Bewohner von Agbélouvévor dem Brunnen, der dank der Spendenaktion aus Schiltach gebaut werden konnte. Foto: Bartsch

Ein Brunnen, der für fließendes Wasser sorgt. Ein Schulhaus, das bessere Bildung ermöglicht. Zwei Projekte, die das Leben der Menschen in Agbélouvé verändert haben, von Schiltachern initiiert wie finanziert und nun erfolgreich abgeschlossen wurden.

Der Hahn wird aufgedreht. Klares, sauberes Wasser fließt heraus. Was in Deutschland als selbstverständlich hingenommen wird, sorgt bei den Bewohnern im Ort Agbélouvé im afrikanischen Land Togo für Jubelstürme: Unzählige Menschen tummeln sich an diesem Tag um die Stelle, an der sie das Wasser nun einfach abzapfen können, anstatt kilometerweit laufen zu müssen. Frauen füllen gleich ganze Eimer und transportieren sie auf ihren Köpfen ab, Kinder trinken das frische Wasser direkt am Hahn. Viele von ihnen tragen blau-weiße Polohemden, auf denen „Vielen lieben Dank Schiltach“ zu lesen ist.

 

Die Einweihung des Brunnens an diesem 17. Januar markiert den Abschluss einer gut drei Jahre andauernden Hilfsaktion, die von Schiltachern auf den Weg gebracht worden war – allen voran von Hervé „Erwin“ Kossi Dotse. Dotse, der aus Agbélouvé stammt und seit vielen Jahren in Schiltach lebt, sammelte immer wieder Sachspenden für seinen Heimatort.

Anfang 2022 bekam Dotse von den beruflichen Schulen in Wolfach 57 Computer gespendet. Doch das Schulgebäude, wenn man es überhaupt so bezeichnen konnte, war dafür überhaupt nicht ausgelegt – es handelte sich um mit Stroh bedeckte Hütten.

Eine der modernsten Schulen in Togo

Mit Unterstützung von seinem Freund Uwe Bartsch und dem Sozialen Netzwerk Schiltach/Schenkenzell um Vorsitzende Annette Wolber sammelte Dotse Spenden für den Bau eines neuen Schulgebäudes. Die Stadt, hiesige Betriebe und Privatpersonen beteiligten sich an dem Projekt, so dass die benötigte Summe schnell zusammenkam und die Schule im November 2023 mit einem großen Fest eingeweiht werden konnte. „Das Beste was man machen kann, ist in Bildung zu investieren“, unterstreicht Wolber. Die Schule, die neben vier Klassenzimmern auch den ersehnten Computerraum umfasst, ist eine der modernsten im Land.

Foto: Ortmann

Doch schon auf dem Rückflug aus Togo hatte die Schiltacher Delegation die nächste Idee: „Vor Ort ist uns bewusst geworden, wie wichtig ein Brunnen ist“, berichtet Wolber. Die Toiletten der Schule waren für die rund 470 Schüler nicht ausreichend und der alte Brunnen versandet. Erneut konnte sich das Projektteam auf die Spendenbereitschaft der Schiltacher verlassen. In nur drei Monaten war der Brunnen schließlich gebaut. Von der Geschwindigkeit zeigt sich auch Schiltachs Bürgermeister Thomas Haas beeindruckt: „Es war erstaunlich, wie schnell das dann ging.“

Menschen zeigen „unendliche“ Dankbarkeit

Im Januar reiste das Projektteam dann abermals nach Togo, um bei der Einweihung des Brunnens dabei zu sein. Was sie dort erlebten, beschreiben sie als „Wow-Effekt“. Kein einziger der 400 reservierten Stühle blieb bei der Zeremonie frei, die Zahl der Gäste war um ein Vielfaches höher. „Wir haben gesehen, dass die Leute unendlich dankbar sind“, betont Wolber.

Foto: Bartsch

Davon zeugt auch ein Dankesschreiben der Schüler, das an die Spender aus Schiltach und Umgebung adressiert ist. Der 17. Januar 2025 werde in Goldbuchstaben in die Geschichte der Schule eingraviert, heißt es darin.

Mit dem Wissen, das Leben der Menschen in Agbélouvé verändert zu haben, kann das Schiltacher Team nun einen Strich unter das Projekt ziehen. Dass sie aber „irgendwann wieder etwas machen werden“, deutet Uwe Bartsch bereits an.