Karl Götz (links) und Eberhard Stihle mit dem selbstgebrauten "Hannikelbräu"-Bier. Foto: Roth

Dass Sulz und seine Ortsteile eine große Back- und Brautradition haben, ist kein Geheimnis. Schließlich war es Gründervater Johann Kopp, der die Traditionsbäckerei bereits 1693 in Sulz ansiedelte.

Sulz - Und auch das Bier fand schnell seine Heimat in der Gegend: Im "Bürgerstüble", das 1955 von Ernst Beil gegründet, wurde hausgebrautes Bier ausgeschenkt. Reiner Breil, der seit 2010 mit Frau Claudia die Wirtschaft übernommen hat, bietet saisonal ebenfalls eigengebraute Biere an.

Die traditionsreiche Geschichte nahm sich während der Coronavirus-Pandemie nun das Bürgerengagement "Quartierentwicklung" zum Anlass und erarbeitete eine Ausstellung rund um Back- und Brautradition in Sulz und Umgebung. Federführend zeigt sich in der Angelegenheit Karl Götz, der das Projekt in der jüngsten Gemeinderatssitzung vorgestellt hat.

Ziel des Bürgerengagements ist es, auf die Handwerkstradition in Sulz hinzuweisen und den Bürgern durch die mobile Ausstellung zugänglich zu machen. Götz erklärt: "Wir haben verschiedene Infotafeln zu der Back- und Braukunst im Allgemeinen und mit speziellem Bezug zu Sulz gestaltet." Vor dem Sitzungssaal im Backsteinhaus hatten die Stadträte die Möglichkeit, sich über die Tradition zu informieren.

Aber nicht nur über die Theorie hat das Quartiers-Team geforscht: Entstanden ist im Rahmen des Projektes das selbstgebraute "Hannikelbräu", das in limitierter Zahl produziert wurde. "Weit müssen wir ja nicht reisen, um das nötige Handwerkszeug zu lernen", verweist Götz auf das "Bürgerstüble" in Sigmarswangen. Eine Kostprobe ließ sich der Gemeinderat im Anschluss an die Sitzung nicht entgehen.

Götz mahnt aber an: "Das Projekt soll auch dazu animieren, die Handwerkskunst wieder stärker zu fördern – insbesondere auch in Sulz und Umgebung". Denn: Von den ehemals 16 Gaststätten mit Brauaktivität ist nur noch das "Bürgerstüble" übrig.