Für das „Telekom-Hochhaus“, in dem verschiedene Büros und Dienstleister angesiedelt sind, gibt es große Pläne – ebenso wie für das Areal drumherum. Foto: Otto

Das ist überraschend: Das Telekom-Areal in Rottweil samt dem markanten Hochhaus steht zu Verkauf. Und nicht nur das: In konkreten Plänen wird auch aufgezeigt, was auf dem Gelände passieren soll.

Es geht um rund 17 000 Quadratmeter Fläche zwischen Steig, Breslauer Straße und Danzinger Straße in Rottweil. Geprägt wird das Gelände von den zwei mächtigen Telekom-Bauten, dem Hochhaus und dem Bürogebäude im rückwärtigen Teil.

 

Die Telekom-Immobiliensparte hat das Ganze nun ausgeschrieben als „Projekt zur Wohnentwicklung“ – die Vergabe erfolge „nach Höchstgebot“. Und in zahlreichen beiliegenden Plänen wird ersichtlich, dass die Planungen zur Bebauung des Gebiets schon weit fortgeschritten sind. Es soll Wohnraum entstehen – sowohl in mehreren neuen Bauten, als auch im markanten Hochhaus. Die Büroräume darin sollen komplett zu Wohnungen umgenutzt werden.

Planung geht von 212 neuen Wohneinheiten aus

Die Dimensionen sind gewaltig: Allein für das Hochhaus sind 56 Wohnungen vorgesehen – zudem sind sechs weitere Mehrfamilienhäuser geplant, eine Kita und in einem zweiten Bauabschnitt weitere zwei Gebäude. Unterm Strich geht die Planung von 212 Wohneinheiten aus – sprich: Ein ganz neues Stadtviertel soll da entstehen. Überraschend auch: Laut des Inserats im Internet könne bereits „Ende 2023 mit der Bauleitplanung begonnen werden“. Gesucht wird also wohl ein Investor, der nun in diese Planungen einsteigt.

Was sagt die Stadt dazu?

Was sagt die Stadt dazu? Wir fragen nach, schließlich gehört das Areal in ein Stadtgebiet, in dem Rottweil die Weiterentwicklung bewusst steuern will. Auf Nachfrage am Dienstag heißt es: „Wir begrüßen natürlich grundsätzlich Entwicklungen in diesem Bereich, denn das Vorhaben fällt in den sogenannten Rahmenplan Südliche Mittelstadt.“ Für den Bereich Stadionstraße – Heerstraße – Steig – Tuttlinger Straße hat der Gemeinderat 2018 den Rahmenplan beschlossen, um das Gebiet städtebaulich neu zu ordnen. Insbesondere ist die Entwicklung von Wohnungsbau vorgesehen – ein „Faktor zur Zukunftssicherung der Stadt Rottweil“, wie betont wird.

Der rückwärtige Teil mit dem mächtigen Bürogebäude. Foto: Otto

Zumindest da passt das Telekom-Areal samt den vorliegenden Plänen also rein. Außerdem gibt es im Rahmenplan noch das Moker-Areal und das geplante Wohngebiet „Engelshalde“ .

Beim Breucha-Areal ist man schon weiter

Im westlichsten Bereich des Rahmenplans ist man am weitesten fortgeschritten. Nach einem Investorenauswahlverfahren für das Grundstück Heerstraße 79 steht fest, dass die GVS das Breucha-Areal neu bebauen wird. Für das Moker-Areal soll demnächst Planungrecht geschaffen werden. Zuvor ist eine Anwohner-Information geplant.

Für alle Projekte braucht es allerdings die Aufstellung oder Änderung eines Bebauungsplanes, erklärt die Stadt. So auch für das Telekom-Areal. Man sei in Kontakt mit dem Grundstückseigentümer. „Er hat uns seine aktuelle Planung für das Gelände im November zugesandt und um Abstimmung gebeten. Über das Inserat wird nun offensichtlich für die weitere Projektentwicklung ein Käufer oder Investor gesucht“, so die Stadt.

Allerdings: „Die Ankündigung auf dem Immobilienportal, dass bereits Ende 2023 mit dem Bauleitplanverfahren begonnen werden kann, kann von unserer Seite aus so nicht bestätigt werden.“ Die Planung sei zunächst „auf die vielschichtigen städtebaulichen Themen hin abzustimmen und gegebenenfalls anzupassen“. Und zunächst sei nun das Moker-Areal an der Reihe.

Attraktive Lage

An der Bedeutung des geplanten Projekts auf dem Telekom-Areal lässt die Stadtverwaltung jedoch keinen Zweifel. „Es handelt sich um eine attraktive, stadtnahe Lage. Wir würden uns freuen, wenn Bewegung in die Entwicklung des Bestandes kommt, zumal wir nach wie vor einen hohen Bedarf an Wohnraum in Rottweil verzeichnen.“ Man stehe jederzeit für weitere Gespräche bereit.

212 neue Wohnungen – das würde dem Rottweiler Wohnungsmarkt Luft verschaffen. Bis sie realisiert sind, wird es aber noch dauern. Zunächst wird ein höchstbietender Investor gesucht – mit Mut für etwas größere Dimensionen.