Wie können Jugendliche für Politik begeistert werden? Darüber diskutierten die Vereinsvertreter am Dienstagabend in der Festhalle. Foto: Springmann

Wie das gelingen kann, war ein Thema bei der Versammlung der Vereinsvertreter in Oberwolfach. Nun hat die Gemeinde eben diese mit ins Boot geholt.

Die Gemeinde hat sich bereits seit Längerem auf die Fahnen geschrieben, die Kinder und Jugendlichen am Ortsgeschehen und der Politik aktiv zu beteiligen. Das soll unter anderem durch das Landesprogramm „Jugend bewegt“ (siehe Info) gelingen. Mit einem großen Jugendpolitiktag soll nun ein weiterer Schritt unternommen werden.

 

Um die Jugendlichen besser erreichen zu können, sind aber auch die Vereine gefragt – und vor allem darum waren die Jugendleiter am Dienstagabend zur Vereinsvertreterversammlung in die Festhalle eingeladen worden.

Alles steht und fällt mit der Motivation

„Wenn Sie die Jugendlichen in Ihrem Verein motivieren, dann hat das mehr Erfolg als ein Einladungsschreiben des Bürgermeisters“, erklärte der Waldkircher Kommunalberater Udo Wenzl, der Oberwolfach als Moderator begleitet.

Zunächst forderte Wenzl die Teilnehmer auf, die Perspektive der Jugendlichen einzunehmen und einzuschätzen, wie sie sich in Sachen politische Teilhabe fühlen – von „Meine Meinung zählt eh nicht“ bis „Mir doch egal“. Dabei zeigte sich, dass die meisten Teilnehmer der Meinung waren, dass die Jugendlichen weder das eine noch das andere Extrem wählen würden. Im Gegenteil: Sie würden sich mehr für Politik interessieren, wenn Sie richtig angesprochen werden.

Auch im zweiten Teil zeigte sich: In Oberwolfach gibt es zwar viele verschiedene Angebote für Jugendliche, gerade in den Vereinen. „Außerhalb dieser gibt es aber leider wenig“, merkte Lydia Seyffert, Schulleiterin der Wolftalschule an. Und das, obwohl die Gemeinde in dieser Hinsicht viel anbietet – mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg, wie Bürgermeister Matthias Bauernfeind erinnerte. Einmal im Jahr etwa würden die Jugendlichen zu einem Austausch mit der Gemeinde eingeladen. Aber: „Es steht und fällt mit der Motivation“, sagte er.

Schon in der Vergangenheit hat die Gemeinde die Jugendlichen regel,mäßig zum Austausch eingeladen – etwa 2018. Foto: Steitz

Die Vereine seien, etwa bei Vorstandswahlen oder ähnlichem, häufig der erste Kontaktpunkt der Jugendlichen mit der Demokratie, so Wenzl.

Der Einfluss, den die Vereine nehmen können, sei also nicht zu unterschätzen. Die Idee also: „Wenn Sie ihre Jugendlichen motivieren, können wir viele erreichen“, erklärte er.

Einfluss der Vereine ist nicht zu unterschätzen

Der Grundtenor war: Um die Jugendlichen bestmöglich erreichen zu können, müssten die Altersgruppen unterscheiden werden, damit mit ihnen altersgerecht gearbeitet werden kann. „Was können wir mit einer Veranstaltung überhaupt verändern?“, war eine der Fragen, die in der Folge aufkamen. „Lassen Sie uns zusammen den Jugendlichen drei gute Stunden bieten“, rief Wenzl auf. „Ich bin mir sicher, dann finden sich einige, die ihre Ideen in die Politik einbringen wollen“, meinte er. Wünschenswert wäre es, wenn Vereinsangebote an diesem Termin ruhen könnten, so Wenzl. Ein passender Termin für den Jugendpolitiktag soll noch gemeinsam gefunden werden.

Über die Versammlung der Vereinsvertreter und die Termine im Jahr 2024 sowie das Ortsjubiläum im Jahr 2025 berichten wir noch.

Das Landesprogramm „Jugend bewegt“

Das von der Jugendstiftung Baden-Württemberg und dem Landesjugendring 2012 gemeinsam entwickelte Programm Jugend Bewegt stärkt Jugendbeteiligung als elementaren Baustein der Demokratieförderung. „Denn Jugendliche, die sich in der Kommune beteiligen, sich ernst genommen fühlen und eigene Wirksamkeit spüren, lernen die demokratische Auseinandersetzung, demokratische Regeln und Werte kennen. Damit wird radikalisierenden Einflüssen entgegengewirkt“, heißt es auf der Webseite des Förderprogramms unter www.jugendbeteiligung-bw.de.