So sollen die Mehrfamilienhäuser im oberen Bereich des Neubaugebietes Brunnenstraße aussehen. Visualisierung: Architektur 6H Foto: Schwarzwälder Bote

Gemeinderat: Paulus Wohnbau GmbH stellt Bauanträge für Brunnenstraße vor / Frage nach Photovoltaikanlagen

40 Wohneinheiten sollen auf dem Grundstück zwischen Piemont-, Savoyen- und Bourcetstraße im Baugebiet Brunnenstraße in Neuhengstett entstehen. Der Investor stellte dem Althengstetter Gemeinderat nun einen Entwurf vor. Das Gremium war zufrieden, drängte aber zum Teil auf die Installation von Photovoltaikanlagen.

Althengstett-Neuhengstett. Vier Mehrfamilienhäuser mit je acht bis elf Wohneinheiten sollen bald im Neubaugebiet entstehen. Wer sich den Lageplan anschaut, kann sich das zwar ungefähr vorstellen. Für das bessere Verständnis hatten Daniel Schuster von der Paulus Wohnbau GmbH und der Architekt Reginald Eckhoff den Gemeinderäten in der jüngsten Sitzung aber zudem eine Visualisierung mitgebracht.

Eckhoff selbst kam aus dem Schwärmen kaum heraus. Man habe eine "interessante Gliederung" geschaffen, die viel Privatheit zulasse. Trotzdem entstehe auf dem Innenhof "sehr viel Atmosphäre". Dort könne dann ein Gemeinschaftsgefühl der Bewohner im Quartier entstehen. Dies sei auch deshalb möglich, da die Autostellplätze allesamt in die Tiefgarage verfrachtet wurden. 47 Stellplätze stünden hier zur Verfügung. Dazu kämen die 35 öffentlichen Parkplätze in dem Gebiet. Außerdem gebe es noch 72 Fahrradstellplätze.

"Dichte Bebauung, effizient, urban", mit diesen Worten beschrieb Eckhoff das Projekt. Zumindest in Neuhengstett sind das bisher selten gehörte Wörter, wenn es ums Bauen geht. Eckhoff betonte das Ziel der sozialen Durchmischung des Gebietes. Dies wolle man durch unterschiedliche Wohnungsgrößen und damit verschiedenen Preissegmenten erreichen. Die kleinste Wohnung kommt mit zwei Zimmern auf gut 43 Quadratmeter, die größte mit fünf Zimmern auf etwa 100 Quadratmeter mehr.

Insgesamt sei es eine "außergewöhnlich schöne Lage", befand der Architekt. Von allen Wohnungen habe man einen "grandiosen Ausblick". Die vielen Gemeinschaftsflächen schafften ein tolle "Freiraumqualität". Auch ein Spielbereich solle dazu beitragen.

Schuster stellte noch die Energieeffizienzstufe KfW 55 heraus, nach welcher alle Gebäude errichtet würden. Außerdem verbaue man in allen Wohneinheiten eine Smart-Home-Technologie. Rollläden, Lichter, die Fußbodenheizung und die Gegensprechanlage könnten so übers Smartphone oder alternativ über ein Bedienelement in der Wohnung gesteuert werden. Nach Informationen seiner Firma werden alle Wohnungen verkauft. Erste Informationsveranstaltungen dazu sollen bald folgen, wie er am Mittwoch erklärte. Der Baubeginn sei im Februar kommenden Jahres geplant. Eine Bauzeit von circa zwei Jahren sei realistisch.

Die Gemeinderäte waren angetan von der Visualisierung. "Ganz, ganz toll", meinte Eckhard Flik (Grüne). Er erkundigte sich aber auch danach, warum auf den Bildern keine PV-Anlage zu sehen sei. Außerdem machte er darauf aufmerksam, dass die öffentlichen Stellplätze eben dies seien – für die Öffentlichkeit und Besucher, also nicht für die Bewohner. Zudem gab er zu bedenken, was mit einem Smart-Home passiert, sollte der Strom ausfallen.

Wird bald zur Pflicht

Eine PV-Anlage gebe es deshalb nicht, weil die Dächer begrünt werden sollen, erklärte Eckhoff. Schuster warf ein, dass auch eine Abrechnung auf die einzelnen Parteien in vier Gebäuden aufwendig sei. Dies rief Philipp Jourdan (Grüne) auf den Plan. PV-Anlagen würden bei Neubauten ohnehin bald zur Pflicht. Außerdem habe man ein anderes, ähnlich gelagertes Projekt in dem Neubaugebiet. Hier habe man auf die PV-Anlage bestanden. Die bekämen das mit der Abrechnung auch hin, meinte Jourdan.

Lothar Kante (SPD) erkundigte sich zudem noch nach den Ladesäulen für E-Autos. Diese seien an allen Stellplätzen in der Tiefgarage möglich, erklärte Schuster. Ortsvorsteher Gerhard Dietz war von dem Entwurf insgesamt überzeugt. Es sei nun das Ende eines lange Prozessen. Mit den Gebäuden, die errichtet werden sollen, würde "die Latte sehr hoch gelegt". Die Qualität zeige sich. 40 Wohnungen seien für Neuheng­stett ein tolles Angebot.

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