Christian Müller, Vorsitzender des OGV, hat die „Grosselfinger Streuobstwiesen-Initiative“ vorgestellt. Start ist bereits am 2. November. Die wichtigsten Fragen und Antworten dazu.
Der Obst- und Gartenbauverein Grosselfingen hat Großes vor: Der Verein will den Bereich rund um den Wasserhochbehälter zu Streuobstwiesen machen und dabei auch die Bevölkerung einbeziehen. Das Projekt stellte Christian Müller, seit März Vorsitzender des OGV, dem Gemeinderat vor:
Woher kommt die Idee für das Projekt?
Die Hochzeitswiese des OGV muss für das Neubaugebiet „Nördlicher Ortseingang“ auf Dauer weichen. Wie Müller berichtet, sei das Umpflanzen der Bäume wirtschaftlich nicht vertretbar. Deshalb kam die Idee für Neupflanzungen am Bisinger Berg auf.
In dem Bereich gibt es bereits vereinzelt Obstbäume, bleiben diese erhalten?
Nicht alle Bäume sind zu retten. Grund dafür ist der teils massive Mistelbefall. Deshalb soll am 2. November eine Baum- und Fachwarte Zollernalb stattfinden, mit dem Ziel, die Schmarotzerpflanze zu entfernen. Die Bäume sollen, wo möglich, erhalten werden. Zum anderen sollen 2024 und 2025 60 neue Bäume gepflanzt werden, beginnend ebenfalls am 2. November.
Wer pflegt die zahlreichen Obstbäume?
Die Obstbäume gedeihen nur, wenn sie regelmäßig gepflegt werden. Die Gemeinde unterstützt das Projekt, ebenso wie die Baum- und Fachwarte Zollernalb. Letztere machen sich auf, eine „Regionalgruppe Grosselfingen“ zu gründen, die sich um den jährlichen Erziehungsschnitt kümmert. Darüber hinaus können Firmen, Vereine und Privatpersonen Baumpaten werden.
Was bringt es, Baumpate zu sein?
Baumpaten bezahlen 15 Euro pro Jahr und pro Baum, wenn sie Privatpersonen sind, Betriebe bezahlen 25 Euro pro Jahr und Baum. Sie erhalten den Obstertrag und können an Fortbildungen zur Baumpflege teilnehmen, außerdem soll es Baumpatentreffen geben. Die Anlässe, Baumpate zu werden, sind vielseitig: Firmen könnten die Patenschaft als Werbung nutzen, Eltern eines Neugeborenen als „Babybaum“. Denkbar wären ein „Enkelbaum“, ein „Lovebaum“ und auch ein „Most-Krügle-Baum“.
Was bringt die Einrichtung einer Eventwiese?
Diese soll als zentraler Platz diesen für Schnittkurse und Feste. Denkbar wäre der Bereich auch als grünes Klassenzimmer, auch eine Grillstelle könnte eingerichtet werden. So soll Grosselfingens neue Streuobstwiese zum Verweilen einladen. Die Grundschule könnte die Eventwiese auch als grünes Klassenzimmer nutzen.
Wie viel wird die Gemeinde das Projekt kosten?
Im Jahr 2024 müsste die Gemeinde etwa 11 000 Euro investieren. Darin enthalten sind: die Mistelentfernung, die Pflanzung durch die Fachwarte am 2. November, die Obstbäume selbst, Verpflegung und Fledermauskästen. Weitere 10 000 Euro würden nächstes Jahr dazukommen und ab 2026 wären es noch 2000 Euro pro Jahr. Falls ein grünes Klassenzimmer auf der Eventwiese eingerichtet wird, könnten weitere Kosten, etwa für Sitzbänke, entstehen.
Welche Vision hat der OGV mit dem Projekt?
In Grosselfingen wurden Ende der 1960er-Jahre zahlreiche Obstbäume gefällt. Ursprünglich gab es auf der Gemarkung etwa 2250 Bäume. Eines der Ziele ist, genau da wieder hinzu kommen. Die neue Streuobstwiese soll dazu einen Beitrag leisten. Das Projekt soll Leuchtturm-Funktion haben und zum Nachahmen animieren.