Eine zentrale Anlaufstelle für Bürger und Touristen sollte die neue Dorfmitte werden. Daraus wird nun vorerst nichts. Foto: Bernd Mutschler

In der aktuellen Situation nicht machbar – so konstatierte Enzklösterles Bürgermeisterin Sabine Zenker auf Nachfrage einer Bürgerin in der Gemeinderatssitzung. Das Projekt sei nur mit einer hohen Förderung umsetzbar.

In den in diesen Tagen und Wochen zu beratenden Haushalts- und Investitionsplänen der Kommunen für das Jahr 2025 sind vielerorts zahlreiche Projekte vorgesehen. Einen symbolischen ersten Spatenstich für die anvisierte neue Dorfmitte in Enzklösterle wird es in diesem Jahr allerdings nicht geben, weil die Planung für dieses Projekt zumindest vorläufig gestoppt wurde.

 

Projekt stoppen Bei der Gemeinderatssitzung im Frühjahr 2024 hatte Bürgermeisterin Sabine Zenker eine Anfrage der regelmäßigen Sitzungsbesucherin Claudia Ollenhauer zum Fortgang der Planung dieses angedachten Projekts damit beantwortet, dass die Verwaltung derzeit dabei sei, Finanzierungsfragen zu klären. „Eine nur 60-Prozent-Förderung reicht nicht“, so Bürgermeisterin Sabine Zenker damals mit dem Zusatz, dass die Realisierung der neuen Dorfmitte eine finanzielle Mindestförderung seitens des Landes von 75 bis 80 Prozent der Kosten voraussetze. Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung war es wieder Claudia Ollenhauer, die auf eine entsprechende Frage von Bürgermeisterin Sabine Zenker erfahren musste, dass eine neue Dorfmitte zwar schön wäre, diese aber in der aktuellen Situation nicht machbar sei.

Mehr Hundesteuer

Steuern erhöhen Letztmals zum 1. Januar 2021 sei die Hundesteuer angepasst worden, war von Bürgermeisterin Zenker zu hören. Die Gemeinde sei dazu angehalten, in regelmäßigen Abständen die örtlichen Satzungen zu überprüfen und anzupassen, weshalb seitens der Verwaltung ein Vorschlag zur Erhöhung der Hundesteuer kam.

Aktuell werden in Enzklösterle 87 Ersthunde mit einem Steueraufkommen im vergangenen Jahr von 9570 Euro und 23 Zweithunde mit einem solchen von 3450 Euro gehalten. Vorgeschlagen waren jetzt seitens der Verwaltung Erhöhungen der Hundesteuer zwischen zehn und 300 Euro jährlich, wobei folgende Steuersätze ab dem Jahr 2025 beschlossen wurden (bisherige Steuersätze in Klammern): Ersthund 120 Euro (110 Euro), Zweithund 200 Euro (150 Euro), Ersthund Kampfhund 690 Euro (680 Euro), Zweithund Kampfhund 1200 Euro (900 Euro), Zwingersteuer 240 Euro (220 Euro). Kampfhunde werden derzeit in Enzklösterle keine gehalten, auch gibt es aktuell keinen Fall für eine Zwingersteuer.

Zeit erfassen Die bisherige manuelle Arbeitszeiterfassung bezeichnete die Verwaltung in ihrer dazu dem Gemeinderat präsentierten Sitzungsvorlage als arbeitsintensiv, fehleranfällig und angesichts der steigenden Anforderungen von Dokumentations- und Nachweispflichten als nicht mehr zeitgemäß. Zur Einführung einer digitalen Zeiterfassung lagen dem Gremium drei Angebote vor, wovon zwei seitens der Verwaltung als umfangreiche High-End-Lösungen betrachtet wurden, welche die Bedürfnisse der Gemeinde Enzklösterle übersteigen und zu unverhältnismäßig hohen Kosten führen würden. Der Verwaltung erschien deshalb das Angebot „Venabo Zeit“ des Unternehmens Office Komplett (Wehr) mit einmaligen Kosten von etwa 3500 Euro und laufenden Kosten von 255 Euro monatlich jeweils zuzüglich der Mehrwertsteuer als das günstigste, was vom Gemeinderat einstimmig akzeptiert wurde.

Spenden annehmen In der Zeit vom 17. Oktober bis zum 10. Dezember 2024 sind der Gemeindeverwaltung sieben Spendenbeträge zwischen 15 und 50 Euro, davon sechs für das erstmals veranstaltete Kastanienfest und ein weiterer für die Obstaktion im Kindergarten im Gesamtbetrag von 280 Euro zugegangen. Im gleichen Zeitraum erreichten die Gemeindeverwaltung 14 dreistellige Spendenbeträge zwischen 100 und 800 Euro im Gesamtbetrag von 2750 Euro für die Obstaktion in der Grundschule und im Kindergarten, für das Kastanienfest und für den Waldkindergarten. Bürgermeisterin Sabine Zenker bedankte sich für die Spenden, deren Annahme der Gemeinderat zustimmte.

Große Herausforderungen

Verantwortung tragen Zum Schluss der Sitzung meldete sich Gemeinderat Michael Faschon zu Wort und blickte auf das zu Ende gegangene Jahr zurück, in dem vieles umgesetzt worden sei. Als Beispiele dafür nannte er die Tiefbauarbeiten im Bereich des Köhlerwegs, Maßnahmen im Petersmühlenweg im Rahmen des Schwarzwaldverfahrens, die Kanalsanierung im Wohnbereich Rohnbach, die Einrichtung des Waldkindergartens und die Umstellung auf Digitalfunk bei der Freiwilligen Feuerwehr.

„Gleichzeitig werden die Herausforderungen, auf die wir reagieren müssen, in finanzieller und organisatorischer Hinsicht immer größer und sind kaum noch leistbar. „Hierzu brauchen wir Menschen, die anpacken, handeln, in die Zukunft blicken, Verantwortung übernehmen, sich engagieren für uns und unseren Ort“, führte er aus und dankte Bürgermeisterin Sabine Zenker und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gemeinde sowie dem Gemeinderat in seiner früheren und jetzigen Zusammensetzung für das gute und konstruktive Miteinander im Jahr 2024.

Sein Dank ging auch an die Freiwillige Feuerwehr, an die in der Gemeinde im Einsatz befindlichen Mitarbeiter der „Helfenden Hände“ und an alle Mitglieder in Vereinen, die sich insbesondere für das Wohl von Kindern, Jugendlichen und Senioren engagieren und auch an die Kirchen. „Ohne sie wäre vieles nicht möglich gewesen, denn sie bilden das Rückgrat unserer Gesellschaft“, so Michael Faschon. Er rief abschließend dazu auf, den Herausforderungen des neuen Jahres 2025 mit Mut, Engagement und Zuversicht zu begegnen.