Beim symbolischen ersten Spatenstich: Max Hugger (Bauamt, Dritter von links), Jürgen Mehnert (Projektleiter Cablex, Fünfter von links), Bürgermeister Ralf Ulbrich, Daniel Weisshaar (Telekom), Marcus Böker (Bauleiter Cablex), Marco Mundhaas (Geschäftsführer Cablex, Dritter von rechts), Vasilius Mermingas (Cablex) und Sven Burkart, Breitbandbeauftragter der Telekom. Foto: Marcel

Ganz Deißlingen hat bald Glasfaser? So sieht es aus, denn die Firma Cablex legt kommende Woche damit los.

„Dann ist zumindest der Ortsteil Deißlingen magenta“, freute sich Bürgermeister Ralf Ulbrich beim symbolischen Spatenstich.

 

Magenta deshalb, weil Cablex ein Gemeinschaftsunternehmen ist, das die Telekom zusammen mit einem Investor gegründet hat, wie es Daniel Weisshaar erklärte. Gegründet mit dem Ziel, den Glasfaserausbau in Deutschland voranzutreiben.

Deißlingen ist jetzt dran, sehr zur Freude des Bürgermeisters. Denn nachdem man mit einem anderen Investor eine Bauchlandung hingelegt hatte, werden nun 1900 Haushalte an 630 Adressen versorgt. Mit dabei, entgegen der ursprünglichen Planungen, auch die Paulinen- und die Jahnstraße.

Graubereich vorhanden

Ganz Deißlingen? Ein wenig dauert es noch, denn manche Gebiete liegen in einem Graubereich, dafür gibt’s Fördergelder, wie Weisshaar betont, und auf die warte man noch. Dass, wie zunächst vorgesehen, manche Straßen außen vor bleiben sollten, habe man nicht verantworten können, daher sei er den Cablex- und Telekom-Leuten auch auf den Wecker gegangen, sagte Bürgermeister Ralf Ulbrich. Mit Erfolg.

31 Kilometer Glasfaser

Insgesamt werden nun 31 Kilometer Glasfaser verlegt. „Das ist ein Wort. Da haben Sie ganz schön was vor dem Bagger und wir was auf dem Schreibtisch.“ Ulbrich freute sich nicht nur über die gute Zusammenarbeit, sondern auch darüber, dass Deißlingen nun als erste Kommune im Landkreis dabei ist. „Damit ist die natürliche Rangfolge im Kreis wieder hergestellt“, meinte er.

Immerhin – nun wieder ganz ernst – sei die Gemeinde seit vielen Jahren am Glasfaserausbau dran und habe nun mit einem kompetenten und leistungsfähigen Partner die Zielgerade erreicht.

Was ein Team pro Woche leistet

Die Arbeiten starten in der kommenden Woche, vier Bautrupps seien dann im Einsatz, wie es Sven Burkart, Breitbandbeauftragter der Telekom, erläuterte. Jedes Team schaffe in der Woche zwischen 150 und 200 Metern, insgesamt müsse man ein halbes bis Dreivierteljahr mit Einschränkungen rechnen – aufgerissene Straßen und alles, was dazu gehört. Aber: Sobald die Leitungen im Haus liegen, könne man auch gleich lossurfen, versprach Burkart. Dafür sorgt die Glasfaserplus, an der die Telekom beteiligt ist, und die den Ausbau unabhängig von Vermarktungsquoten vornimmt. Damit der Anschluss ins Haus kommt, müssen die Kunden aber zuerst ihren Anschluss buchen. 

„Viel Know-how“ im Gepäck

Kompetenz habe man genug, das betonte Marco Mundhaas, Geschäftsführer der Cablex. Denn die Firma sei von der Swisscom gegründet worden, um sich zu vergrößern, was man derzeit in Süddeutschland tue. „Wir bringen viel Know-how mit.“

Die vier Bautrupps arbeiteten nach Gebieten, die nach den Straßenverteilerkasten eingeteilt sind. Das könne das eine oder andere Mal nach Chaos aussehen, sei es aber nicht, betonte Sven Burkart. Sollte es Probleme geben, dürfe man sich gerne an sie wenden, versprach er.

Nichts für Grobmotoriker

Wie die haarfeinen Glasfaserkabel gesplisst und zusammengefügt werden, das durfte Bürgermeister Ralf Ulbrich dann gleich mal ausprobieren – keine Sache für Grobmotoriker, wie er feststellen durfte.