Freuen sich über die Erweiterung des Calwer WLAN: Sponsoren sowie Mitarbeiter von Skytron, dazu OB Florian Kling (vorne, Mitte), André Weiß, der Leiter des Stadtjugendreferats (hinten, Zweiter von rechts), und die Projektgruppe des Jugendbeirats. Rechts im Bild: der 16-jährige Muhammed. Foto: Parage

Der Jugendbeirat kommt mit seinem Projekt für besseres Wlan einen großen Schritt voran.

Die Stadtverwaltung, die Sponsoren und vor allem die Jugendlichen sind zufrieden: Bald gibt es an noch mehr Stellen in der Calwer Innenstadt öffentliches Wlan. Bereits angehoben wurde die Bandbreite von fünf auf 20 Megabit pro Sekunde. Zu verdanken haben die Calwer und alle anderen, die in den Genuss des schnellen, öffentlichen Internets kommen, dies dem Calwer Jugendbeirat.

 

Bandbreite zu niedrig

Beim Termin mit Stadtverwaltung, Sponsoren und dem IT-Dienstleister Skytron erzählt der 16-jährige Muhammed: „Wir haben festgestellt, dass die Bandbreite zu niedrig ist.“ Muhammed war Teil der fünfköpfigen Projektgruppe. Die jungen Mitglieder besuchen unterschiedliche Schulen in Calw. Von daher wissen sie gut, wer wo wie ins Internet kann.

Die fünf hatten sich angeschaut, wo in der Stadt der Wlan-Empfang noch nicht ausreichend ist.

Ein wichtiger, da für viele Schüler entscheidender Ort, ist der zentrale Omnibusbahnhof (ZOB). Ausgerechnet dort, wo Fahrgäste oft nach Verbindungen suchen, hakt es mit dem Internetempfang.

Auch auf Schulhöfen gibt es bisher kein freies Wlan. Das wollen die Jugendbeiräte ebenfalls ändern.

Denn längst nicht alle jungen Smartphonebesitzer nutzen mit ihrem Gerät mobile Daten. Mehr als die Hälfte der Schüler in seiner Klasse können von unterwegs nicht ins Internet, erzählt Muhammed, der in die 8a der Heinrich-Immanuel-Perrot-Realschule geht.  Deshalb ist öffentliches Wlan „ein großer Vorteil für uns“.

Das sieht Oberbürgermeister Florian Kling genauso. „Internet sollte ein Recht für alle sein“, meint der Calwer Rathaus-Chef. „Wir wollten es nicht abhängig machen vom Geldbeutel der Eltern.“

Schulhöfe noch fraglich

Die Bandbreite wurde deshalb bereits erhöht, vermutlich nach den Sommerferien soll der Wlan-Empfang am ZOB verbessert werden.

Ganz so schnell dürfte es mit dem öffentlichen Internet auf Schulhöfen nicht gehen. Die Stadtverwaltung will zunächst mit den Schulleitern ins Gespräch kommen. Die, das klingt an, sind noch nicht restlos überzeugt. „Da gibt es natürlich Befürchtungen“, sagt Kling. Selbstverständlich müsse man klären, wie das öffentliche Wlan – von dem auch die Lehrer profitieren würden – genutzt werden darf.

Trotzdem ist der OB schon jetzt zufrieden. „Der Jugendbeirat funktioniert wirklich toll“, erzählt er den Sponsoren. Alle Projekte, die angestoßen wurden, seien auch umgesetzt worden. Und hinter das jüngste, besseres Wlan, können die Jugendlichen zumindest schon mal einen halben Haken setzen.

Auch der Gemeinderat konnte sich in seiner jüngsten Sitzung davon überzeugen, dass das Engagement des Jugendbeirats Früchte trägt. Nachdem Muhammed ihnen von dem Wlan-Projekt berichtet hatte, appellierten einige Räte zwar dafür, verstärkt über richtige Mediennutzung aufzuklären, wenn man den Jugendlichen mehr Möglichkeiten zum Surfen bietet (vor allem auf dem Schulhof). Doch bei einer Enthaltung stimmten sie dem Vorstoß der Projektgruppe zu, das Wlan weiter auszubauen.