Strasser-Areal im Jahr 2024 – hier wird vorerst nicht gebaut. Foto: Jessica Müller

Das Strasser-Areal bleibt vorerst, wie es ist. Die Stadt Balingen erklärt per Mitteilung: Das geplante Projekt wird nicht realisiert. Das sind die Folgen.

Eine wichtige Nachricht für die Stadt wird am Freitagnachmittag per Pressemitteilung bekannt gegeben. Lapidar heißt es da: „Das Strasser-Areal in Balingen kann neu gedacht werden“. Unterm Strich bedeutet das: Das geplante Projekt wird nicht realisiert.

 

Die Stadt erklärt: „Im Juli letzten Jahres hatte der Balinger Gemeinderat einen Grundsatzbeschluss zur weiteren Vorgehensweise für eines der wichtigsten Entwicklungsgrundstücke in der Innenstadt getroffen: das Strasser-Areal an der Eyach. Der Beschluss sah vor, dass die von der Wohnbaugenossenschaft Balingen in Zusammenarbeit mit den Münchner Architekten nbundm für das Areal ausgearbeitete städtebauliche Konzeption sowie die darin enthaltene Nutzungskonzeption weiterverfolgt und weiterentwickelt werden soll.“ Doch die letzten Monate hätten gezeigt, dass das geplante Bauvorhaben mit der gewünschten „öffentlichkeitswirksamen Nutzung“ nicht realisiert werden könne.

Dennis Schmidt, Sprecher der Stadt, bestätigte unserer Redaktion am Abend, dass erst einmal nicht gebaut werden wird: „Ob man darf, kann, muss, wird man sehen – dazu gibt und gab es viele Ansichten.“ Wichtig: „Es wird völlig neu entschieden werden.“

Geplant war eine erdgeschossige Gewerbeeinrichtung mit rund 500 Quadratmeter Fläche für einen Biomarkt mit Biobistro und Bäckerei. „Die derzeitigen Rahmenbedingungen erlauben es der Wohnbaugenossenschaft Balingen nicht, das Projekt umzusetzen.“

Die hohen Baupreise spielen eine Rolle

Es geht um die Kosten. Die Wohnbaugenossenschaft habe zwar zahlreiche Gespräche und Verhandlungen mit möglichen Interessenten für die Erdgeschosszonen geführt.

Doch Matthias Aigner, Geschäftsführender Vorstand der Wohnbaugenossenschaft Balingen, berichtet der Stadt zufolge : „Leider müssen wir nach Monaten intensiver Gespräche feststellen, dass aufgrund der allgemeinen Baukonjunktur das Projekt derzeit für viele gewerbliche Interessenten wirtschaftlich nicht darstellbar ist. Neben einem lokalen Biomarkt wurden auch Gespräche mit einem überregionalen Biomarkt, mehreren Physiotherapien und Ärzten, sowie mit Gastronomen geführt. Leider lassen die jeweiligen Geschäftsmodelle der Gewerbetreibenden die baukonjunkturell benötigten Preise, egal ob zur Miete oder zum Kauf, nicht zu. Wir bedanken uns bei der Stadt für das in uns gesetzte Vertrauen und hätten das Projekt in unmittelbarer Nähe zu unseren bereits gebauten Stadthäusern selbstverständlich gerne umgesetzt.“

Die Zahl der Interessenten war am Ende gering: „Belastbare Interessensbekundungen haben wir lediglich von einer Steuerberatungskanzlei, allerdings nicht für das Erdgeschoss, und von Wohnungsnutzern vorliegen. Dies sieht aber das von der Jury ausgelobte Konzept nicht vor“, so Aigner weiter.

Zukunft des Strasser-Areals unklar

Was genau auf dem Areal entsteht, dessen Gebiet auch für die Gartenschau genutzt worden war wird, ist unklar. „Aus Sicht der Stadtverwaltung könnte vor diesem Hintergrund die Zusammenlegung öffentlicher Einrichtungen wie Mediothek, Jugendmusikschule, Volkshochschule, Wissenswerkstatt und Jugendkunstschule eine mögliche Nutzung für das Strasser-Areal sein.“