Die brach liegende ehemalige Baumschule gegenüber dem Schnauffer-Parkplatz in Althengstett wird als "Wald-Farm" zur waldpädagogischen Bildungs- und Begegnungsstätte. Foto: Tröger

Das Gelände der ehemaligen Baumschule beim Schnauffer-Parkplatz wird künftig als Dreh- und Angelpunkt für die waldpädagogischen Maßnahmen des Familienzentrums Althengstett (FAZ) genutzt.

Altgengstett - Das hat der Altgengstetter Gemeinderat einstimmig in seiner jüngsten Sitzung beschlossen.

Über den Stand des Waldprojekts informierte die Leiterin des FAZ-Bereichs Netzwerk und Schulalltag, Barbara Ogbone, den Gemeinderat. Die Initiatoren des Waldprojekts sind Gisela Strauß und Armin Winterstein von der BUND-Ortsgruppe, so Ogbone. Sie selbst und FAZ-Mitarbeiterin Diana Gesang ergänzten die beiden im "Team Wald".

Mehrtägige Angebote

Ab dem kommenden Schuljahr soll eine wöchentliche "Wald-AG" mit Exkursionen in den Wald für die zweite bis vierte Klasse der Ganztagsschule in Althengstett gestaltet werden. In der Planung fürs kommende Jahr sind mehrtägige Angebote im Wald, sogenannte "Wald-Camps".

Gisela Strauß wird sich beim Naturpark Schwarzwald zur Klimabotschafterin qualifizieren. Das Gelände der auch von Ottenbronn und Neuhengstett aus leicht erreichbaren künftigen Wald-Farm soll "eine niedrigschwellige, baulich einfach gehaltene Bildungs- und Begegnungsstätte" werden, heißt es in der Tischvorlage. Auch die Schulen hätten Interesse an einem Klassenzimmer im Grünen signalisiert. Im Gelände sind Wege, größere gepflasterte Flächen, Wasserleitungen, Unterstände und Schuppen als Infrastruktur schon vorhanden. Die Wald-Farm soll laut Vorlage als Bürgerbeteiligungskonzept mit finanzieller Unterstützung der bürgerschaftlichen Stiftung umgesetzt werden, "es entsteht, was interessierte und aktive Bürgerinnen und Bürger zusammen mit dem Team Wald umsetzen". Mit einem Aktionstag am 10. September wird das Projekt der Öffentlichkeit vorgestellt.

Auch Bedenken

Die Kosten der aktuellen Planung bewegen sich im Rahmen dessen, was durch die Bürgerstiftung abgedeckt werden kann, als da sind hauptamtlicher Personaleinsatz, Referentenkosten und gelegentliche Unterstützung durch Bauamt, Bauhof und Forst. Neben laufenden Kosten für Strom, Wasser, Müllentsorgung und Dixie-Toiletten-Entleerung wird mit Ausgaben für Gartengeräte, Bierbänke und Moderationsmaterial gerechnet. Es gibt weiter eine Zisterne für Gießwasser auf dem Gelände. Einige Räte hatten jedoch auch Bedenken, dass trotzdem künftig Kosten auf die Gemeinde zukommen könnten, wie die Diskussion zeigte.

Unter dem Stichwort Erlebnispädagogik sei die fünfte Klasse der Realschule schon im Wald unterwegs, berichtete Thomas Schmidt (FW). "Wir sollten das Wald-Projekt erweitern auf den ganzen Nachbarschaftsschulverband", also auf alle Klassenstufen, schlug er vor. Die Kinder werden das Gelände erobern, ist Hartmut Weber (FW) sicher, "das ist eine nachhaltige Sache".

Über Bürgerstiftung

Jörg Nonnenmann (FW) wünscht sich, das Wald-Projekt um einen Bauernhofbesuch auszuweiten: "Was die Kinder im Kleinen lernen, sehen sie bestimmt auch gern mal im Großen." Auch Rainer Kömpf findet das Projekt gut, aber: "Kleine Pflänzchen entwickeln sich, wenn der Haushalt darüber hinaus (über die angesprochenen Kosten hinaus, Anmerkung der Redaktion) belastet wird mit Personal, Ausbau Toilette et cetera, werde ich bremsen. Ich bitte, dass es ausschließlich über die Bürgerstiftung abgewickelt wird." Das betonte auch Bürgermeister Clemens Götz: "Ich bin voll Ihrer Meinung. Frau Strauß muss Leute finden, die das wollen. Wir als Gemeinde können das nicht leisten." Auch Markus Schwarz (Unabhängige Wähler) sah das Problem mit Toiletten und weiteren eventuellen Wünschen aus der Elternschaft: "Die Kosten werden kommen, meine Meinung." Vom Grundsatz her sei es ein tolles Projekt, sagte Lothar Kante, auch er betonte: "Es muss auf Ehrenamtlichen fußen." Man solle schauen, wie es sich entwickelt und dann in zwei Jahren noch mal genau draufschauen.