Mit der Karos-App soll im Jahr 2026 die Bildung von Fahrgemeinschaften vorangetrieben werden. Was es zum Projekt zu wissen gibt.
Fahrgemeinschaften, vor allem zur Arbeit hin, sollen im Jahr 2026 im Kreis Calw besonders gefördert werden. Dafür startet der Kreis ein einjähriges Projekt, mit dem Pendelwege einfacher gebündelt und einzelne Orte besser erreicht werden sollen, berichtet das Landratsamt.
Vor allem dort, wo der öffentliche Nahverkehr nicht jede Verbindung wirtschaftlich betreiben könne, soll das neue Projekt helfen.
Organisiert werden die Fahrten über die Karos-App. Mitfahrer können das Angebot im Förderzeitraum kostenfrei nutzen. Fahrer erhalten bis zu 7,50 Euro pro Fahrt.
Buchung über App
Über die Karos-App können Nutzer Fahrten und Mitfahrten mit wenigen Klicks buchen und erstellen. Passende Fahrtvorschläge, Buchung, Routenplanung und Abwicklung erfolgen digital.
Das Ziel ist, innerhalb des Projektjahres ein funktionierendes Netzwerk aus regionalen Fahrgemeinschaften aufzubauen. Außerdem erhoffen sich die Verantwortlichen belastbare Erkenntnisse zum Thema, etwa über die Anzahl der Fahrgemeinschaften, die Entwicklung der Nutzerzahlen und über die eingesparten CO₂-Emissionen.
Der Landkreis Calw verfolgt das Ziel der Klimaneutralität bis 2035, erklärt das Landratsamt. Um Emissionen insbesondere im Verkehr zu reduzieren, werden Fahrgemeinschaften als weiterer Hebel im Mobilitätsmix erprobt – besonders auf Strecken und zu Zeiten, in denen Bus und Bahn an Grenzen stoßen.
Das Projekt ist Teil eines vom Umweltministerium Baden-Württemberg geförderten Wettbewerbs, in dem vier Kommunen auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2035 unterstützt werden.
„Durch die Teilnahme am Wettbewerb zur Klimaneutralität wollen wir konkrete, wirksame Maßnahmen umsetzen und nachhaltig Wirkung entfalten. Um die Mobilität der Menschen im ländlichen Raum zukunftsfähig und klimafreundlich zu gestalten, braucht es dabei einen ausgewogenen Maßnahmenmix. Die aktive Förderung von Mitfahr- und Mitnahmemöglichkeiten ist ein wichtiger Bestandteil unserer Gesamtstrategie“, erklärt Landrat Helmut Riegger.
Verkehr und Parkfläche werden entlastet
Und fährt fort: „Sie verbessert die Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen, entlastet Verkehr als auch Parkflächen und leistet durch vermiedene Autofahrten und eingesparte Emissionen einen spürbaren Beitrag zum Klimaschutz.“
Auch Peter Russ, Regional Manager von Karos, betont den wichtigen Beitrag der App zum gesetzten Ziel der Klimaneutralität bis 2035: „Im Landkreis Calw bauen wir Fahrgemeinschaften als regionales Netzwerk für den Pendelalltag auf, um Pendelströme messbar zu bündeln und das tägliche Pendeln für Bürgerinnen und Bürger flexibler und kostengünstiger zu gestalten. Gleichzeitig leisten wir so über eingesparte CO₂-Emissionen einen konkreten Beitrag zum Ziel der Klimaneutralität bis 2035.“
Um möglichst schnell Nutzer für die App zu gewinnen und ein Netzwerk aufzubauen, sollen Arbeitgeber frühzeitig eingebunden werden, vor allem Unternehmen mit 200 und mehr Mitarbeitern. Teil des Netzwerks zu sein, stärke auch den Standort: bessere Erreichbarkeit, Stärkung der Arbeitgeberattraktivität und potenzielle Entlastung von Parkplatzdruck.