Auf einem alten Firmenbetriebsgebäude sollen fünf Unterkünfte für Feriengäste entstehen. Die Investorin ist Jutta Troxler, deren Großvater die Firma dort einst aufbaute, bevor sie umzog. Das Bauvorhaben wurde dem Ortschaftsrat vorgestellt.
Am Beginn der Schuttergasse gleich hinter dem Hauptstraßen-Abzweig soll in Münchweier ein Hallen-Betriebsgebäude abgerissen werden. Dort sollen fünf neue gestaffelte Wohnhäuser für Ferien-Familien entstehen. Vorgesehen ist, auf dem betreffenden ehemaligen Firmengrundstück südwestlich drei und nördlich davon weitere zwei Ferienhäuser in Reihenhausbebauung zu errichten, plus einem eingeschossigen Technikgebäude mit Abstellraum. Wiederum nördlich davon soll ein Carport mit insgesamt acht Stellplätzen entstehen, fünf davon für die entsprechenden Wohneinheiten. Die vorgesehenen Häuser mit überschaubaren Größen von je rund knapp sechs mal 7,6 Metern Grundfläche erhalten flache Pultdächer.
Eigentlich sind in Münchweier neue Ferienwohnungen – ebenso wie in vielen Umlandgemeinden – recht unerwünscht, weil auch dort Bauplatzmangel samt Wohnraumnot für Einwohner oder Zuzugswillige herrscht. Doch einen später folgenden Bauantrag für die Schuttergasse 1 könnte der Ortschaftsrat ohne Einflussmöglichkeit lediglich zur Kenntnis nehmen, weil das geplante Ferienprojekt hier im dörflichen ungeplanten Innenbereich ohne Bebauungsplan entstehen soll. Das hatte Ortsvorsteherin Charlotte Götz vorausgeschickt. Trotzdem hatte sie Jutta Troxler als Investorin und Bauherrin in die Sitzung zu einer Projektvorstellung eingeladen - weil das geplante Vorhaben ja das Ortsbild doch sehr verändern werde.
Zielgruppe sollen Schwarzwald-Reisende sein
Troxler ist alles andere als eine auswärtige Investorin: Ihr Großvater Franz Troxler war der Firmengründer des Landmaschinenhandels samt entsprechender Halle. Schon vor 24 Jahren fand ein Umzug des Handelsbetriebes ins Gewerbegebiet Rohrmatt statt – unter Hinterlassung der früheren Halle im Ortskern. Dort sei es jetzt „Zeit für etwas Neues“ gewesen, so Troxler. Sie will bislang ungenutzten Flächen wieder einem Zweck zuzuführen.
Erste interne Ideen zu eventuellen Hallenumbauten oder Wohnblöcken habe man bald verworfen. Stattdessen wolle man, warb Troxler, die Laie und kein Immobilien-Profi sei, künftigen Gästen eine schöne Urlaubszeit in der Region bieten. Dabei lege man in Münchweier weniger Wert auf Tagesgäste des Europa-Parks, sondern eher auf Ferien-Liebhaber des Schwarzwalds. Deshalb habe man auch eine ökologische Bauweise als Holzständerbauten vorgesehen, mit jeweiligem Schlafraum im Erdgeschoss und Tageswohnzimmer in den gestaffelten ersten Stockwerken, dies samt Balkonen mit jeweiligen Ausblicken auch von den hinteren Ketten-Gebäuden auf Weinberge. Modern ausgedrückt: Für Touristen solle damit ein „Look and Feel“-Effekt (schauen und wohlfühlen) erzielt werden.
Die Investorin wohnt selbst nebenan
Rückfragen von Ortschaftsräten hielten sich in Grenzen. Sie erfuhren, dass ein Parkplatz pro Ferien-Familie nach geltendem Baurecht ausreichend sei – auch wenn einer der außergewöhnlich zahlreich erschienenen Zuhörer auf die jetzt schon bestehende Parkraumnot in der Schuttergasse hinwies.
Ob die Balkone in der vorgesehenen zweiten Etagen nicht für andauernde Lärmbelästigungen von Anwohnern durch rücksichtslose Urlauber sorgen könnten wie anderswo? Da zeigte sich Jutta Troxler schlagfertig: „Ich wohne ja selber nebenan!“
Ansonsten sei man seitens der Investoren gerne offen für weitere örtliche Impulse und Ideen, versprach die Investorin. Das Projekt solle ja schließlich auch mit der Dorfoptik der östlich benachbarten Gebäude an der Hauptstraße schlüssig werden.
Den künftigen Bau-Zeitplan vermochte Troxler noch nicht abzusehen. Immerhin habe man schon im Vorfeld ein Bodenwertgutachten „geschafft“, dass nach entsprechenden Erkundungen keinerlei verdächtigen verborgenen Altlasten ergab.
Ortsvorsteherin Götz zeigte sich unaufgeregt: Wenn man ohnehin schon keinen baurechtlichen Einfluss habe, setze man dann halt mal einen weiteren touristischen Punkt. Sie habe nur den Wunsch, dabei den dörflichen Charakter Münchweiers zu wahren. Ansonsten: „Harren wir mal der Dinge, die da nun kommen werden!“
Nächste Station: Bauausschuss
Als Nächstes steht die Vorstellung des Vorhabens auf der Sitzung des städtischen Bauausschusses (BUT) am Dienstag 18. Februar, ab 19 Uhr im Palais Rohan an. Auch dort wird es keine Beschlussfassung geben. Die Ettenheimer Baurechtsbehörde hat jedenfalls angekündigt, nach erfolgter Fachbehörden-Anhörung eine später beantragte Baugenehmigung zu erteilen.