Bei der Landesgartenschau 2028 ist viel geboten. Davon soll Rottweil auch später noch profitieren. Foto: Landesgartenschau Rottweil gGmbH

Kunst, Vereine, Hochschulen, Schulen: Kaum ein Bereich wird 2028 nicht bei der Landesgartenschau in Rottweil vertreten sein. Der jüngste Planungsstand zeigt das große Ganze.

In zwei Jahren eröffnet Rottweil seine Landesgartenschau. Die Vorbereitungen dafür sind nicht erst seit dem Spatenstich im September 2025 an den vielen Baustellen in und rund um die Innenstadt ablesbar. Wie viel Hirnschmalz bereits in die Ausgestaltung des Programms, die Zusammenführung der Akteure und das Ineinandergreifen der verschiedenen LGS-Bausteine geflossen ist: Bürgermeisterin Ines Gaehn, LGS-Geschäftsführerin Annette Stoll-Zeitler und Baukoordinator Micha Sonnenfroh führten in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats durch den Planungsstand. Hier sind die Highlights.

 

Viele Wege führen in den Stadtgraben

15 Ein- und Zugänge auf das Landesgartenschaugelände wird es geben. Eine ganze Menge. Wobei schon früher viele Wege in den Stadtgraben führten, wie Micha Sonnenfroh in seiner Präsentation zeigte. Natürlich gibt es da die Wege, die bereits da waren und nun saniert werden oder bereits saniert sind, aber auch jene, die schmal und steil bislang unter Wurzeln und Grasnarben versteckt waren.

Ein Hauptteil – die Stadtgraben-Kaskade – nimmt derzeit Gestalt an. Hier soll es einen Wasserlauf geben, viel Grün und ganz viel Aufenthaltsqualität. Baustart für die barrierefreie Rampe ins LGS-Gelände soll in den nächsten Tagen sein, für den Aufzug im Mai. Für die Landesgartenschaubrücke läuft die Ausschreibung, und die beiden anderen Brücken über den Neckar – neckaraufwärts Richtung Göllsdorf – sollen bis November stehen.

Wer alles mitmacht

Das Engagement der Beteiligten ist schon jetzt „überwältigend“, sagt Stoll-Zeitler. Die Partnerstädte werden sich mit Ideen in den Grünanlagen des Hochturms einbringen. Neben Brugg, L’Aquila, Hyères und Imst ist auch das Minentauchereinsatzboot Rottweil vertreten.

Das Landesamt für Denkmalpflege wird – so die Planung bis jetzt – die Zehntscheuer in der Hochmaiengasse/Schwarzer Graben sowie einen Bereich auf dem ehemaligen ENRW-Gelände in der Au bespielen. Auf der gegenüberliegenden Neckarseite soll unter Beteiligung des DRK, der Stiftung St. Franziskus, der Bruderhaus Diakonie, der AWO, der Lebenshilfe und des Vinzenz von Paul Hospitals ein sozialer und inklusiver Garten angelegt werden.

Ein Lob für die NeSA

Ein Ausstellungsbeitrag Naturschutz ist auf der Streuobstwiese für das große Gelände zwischen Schindelbrücke und ENRW geplant. Der Landkreis wird mit drei größeren Beiträgen vertreten sein.

Ein großer Lob ging an die Eisenbahngesellschaft NeSA, die Eisenbahnbetriebsgesellschaft Zollernalb. Es sei ein „Riesenglück“, mit welcher Intensität und Begeisterung sich diese beteilige. So seien einige der Ausstellungen und Beiträge – wie etwa das Thema Floristik – in ihren Hallen auf dem Bahnhofsgelände untergebracht.

Weiter beteiligen sich lokale Kunst- und Kulturschaffende, die Fischer, weitere Vereine und Verbände, die Narrenzunft, der Handel und die Unternehmen, die Gastronomie, die Kirchen, die Teilorte und natürlich die Schulen und Kindergärten.

Ganz schön innovativ

Ein Hingucker versprechen die Ergebnisse der Hochschul-Kooperationen zu werden. Der Pavillon der ICD der Uni Stuttgart etwa, den Gaehn beispielhaft zeigt, ist aus dem 3D-Drucker entstanden und optisch spannend.

Mit dabei sind außerdem die HfWU und die „Pennstate University“ mit sogenannten Geisterzuggärten, die HfWU und die Hochschule Jade mit Zukunftsgärten und Innenstadtbegrünung, die HTWG Konstanz mit einer besonderen Kapelle und die Musikhochschule Trossingen mit einer Soundinstallation und Musikveranstaltungen.

Sport und Spiele am Sport-Beach

Den größten Sandkasten Rottweils wird es auf dem Gelände des Alten Gaswerks geben. 20 auf 30 Meter soll dieser messen und zum Sandeln genauso geeignet sein wie für Beach-Soccer und weitere Sportarten. Drumherum soll es ein Wasserspiel geben, einen Gym-Container, eine Sportbox, eine Vereinshütte für Bewirtung und natürlich jede Menge Liegestühle, Sonnenschirme und mehr.

Stadtaufwärts im Bereich des Hochturms ist eine riesige Kugelbahn mit verschiedenen Stationen vorgesehen.

Hier wird geparkt, dort gefeiert

Bilder von Veranstaltungen anderer Landesgartenschauen, die Stoll-Zeitler zeigt, machen richtig Lust. Pavillons mit Menschen, Musik, Kunst und – was noch wichtiger ist – jeder Menge Spaß und Ausgelassenheit sind zu sehen.

Doch wo viele Menschen zusammenkommen, da muss auch genügend Platz für Fahrzeuge sein. Drei Parkierungsschwerpunkte wird es geben: Auf dem Berner Feld und in den beiden Parkhäusern Süd und Nord.

Die LGS-Fahne kommt schon in diesem Jahr

„Wir werden leider an der Saukirbe in diesem Jahr nicht teilnehmen können“, informierte Gaehn die Ratsmitglieder nach der Präsentation. Göllsdorfs Ortsvorsteher Reiner Hils nahm’s gelassen – wahrscheinlich hatte er einen kleinen Wissensvorsprung. Am traditionellen Saukirbe-Wochenende sind Gaehn, OB Christian Ruf und Co. in Ellwangen, um die LGS-Fahne mit allerlei Brimborium abzuholen. Dort findet nämlich in diesem Jahr die Landesgartenschau statt, und dann ist schon Rottweil dran.

Nach Ellwangen geht’s am 4. Oktober übrigens mit der Dampflok und einer großen Delegation. Bis zu 400 Leute können mit – unter ihnen sollen auch interessierte Bürger sein.

OB-Führungen, Bürgerinfo und Baustellenfest

Während OB Ruf seine Führungen durch das LGS-Gelände ab 21. März fortsetzen wird, ist für 24. März eine größere Bürgerinformation mit Ausstellung vorgesehen. Hier sollen sich auch ehrenamtlich Engagierte angesprochen fühlen, die ihren Beitrag zum Gelingen der Rottweiler Landesgartenschau leisten möchten.

Und noch einen Termin sollte man sich groß in den Kalender schreiben: Am 4. Juli ist ein Baustellenfest auf dem ehemaligen ENRW-Gelände in der Au geplant.