Der Platzbedarf ist in den nächsten Jahren gedeckt, doch wie sieht es mit dem Personal aus? Foto: Berg/dpa

Der Bedarf an Pflegeplätzen in den kommenden Jahren ist insgesamt gedeckt. Das zeigt die Fortschreibung der Kreispflegeplanung für 2021 bis 2025. Also alles bestens? Mitnichten, mangelt es doch an Personal, wie im Sozial-, Kultur- und Schulausschuss des Landkreises deutlich wurde. Außerdem ist das Angebot, bezogen auf die Raumschaften im Kreis, nicht überall ausreichend.

Kreis Rottweil - Die Praxis der Fortschreibung der Kreispflegeplanung komme aus einer Zeit, in der die stationären Pflegeeinrichtungen noch erheblich vom Land gefördert wurden, erklärte Sozialdezernent Bernd Hamann. 2010 wurde die Förderung eingestellt.

Die Fortschreibung geschehe nun auf Wunsch der Stadt- und Landkreise. Dabei werde die voraussichtliche Entwicklung des Bedarfs auf Grundlage der Bevölkerungsvorausrechnung des Statistischen Landesamtes und der Pflegequoten ermittelt. Die jüngste Fortschreibung der Kreispflegeplanung erfolgte 2015.

Zahl älterer Menschen steigt

Zum 1. Oktober 2021 verfügt der Landkreis Rottweil über 21 stationäre Pflegeeinrichtungen mit 1315 Dauerpflegeplätzen einschließlich 93 eingestreuter Kurzzeitpflegeplätze und 35 solitären Kurzzeitpflegeplätzen, die nur zur Kurzzeitpflege zur Verfügung stehen. Im Vergleich zu 2015 ist die Zahl der Dauerpflegeplätze damit um 36, die der solitären Kurzzeitpflegeplätze um 17 und die Zahl der Tagespflegeplätze um 78 auf 199 erhöht.

Laut der Vorausrechnungsdaten werden 2025 insgesamt rund 11 000 Menschen im Landkreis Rottweil zwischen 60 und 65 Jahre alt sein, 16 600 zwischen 65 und 75, rund 10 000 zwischen 75 und 85 und etwa 5300 Menschen über 85 Jahre. Während 2015 noch 37 000 Bürger des Landkreises über 60 Jahre alt waren, werden es 2025 laut Statistischem Landesamt 43 400 sein.

Fehlendes Personal als Problem

Die Prognose auf Basis dieser Daten sieht vor, dass der Landkreis 2025 maximal 1230 Dauerpflegeplätze, 81 Kurzzeitpflegeplätze und 139 Tagespflegeplätze benötigen wird. Die Anzahl der vorhandenen Plätze sei damit ausreichend, wenn auch nicht bezogen auf die einzelnen Städte und Gemeinden, so Hamann. Die meisten Menschen wollten in dem Ort ins Pflegeheim gehen, in dem sie gewohnt hätten, in der Hoffnung, dort auf Bekannte zu stoßen. Ein weiteres Problem: Eingestreute Kurzzeitpflegeplätze seien häufig durch die Dauerpflege belegt.

Bei der Dauerpflege wird für 2025 erwartet, dass es in den Raumschaften Rottweil, Sulz und Schramberg einen Überhang an Plätzen geben wird, während in Oberndorf 77 Plätze fehlen werden.

Als Hauptproblem identifizierte Norbert Swoboda (FWV) im Kreisausschuss nicht die Anzahl der Pflegeplätze, sondern das fehlende Personal. Hamann berichtete auch von Unstimmigkeiten unter Trägern, weil manchmal da eine Einrichtung eröffnet werde, wo bereits eine andere sei und kein Personal finde.

Georg Schumacher (CDU) hob die Bedeutung der Fortschreibung hervor. Diese sei insbesondere für die Angehörigen von (Bald-)Pflegebedürftigen wichtig. "Dass der Platzbedarf in den kommenden Jahren gedeckt ist, sollte uns beruhigen", fand er.